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Baudenkmal mit dem Flair eines Neubaus

Die Alte Schule in Gronau bietet Platz für Büros und Wohnungen – Äußeres Erscheinungsbild muss laut Denkmalschutz unverändert bleiben

Bürgermeister Markus Kleemann (hinten) und Erhard Fichtner sind froh darüber, dass die Sanierung der Alten Schule so gut gelang. Fotos: Ramona Theiss
Bürgermeister Markus Kleemann (hinten) und Erhard Fichtner sind froh darüber, dass die Sanierung der Alten Schule so gut gelang. Foto: Ramona Theiss
Bürgermeister Markus Kleemann (hinten) und Erhard Fichtner sind froh darüber, dass die Sanierung der Alten Schule so gut gelang. Fotos: Ramona Theiss
Bürgermeister Markus Kleemann (hinten) und Erhard Fichtner sind froh darüber, dass die Sanierung der Alten Schule so gut gelang. Foto: Ramona Theiss

Oberstenfeld. Sicher schon 1000-mal sei er an der Alten Schule in Gronau vorbeigefahren, und irgendwann habe er den Entschluss gefasst, hier zu investieren, berichtete der Geschäftsführer der Beilsteiner Medizintechnik-Firma Protec, Erhard Fichtner. Das Ergebnis kann sich nach zweijähriger Sanierung sehen lassen: Entstanden ist etwas ganz Neues, geblieben ist der Altbaucharme.

Die Holztreppe nach oben ist noch original, nur an den Stufen musste laut Fichtner ausgebessert werden, sie waren doch arg ausgetreten. Viele Schülergenerationen bestiegen sie nicht nur, um hier in den Klassenzimmern der Dorfschule Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, sie schafften auch regelmäßig Brennholz in die Rektorenwohnung unter dem Dach. Der Schulleiter sollte es schließlich warm haben. Holz spielt in der 1898 fertiggestellten Schule mit ihrer soliden Backsteinoptik nach wie vor eine große Rolle.

Für wohlige Wärme sorgt jetzt die zeitgemäße Holzpellets-Heizung. Neben grau marmoriertem Feinsteinzeug ist vor allem Eichenholz als Bodenbelag prägend. Fichtner hatte sich als Investor beworben, nachdem der Beschluss von Gemeinde- und Ortschaftsrat feststand: Die Alte Schule, in der immerhin bis zum Jahr 2016 Kinder aus den Ortsteilen Gronau und Prevorst unterrichtet wurden, soll verkauft werden. Dass die Wahl 2018 auf Fichtner gefallen war, bezeichnete Bürgermeister Markus Kleemann beim gestrigen Termin vor Ort als Glücksfall.

Neues Juwel aus Alter Schule gemacht

Erhard Fichtner ist im Bottwartal bekannt. Er hat einen guten Draht zu den Menschen und vor allem auch zu den hiesigen Handwerksbetrieben. Die nahm er mit ins Boot bei seinem Vorhaben, aus der Alten Schule ein neues Juwel zu machen – und um zu beweisen, dass die Bewahrung des Alten auch Zukunft hat. Die Vorgabe des Denkmalschutzes lautete: Das äußere Erscheinungsbild muss unverändert bleiben. Einziges Zugeständnis: der Sonnenschutz an den Fenstern. Ansonsten konnte sich der Architekt Uwe Fichtner, Bruder des Investors, ausleben. Das heißt: Es wurde von innen gedämmt, um den Standard eines Effizienzhauses zu erhalten.

Entstanden sind im Erdgeschoss zwei großzügige Gewerbeeinheiten für Büros oder Praxen, eine große Wohnung im ersten Obergeschoss sowie zwei kleinere Wohnungen unter dem Dach. Von den Loggias aus bietet sich eine grandiose Aussicht auf die Burg Hohenbeilstein und die Weinberge. Innen dominieren altes Gebälk und klare Linien mit zurückhaltend moderner Gestaltung. Die Wohnung im ersten Stock bietet fast so viel Fläche wie ein Einfamilienhaus. Hier ist die offene Küche mit der Kochinsel im Wohnbereich der Blickfang.

„Drei Wochen lang haben wir den Keller ausgebaggert“, berichtete Fichtner. Entstanden ist ein Raum für Zusammenkünfte und Versammlungen mit Küchenbereich im Foyer, der auch von den Büros genutzt werden kann. Sichtbares Sandsteinmauerwerk sowie restaurierte Ofentüren prägen den Versammlungsraum, der in Besitz des Investors bleibt. Die Wohnungen und die Gewerbeeinheiten vermietet er, im Juli soll alles bezugsfertig sein. Wer auf der Terrasse die Sonne genießt, hört nebenan die Bottwar plätschern. Man ist hier auf dem Land und doch am Puls der Zeit. Homeoffice sei jederzeit möglich, schnelles Internet stehe zur Verfügung, sagte der Bürgermeister. Rund 1,4 Millionen Euro hat Erhard Fichtner hier für den Neubaustandard investiert. Das finanzielle Engagement ist für ihn auf die Zukunft hin ausgerichtet, „Wir müssen da schon ein paar Jahre vermieten, dann rechnet es sich langfristig“, so Fichtner.

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