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Tennis

Brown hat Spaß, Zverev hadert

Dustin Brown schlägt den Favoriten Alexander Zverev beim ATP-Turnier in Stuttgart in drei Sätzen und begeistert mit seinem spektakulären Spiel. Zverev misslingt dagegen der Auftakt in die Rasensaison.

Gibt keinen Ball verloren: Dustin Brown im Spiel gegen Alexander Zverev.Foto: Baumann
Gibt keinen Ball verloren: Dustin Brown im Spiel gegen Alexander Zverev. Foto: Baumann

Stuttgart. Den Schläger ließ er fallen, den Kragen seines ärmellosen Shirts zog er sich über das Gesicht – offensichtlich konnte es Dustin Brown noch gar nicht fassen, dass er gerade im Duell der beiden Deutschen Alexander Zverev beim MercedesCup in Stuttgart besiegt hatte. In einer vor allem dank des Deutsch-Jamaikaners Brown in Teilen mitreißenden Partie gewann der Außenseiter in drei Sätzen (6:4, 6:7, 6:3) und zog ins Viertelfinale ein. Für Zverev endet mit der Niederlage dagegen das ATP-Turnier im Stuttgarter Norden nach einem Match. Zuvor hatte er eine Wildcard für das Achtelfinale erhalten.

Von Beginn an machte Brown seinem Kontrahenten das Leben schwer. „Dustin ist einer der gefährlichsten Spieler auf Rasen“, sagte Zverev vor der Partie über die Nummer 170 der Weltrangliste. Ein Satz, den er auch nach Spielende keineswegs revidierte: „Er ist ein sehr unangenehmer Spieler. Er spielt Schläge, die man von anderen Spielern nicht kennt.“

Zverev mit Problemen beim Aufschlag

Mit Browns unorthodoxer Spielweise hatte Zverev durchgehend Probleme. Alleine der letzte Ballwechsel des ersten Satzes war bezeichnend dafür. Nach seinem Aufschlag stürmte Brown ans Netz, spielte einen Stopp, um Zverev nach vorne zu locken und hob den Ball über den 22-Jährigen zum Satzgewinn auf die Grundlinie.

Brown genoss es sichtlich, mit seinem spektakulären Spiel die Zuschauer für sich zu gewinnen. „Ich glaube, er hat immer mehr Spaß als sein Gegner“, sagte Zverev bei der anschließenden Pressekonferenz über den 34-Jährigen. Zverev dagegen haderte mit sich und dem Schicksal. Ein lautes „unbelievable“ (unglaublich) schrie er heraus, nachdem Brown im zweiten Satz zum wiederholten Mal einen Breakball abwehrte, indem er seinen Aufschlag genau auf die Linie setzte. Das sollte Brown im zweiten Durchgang jedoch nicht helfen – genau so wenig wie ein spektakulärer Hechtsprung beim Stand von 5:6, mit dem er einen Satzball Zverevs abwehrte. Im Tie-Break kämpfte sich der Weltranglistenfünfte zurück in die Partie und glich nach Sätzen aus.

Das Momentum blieb dennoch bei Brown. Beim Stand von 4:3 gelang ihm das spielentscheidende Break im dritten Satz. Gegen sein überzeugendes Serve-and-Volley-Spiel fand Zverev in der Folge keine Lösung. „Ich hatte wenig Kontrolle über das Spiel“, analysierte Zverev im Anschluss. Zudem unterliefen ihm insgesamt 14 Doppelfehler. „Das ist ein Thema, das ich hinbekommen muss“, gab er nach seinem verpatzten Auftakt in die Rasensaison zu. Allzu viel wollte er aber nicht in die Niederlage hineininterpretieren. „Gegen Dustin haben schon viele gute Spieler auf Rasen verloren. Ich mache mir nicht so viele Gedanken darüber.“

Im Viertelfinale trifft Brown heute im Anschluss an das Duell zwischen Jan-Lennard Struff und dem Franzosen Lucas Pouille auf den jungen Kanadier Felix Auger-Aliassime. Womöglich hat Brown auch dann wieder mehr Spaß als sein Gegenspieler. Dass er diesen aber zumindest auf die Nerven gehen kann, ist ihm bewusst. „Ich versuche, das zu machen, was ich am besten kann“, sagte er, gab aber auch zu: „Meistens ärgere ich meine Gegenspieler damit.“

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