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Der Riese vom Stromberg

Der Ochsenbacher Mammutbaum wird in der Liste der dicksten Bäume Deutschlands geführt

Einer der größten Bäume in ganz Deutschland ist der Mammutbaum von Ochsenbach. Er hat einen Stammumfang von 9,30 Metern und eine Höhe von 32 Metern. Foto: Alfred Drossel
Einer der größten Bäume in ganz Deutschland ist der Mammutbaum von Ochsenbach. Er hat einen Stammumfang von 9,30 Metern und eine Höhe von 32 Metern. Foto: Alfred Drossel

sachsenheim. In Deutschland sollen rund 19000 Mammutbäume wurzeln. Stuttgart wird mit über 280 registrierten Standorten als die Stadt mit der höchsten Dichte an Mammutbäumen genannt. Doch einer der dicksten Mammutbäume Deutschlands steht auf dem Friedhof von Ochsenbach. Eine botanische Rarität.

Der 1866 gepflanzte Baum ist 32 Meter hoch und hat einen Stammumfang von 9,30 Metern. Überragt wird er nur von einem Baum auf der Mainau mit 44 Metern, der 1864 gepflanzt wurde, und einem etwas dickeren Mammutbaum in Hirsau mit einem Umfang von 9,32 Metern.

Auf der Hitliste der größten Mammutbäume steht in Deutschland der 1858 gepflanzte 34 Meter große Mammutbaum in Aalen auch weit oben. Der Riese unter den Riesen ist Hyperion. Er steht im kalifornischen Redwood-Nationalpark und gilt als höchster Baum der Erde mit 115,92 Metern.

Der frühere Vaihinger Oberforstrat Frieder Schwarz schrieb vor Jahren ein Büchlein mit dem Titel „125 Jahre Wellingtonien im Forstbezirk Vaihingen/Enz“. Der steigende Holzbedarf und die unglaublichen Wuchsleistungen des Baumriesen sowie der Hauch von Exotik hätten die Anbauversuche im Europa vorangetrieben, heißt es dort. Von den König-Wilhelm-Bäumen stehen in Baden-Württemberg noch Exemplare in der Wilhelma, im Rosensteinpark und eben im Staatswald Vaihingen. 18 weitgehend intakte Bäume listet Schwarz auf.

Zu verdanken haben die Württemberger die Baumgiganten im Ländle König Wilhelm I. Kurz vor seinem Tod – im Jahre 1864 – gab der König den königlichen Forstdirektionen im Land einen außergewöhnlichen Pflanzauftrag, dessen Vorbereitung, Umsetzung und Ergebnisvielfalt seinesgleichen in der Geschichte sucht. Der Auftrag: Samen der großen Exoten in Amerika zu beschaffen.

In den Kalthäusern der Wilhelma wurden die Keimlinge gezogen und so konnten später 6000 Jungpflänzchen im Ländle verteilt werden. Sie wurden auf exponierten Standorten in den königlichen Wäldern und in zahlreichen Schlossgärten und Parkanlagen Württembergs angepflanzt. Heute gibt es noch 134 Standorte mit insgesamt 325 Mammutbäumen dieser „Wilhelma-Saat“, verteilt von Nord-Württemberg bis zum Bodensee. Allerdings sind im Winter 1879/80 viele der noch jungen Bäume bei bis zu minus 36 Grad Celsius erfroren. Doch einige überlebten.

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