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Balzer bleibt interessierter Bürger

Nach exakt 10621 Tagen im Amt hat sich Karl-Heinz Balzer in den Ruhestand verabschiedet. Coronabedingt war die geplante große Feier nicht möglich. Die Verabschiedung fand deshalb am Dienstagabend zu Beginn der Gemeinderatssitzung statt. Und der langjährige Erste Bürgermeister war sichtlich gerührt.

Verabschiedung in kleinem Rahmen: Landrat Dietmar Allgaier neben Karl-Heinz Balzer, Gerhard Waldbauer und Oberbürgermeister Dirk Schönberger (von links) vor applaudierenden Gästen. Foto: Ramona Theiss
Verabschiedung in kleinem Rahmen: Landrat Dietmar Allgaier neben Karl-Heinz Balzer, Gerhard Waldbauer und Oberbürgermeister Dirk Schönberger (von links) vor applaudierenden Gästen. Foto: Ramona Theiss

REMSECK. „Jetzt ist es doch mehr Wehmut, als ich es wollte“, sagte Karl-Heinz Balzer mit leicht brüchiger Stimme, als er nach reichlich lobenden Worten selbst ans Mikrofon in der Stadthalle trat. Auch wenn ihm der Abschied schwerfalle, freue er sich auf mehr Zeit für seine Familie, Freunde und Ehrenämter. Er bedankte sich beim Gemeinderat für eine immer faire, manchmal fast schon kameradschaftliche Zusammenarbeit. Dank richtete er auch an die Stadtverwaltung, innerhalb der ihm seine Arbeit größtenteils eine Freude gewesen sei. Eine Herzensangelegenheit nannte Balzer es, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Lob auszusprechen. „Ich werde Sie alle vermissen.“ Innerhalb seiner 29-jährigen Amtszeit habe sich Remseck enorm entwickelt. Seinem Nachfolger Jo Triller wünschte er gutes Gelingen, der gesamten Verwaltungsspitze Geschick und Glück bei der Bewältigung anstehender Herausforderungen. „Ich bin gerne als interessierter Bürger Remsecks dabei“, sagte Balzer.

Oberbürgermeister Dirk Schönberger bescheinigte dem frischgebackenen Pensionär außergewöhnliches Engagement, Willens- und Schaffenskraft, Durchsetzungsvermögen und Empathie. 29 Jahre habe Balzer sich voll und ganz in den Dienst der Stadtgemeinschaft gestellt. „Sie haben das Amt des Ersten Bürgermeisters sieben Tage die Woche gelebt.“ Schönberger skizzierte den beruflichen Werdegang Balzers und nannte die Schwerpunkte seiner Arbeit in Remseck sowie Beispiele für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement. Persönlich bedankte der OB sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, einen stets offenen Austausch und manch wertvollen Tipp. Er habe von langjähriger Erfahrung des Ersten Bürgermeisters profitiert. „Lassen Sie es sich gutgehen“, wünschte Schönberger und überreichte zum Abschied die Goldmünze der Stadt Remseck.

Im Namen des Gemeinderates hielt der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Gerhard Waldbauer, eine Laudatio. Er lobte unter anderem, dass Remseck in Balzers Amtszeit zu einer für Familien sehr attraktiven Stadt geworden sei. Stadtbahn und Stadtbus hätten ihm immer am Herzen gelegen. Im Lauf der Jahre habe Balzer sich zu einem auf Kreis- und Regionalebene anerkannten ÖPNV-Spezialisten entwickelt. Bei der Aufsiedlung von Pattonville habe er eine wichtige Vermittlerrolle gespielt. „Mit Ihnen geht nun der letzte Mann der ersten Stunde in einem Wahlamt von Bord“, so Waldbauer. Anerkennung zollte er auch Balzers Engagement für die Freiwillige Feuerwehr. Für den Ruhestand wünschte Waldbauer Freude am Müßiggang. „Aber das müssen Sie noch lernen“, sagte er augenzwinkernd.

Es sei schon alleine und für sich außergewöhnlich, fast 30 Jahre lang bei einer Stadtverwaltung tätig zu sein, begann Landrat Dietmar Allgaier seine Rede. Balzer müsse erfolgreich, fachlich fundiert und bürgernah gearbeitet haben, sonst hätte der Gemeinderat ihm die Rote Karte gezeigt. Der Landrat ging auch auf dessen insgesamt schon über 20-jähriges Engagement als Freie-Wähler-Kreisrat ein, und bescheinigte Balzer, eine wichtige Stimme bei allen ÖPNV-Themen zu sein. Allgaier lobte die stets gute Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und den Kreistagskollegen. Der Landrat erinnerte auch daran, dass Karl-Heinz Balzer im Jahr 2016 den Neustart der Ludwigsburger Energieagentur (LEA) ermöglichte, deren erster Vorstandsvorsitzender er bis zum vergangenen Jahr war. Aus ursprünglich acht Mitgliederkommunen seien in Balzers Amtszeit 26 geworden. Dietmar Allgaier, der auch in seiner Zeit als Mitglied der Kornwestheimer Verwaltungsspitze oft mit Karl-Heinz Balzer zu tun hatte, charakterisierte diesen als hilfsbereit, offen und kompetent. Er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit im Kreistag, so der Landrat und wünsche dem Pensionär Balzer etwas mehr Ruhe und Entspannung.

Im Anschluss an die Reden spendeten die Zuhörer in der Stadthalle Karl-Heinz Balzer im Stehen langanhaltenden Applaus. Einige hoben Schilder mit guten Wünschen in die Höhe.

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