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Basketball

Bayern sind eine Nummer zu groß

Die Sensation bleibt aus. Gegen den Tabellenführer der Basketball-Bundesliga sind die MHP-Riesen Ludwigsburg in der heimischen MHP-Arena chancenlos. Beim 75:91 zeigen die Ludwigsburger aber dennoch einen starken Kampf.

An diesem Abend kaum zu stoppen: Bayerns Danilo Barthel im Duell mit den Riesen-Verteidigern David McCray (links) und Karim Jallow. Foto: Baumann
An diesem Abend kaum zu stoppen: Bayerns Danilo Barthel im Duell mit den Riesen-Verteidigern David McCray (links) und Karim Jallow. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Es scheint, als entwickeln sich die Riesen zum Lieblingsgegner von Danilo Barthel. Wie schon im Hinspiel vor zwei Wochen (18 Punkte) stach der Center der Münchner auch gestern vor 4070 Zuschauern in der Ludwigsburger MHP-Arena heraus und ebnete mit 24 Zählern den Weg zu einem ungefährdeten Sieg.

Zu Beginn bestachen die Bayern mit starker Ballzirkulation und hoher Präsenz unter dem Korb – während die Riesen eher durch Nachlässigkeiten und unnötige Ballverluste auffielen. Barthel stellte nach nicht einmal drei Minuten auf 11:2 für die Gäste. Erst nach einem Dreier von Nihad Djedovic zum 17:4 streiften die Riesen scheinbar den Respekt vor dem Tabellenführer ab. Der engagierte Karim Jallow und Marcos Knight verkürzten in der Offensive. In der Defensive blockte der junge Ariel Hukporti einen Tag vor seinem 17. Geburtstag einen Wurf des ehemaligen NBA-Spielers Derrick Williams.

Plötzlich wirkten die Riesen überzeugter und arbeiteten sich Schritt für Schritt zurück in die Partie. Per Dunk läutete Kelan Martin ein zu Beginn starkes zweites Viertel der Schwarz-Gelben ein. Es folgte ein Drei-Punkt-Spiel von Knight sowie einfache zwei Punkte durch Lamont Jones nach klugem Knight-Pass – und Bayern-Coach Dejan Radonjic sah sich gezwungen, eine Auszeit zu nehmen (17:21).

Doch auch danach ließen sich die Riesen nicht abschütteln – bis kurz vor der Halbzeit. Rund eine Minute vor der Pause lagen die Ludwigsburger nur fünf Punkte zurück (37:42), ehe sie sich in der Offensive gleich mehrere Ballverluste in Serie leisteten und defensiv immer wieder zu Fouls greifen mussten. Mit der Schlusssirene besorgte Bayerns Aufbauspieler Maodo Lo durch einen Korbleger nach einem Tempogegenstoß die 48:37-Halbzeitführung.

In die zweite Hälfte starteten die Riesen schläfrig – wie bereits bei der Heimniederlage am Sonntag gegen Ratiopharm Ulm. Dedovic, Barthel und Stefan Jovic brachten die Münchner per 8:0-Lauf mit 20 Punkten in Front. Im Anschluss entwickelte sich ein fahriges Spiel, in dem die Riesen sich durch einen Dreier von Kelan Martin bis auf 51:63 herankämpften. Scheinbar unbeeindruckt davon versenkten Nemanja Dangubic und Williams zwei Dreier. In der Defensive räumte Barthel Riesen-Guard Knight unter dem eigenen Korb mit einem Monsterblock ab, um in der Offensive per Dunk den alten 20-Punkte-Vorsprung wieder herzustellen (51:71).

Spätestens nach dieser Machtdemonstration von Barthel war klar, wer an diesem Tag als Sieger vom Parkett gehen wird. Das hinderte die Riesen jedoch nicht daran, noch einmal Moral zu zeigen. Der 16-jährige Hukporti machte sechs Punkte am Stück, die letzten zwei davon mit einem spektakulären Alley-Oop-Dunk. Beim Stand von 72:84 rund drei Minuten vor dem Ende nahm Bayern-Coach Radonjic erneut eine Auszeit. Danach zogen die Gäste noch einmal an und bis zum 75:91-Endstand auf 16 Punkte davon.

Die Riesen-Fans wussten die Leistung ihrer Schwarz-Gelben dennoch zu schätzen. Besonders Nachwuchsmann Ariel Hukporti wurde nach einem starken Spiel mit sechs Punkten und vier Rebounds gefeiert.

Mit dem Sieg bleiben die Münchner unangefochtener Tabellenführer. Den Riesen, bei denen Trainer John Patrick noch vor der Partie ankündigte, man müsse im Kampf um die Play-off-Plätze gegen einen großen Gegner Punkte klauen, fehlen weiterhin zwei Siege auf den angepeilten Play-off-Rang acht. Dabei haben die Barockstädter ein Spiel mehr auf dem Konto als die Konkurrenz im Kampf um die Play-offs.

Ludwigsburg: Hukporti (6 Punkte), Crawford (4), Best (5), McCray, Von Fintel, Klassen (7/1 Dreier), Klein (6/2), Knight (16/1), Waleskowski, Jones (12/1), Martin (17/3), Jallow (2).

München: Dangubic (5/1), Hobbs (6), Koponen, Radosevic (4), Lucic (7), Lo (5), Djedovic (18/3), Jovic (8), Barthel (24/1), Williams (5/1), Ogunsipe (6), King (3/1).

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