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Damit Retter besser helfen können

Die Behandlung von Notfällen gehört bei den Mitarbeitern privater Krankentransportunternehmen nicht unbedingt zum Alltag. Um sie auch in diesem Bereich zu schulen, ist eine Fortbildungsreihe für Rettungsdienste gestartet worden. Am Samstag fand die erste Übungseinheit in Remseck statt.

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Fortbildung für private Rettungsdienste: Damit sie auf den Notfall bestens vorbereitet sind, absolvierten Mitarbeiter privater Krankentransportunternehmen eine Übungseinheit. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Auf dem Betriebsgelände der Ambulanzengel in Hochberg haben 25 Mitarbeiter der Unternehmen Ambulanzengel, SaniTeam Winkler und KTS mit Sitz in Stuttgart anhand verschiedener Fallbeispiele den Ernstfall geprobt. Die sogenannten Trainee-Days sollen als Fortbildungsreihe für private Krankentransportbetreiber in der Region künftig regelmäßig angeboten werden.

„Wenn Rettungswagen fehlen, können auch Krankentransporte abgerufen werden“, machte Riccardo Lardino, Leiter des Inside Teams, das die Fortbildung durchführt, auf die Notwendigkeit dieses Angebots aufmerksam. „Diese Fortbildungsreihe ist einzigartig in Baden-Württemberg“, betonte Till Treubel, stellvertretender Leiter des Inside Teams. Die Anregung dazu kam von Manuel Fonseca, dem Geschäftsleiter der Ambulanzengel. Er hatte festgestellt, dass seine Teams, die speziell für die qualifizierte medizinische Betreuung von Krankentransporten ausgebildet worden sind, immer wieder zu Notfalleinsätzen gerufen werden. Sein Ziel besteht darin, seine Leute gezielt auf dieses neue Einsatzgebiet vorzubereiten.

Bei den Verantwortlichen des Inside Teams stieß er mit seinem Anliegen auf offene Ohren. Bei dem Inside Team handelt es sich um ein privates Ausbilderteam von Rettern für Retter, das sich vor allem für organisatorische und strukturelle Abläufe verantwortlich sieht.

Am Samstag wurde aber anhand dreier fingierter Unfälle geübt: Zunächst ging es um die Behandlung eines älteren Menschen, der mit seinem Rollator im Seniorenheim auf dem Weg zum Speisesaal gestürzt war. Die Aufgabe der Rettungskräfte bestand darin herauszufinden, welche Verletzungen sich der Senior zugezogen hatte und ihn entsprechend zu versorgen. War die Platzwunde am Kopf recht schnell zu erkennen, kam es darauf an, die Fraktur des Oberschenkelhalses aufgrund der geschilderten Symptome als solche zu erkennen.

Einer der Schulungsteilnehmer schlüpfte an einer anderen Station in die Rolle eines Mannes, der bei einer Schlägerei verletzt worden ist. Dass die beschriebenen Symptome auf eine Hirnblutung hinweisen, war glücklicherweise keine Realität.

Bei einem anderen Notfall kam es auf die richtige Behandlung einer kollabierten Person an. „Es ist unheimlich gut, solche Einsätze zu trainieren“, lautete die Einschätzung von Viktor Adkins. Seine Kollegen und er sind für den Notfall nun besser gewappnet.