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Bahn bietet wieder Baustellen-Buddys auf

Mit einer Informationskampagne sollen die Folgen der Stammstreckensanierung abgefedert werden

S-Bahn-Fahrgäste müssen sich in den Sommerferien auf Behinderungen einstellen. Die Stuttgarter Tunnelhaltestellen – wie die Schwabstraße – werden nicht angefahren.Archivfoto: R. Theiss
S-Bahn-Fahrgäste müssen sich in den Sommerferien auf Behinderungen einstellen. Die Stuttgarter Tunnelhaltestellen – wie die Schwabstraße – werden nicht angefahren. Foto: R. Theiss

Kreis Ludwigsburg. Mit Zuversicht und jeder Menge Anglizismen geht die S-Bahn-Stuttgart ein Projekt an, das es so in ihrer gut 40 Jahre langen Geschichte noch nicht gegeben hat: Die Sanierung des Tunnels zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und dem Stadtteil Vaihingen in den Sommerferien der Jahre 2021, 2022 und 2023, der in den vergangenen vier Jahrzehnten ohne größere Pausen genutzt worden ist (wir berichteten). Der Startschuss für die Modernisierung dieser Stammstrecke ist für den 31. Juli vorgesehen.

In einer Hochglanzbroschüre, die die Bahntochter DB Regio in dieser Woche im regionalen Verkehrsausschuss verteilt hat, bereitet sie die Fahrgäste mit einem Claim auf das XXL-Projekt vor: „Stammstrecke offline, Ersatzverkehr online.“ Der Stuttgarter S-Bahn-Chef Dirk Rothenstein sagt: „Wir werden mit unserer Informationskampagne langsam beginnen, sie dann steigern und den Peak kurz vor der Sperrung erreichen.“

Für das Informationsmaterial hat sich DB Regio ein einheitliches Design, neudeutsch Corporate Identity, in schickem Dunkelblau ausgedacht. Plakate an den Tunnelwänden und digitale Infovitrinen sollen die Fahrgäste für das Vorhaben sensibilisieren.

Dazu kommen laut der Bahn Baustellen-Buddys, die versuchen, Fragen vor Ort zu beantworten und die Passagiere von den Zügen zu den Ersatzbussen zu führen. Für die Bahnkunden, die die drei Kreis-S-Bahn-Linien aus Marbach, Bietigheim sowie Ditzingen und Korntal benutzen, heißt das am Stuttgarter Hauptbahnhof oberirdisch raus aus den Zügen und dann weiter per Bus durch die häufig verstopfte City.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen auf solche Helfer setzt. Als der Ticketverkauf am Stuttgarter Hauptbahnhof umzog und später der Umbau des alten Bonatzbaus begann, wiesen ebenfalls Baustellen-Buddys den Weg.

Das Mammutprojekt Stammstreckensanierung wird bekanntlich nötig, weil die S-Bahn in der Region und der Bahnknoten Stuttgart digital werden sollen. Ein Teil davon – wohl ab 2025 – wird der elektronische Lotse ETCS (European Train Control System), mit dem Züge enger getaktet und so Schlagzahl und Kapazität erhöht werden sollen.

Im Sommer beginnt DB Regio aber zunächst damit, Gleise zu erneuern und die Stationen der Stammstrecke zu modernisieren. Der Bahnmanager Rothenstein: „Neben der Leistungsfähigkeit verbessern wir auch die Pünktlichkeit der S-Bahnen.“

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