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Der Tradition verpflichtet

Erstmals hatte das Familienweingut Vollmer am Wochenende seine Kellerei in der Carl-Benz-Straße geöffnet. Im Rahmen der Gläsernen Produktion gab es Einblicke in den Weinausbau und ein Beiprogramm. Auch Weinbaupräsident Hermann Hohl informierte sich über den Betrieb.

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Ein Betrieb zum Vorzeigen: Maximilian und Roland Vollmer hatten den Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger und Weinbaupräsident Hermann Hohl zu Besuch (von links). Foto: Fotos: Alfred Drossel
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Die Gruppe des Trachtenvereins Bietigheim führte Volkstänze auf.
Ludwigsburg. Die Bietigheimer Trachtler tanzten. Im Keller spielte Musik. Viele Weinfreunde ließen sich durch den Betrieb führen. Am Sonntag hielt Pfarrer Bernhard Ritter einen Gottesdienst. Es gab Kunst von Angelika Mollner, Informationsstände der Lorch Werkstätten und des Schwäbischen Heimatbundes. Seinen Auftritt hatte auch der Weinliederchor „Trällinger“ des Sängerkranzes. Das Backteam vom Pulverturm war ebenfalls aktiv.

Nichts habe die Familie und ihre Geschichte so stark geprägt wie der Weinbau, sagt Roland Vollmer. Kein Wunder eigentlich, weisen doch erste Erwähnungen der Familie ins Remstal, von wo aus Johann Caspar Vollmer im Jahre 1754 nach Bietigheim kam. Heute lenkt Roland Vollmer mit seiner Frau Ursula die Geschicke des Familienunternehmens und mit Tochter Astrid und Sohn Maximilian ist für die Nachfolge bereits gesorgt.

Die Anfänge des heutigen Betriebes liegen im Jahr 1977, als Roland Vollmer Gelände und Weinberg seiner Großeltern Cäcilie und Wilhelm Sautter, seines Zeichens Metzgermeister und Traubenwirt, übernehmen konnte und in den Folgejahren nach und nach erweiterte und modernisierte.

Heute ist der Betrieb das größte Weingut Bietigheims. Die Trauben wachsen in den terrassierten Steilhängen entlang der Enz und in Häfnerhaslach. „Wir bewirtschaften naturnah und umweltschonend zwölf Hektar Rebfläche“, betont Roland Vollmer.

Für die Erhaltung dieser traditionellen schwäbischen Kulturlandschaft hat der Schwäbische Heimatbund das Weingut bereits zweimal mit dem Kulturlandschaftspreis ausgezeichnet. „Wir stellen uns gerne in den Dienst unseres Erbes und fühlen uns diesem in besonderem Maße verpflichtet“, unterstreicht Roland Vollmer.

Die Fläche der Kellerei beträgt 1250 Quadratmeter. 250 Quadratmeter groß ist die Werkstatt und 300 Quadratmeter die Maschinenremise. Alle Rotweine werden mit der klassischen Maischegärung hergestellt und alle Weine reifen in modernen Edelstahltanks oder in Holzfässern aus Eiche. Maxime ist hierbei die Verbindung aus Tradition und zeitgemäßer Technik.

Juniorchef Maximilian Vollmer hebt die besondern Schätze des Hauses hervor: Ausgesuchte, kräftige Rotweine kommen zur Reifung in traditionelle Holzfass aus schwäbischer Eiche, wo sie ihr besonderes Aroma erlangen. Die Barrique-Weine kommen ins kleine französische Eichenfass von 228 Liter – der Wein und Holzgerbstoffe geben dabei eine ganz besondere Verbindung ein.

Die Blue Edition: Ausgesuchtes Lesegut aus besonderen Lagen sowie die Handarbeit im Weinberg kennzeichnen die Spezialität aus dem Hause Vollmer. Die Weine haben Freunde in ganz Deutschland. Der Familienbetrieb betreibt in der Löchgauer Straße zudem eine Weinstube. Dort befindet sich auch ein alter Gewölbekeller, in dem Weine lagert.