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Coronakrise belastet Mann+Hummel

Pandemie: Filterhersteller mit Umsatzrückgang auf 3,8 Milliarden Euro

Mann+Hummel konnte in der Coronakrise seine Produktion weltweit aufrechterhalten. Foto: Andreas Becker
Mann+Hummel konnte in der Coronakrise seine Produktion weltweit aufrechterhalten. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Die weltweite Konjunkturflaute infolge der Coronapandemie hat den Filterspezialisten Mann+Hummel stark getroffen. Im Jahr 2020 musste das Familienunternehmen einen Umsatzrückgang auf 3,8 Milliarden Euro hinnehmen – nach 4,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie Kurk Wilks, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Donnerstag per Pressemitteilung bekanntgab. Der Einbruch der weltweiten Autoproduktion hat demnach zwar das Geschäft beeinträchtigt, konnte aber durch konsequentes Handeln und die bereits vor Jahren begonnene, breitere Aufstellung deutlich abgemildert werden. Der Rückgang lag bei 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Aufrechterhaltung der weltweiten Produktionsstandorte im Pandemieverlauf trug laut Mitteilung des Unternehmens maßgeblich zum Ergebnis bei: „Wir haben umgehend auf die Coronapandemie reagiert und umfangreiche Schutzmaßnahmen in allen Werken eingeführt. Somit konnten größere Produktionseinbrüche verhindert werden. Natürlich waren auch wir von Zuliefererausfällen betroffen, konnten diese jedoch durch effektives Prozessmanagement gut abfangen“, sagte Nic Zerbst, Chef des operativen Geschäfts. Schon vor längerer Zeit hatte das Unternehmen wie berichtet ein Umbauprogramm aufgelegt, um die schwächelnde Konjunktur und die Umwälzungen in der Autobranche abzufedern. Davon profitierte der Zulieferer: Er konnte seinen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 153 auf 165 Millionen Euro erhöhen.

Mann+Hummel dünnt allerdings seine Produktion weiter aus, um konsequent die Kosten zu drücken. Betroffen davon ist auch der Standort Ludwigsburg, wie bereits berichtet. Hier wird die Produktion bis Ende 2022 auslaufen. Von der Schließung des Werks werden 400 Beschäftigte betroffen sein. Der Stammsitz in Ludwigsburg solle zum reinen Forschungs- und Entwicklungsstandort ausgebaut werden, hieß es nach früheren Angaben. Auch die Verwaltung solle dort bleiben. Bisher wurden in dem Werk Kraftstoff-, Öl- und Luftfilter für die Automobilindustrie hergestellt. Laut früheren Angaben arbeitet das Werk nicht mehr profitabel. Die Schließungspläne hatten bei den Betroffenen Empörung und Widerstand ausgelöst. Wochenlang gab es wie berichtet Proteste, Mahnwachen und Menschenketten vor dem Firmensitz in der Schwieberdinger Straße.

Mit dem Auslaufen der Produktion in Ludwigsburg werden weiterhin über 1000 Menschen an dem Standort arbeiten. Zusätzlich seien aufgrund der Zusammenführung von Entwicklungskapazitäten an Standorten außerhalb von Deutschland weitere Maßnahmen geplant, heißt es im aktuellen Geschäftsbericht. Im vergangenen Jahr beschäftigte das Unternehmen weltweit mehr als 21000 Männer und Frauen. 2019 waren es mehr als 22 000 Personen. (lsw/hdw)