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„Die Belastung hält sich in Grenzen“

Kein Durchkommen: Die Ingersheimer Ortsdurchfahrt ist in den nächsten Monaten abschnittsweise gesperrt. Fotos: Holm Wolschendorf
Kein Durchkommen: Die Ingersheimer Ortsdurchfahrt ist in den nächsten Monaten abschnittsweise gesperrt. Fotos: Holm Wolschendorf
Weil die Benninger Brücke gesperrt ist, wird der Verkehr Richtung Marbach umgeleitet.
Weil die Benninger Brücke gesperrt ist, wird der Verkehr Richtung Marbach umgeleitet.
Die monatelangen Arbeiten zur Sanierung der Ingersheimer Ortsdurchfahrt und der alten Neckarbrücke in Benningen haben begonnen. Autofahrer müssen daher seit Montag weite Umleitungen in Kauf nehmen. Auch innerhalb der beiden Ortschaften machen sich die Straßensperrungen bemerkbar. So hat in Ingersheim der Verkehr in zwei Straßen zugenommen, in Benningen herrscht dagegen Ruhe.

Ingersheim/Benningen/Freiberg. Die Ingersheimer Gemeindeverwaltung hat keine Gelegenheit ausgelassen, ihre Bevölkerung über die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Großingersheim und die daraus resultierenden Probleme hinsichtlich des Umleitungsverkehrs rechtzeitig zu informieren. Nicht nur im Mitteilungsblatt der Gemeinde, sondern auch in einer digitalen Veranstaltung wurden die Bürger darüber unterrichtet, dass die Straße ab Mitte März bis Ende September nicht nur eine neue Fahrbahndecke erhält, sondern in mehreren Bauabschnitten der Kanal und die Entwässerung saniert und die Versorgungsleitungen erneuert werden. Als es zu Wochenbeginn losging, waren dennoch einige Bürger überrascht. „Am Montag lagen die Nerven teils blank, auch aus der Angst heraus, dass es nun über Wochen hinweg so schlimm sein wird“, teilt Bürgermeisterin Simone Lehnert auf Anfrage mit. Mittlerweile habe sich die Lage aber sehr entspannt und es gebe positive Rückmeldungen aus den Wohngebieten.

Kommune lässt Fußgängerampeln errichten

Insbesondere in der Marktstraße und der Forststraße hat der Verkehr aufgrund der Arbeiten an der Kreuzung Bietigheimer Straße/Ludwigsburger Straße anfangs stark zugenommen, wie Harald Schnabel, Leiter des Amtes für Liegenschaften, Bau und Technik, sagt. Um die mehrbelasteten Bereiche – insbesondere den Schulweg – sicherer zu machen, habe man an den Vorfahrtsregelungen nachgebessert und zwei Fußgängerampeln errichten lassen. Ab kommenden Montag sei die Kreuzung bereits wieder frei. Dann werde die Bietigheimer Straße bis zum Hindenburgplatz gesperrt. Auch bezüglich des überörtlichen Verkehrs zeigen die Umleitungen ihre Wirkung. „Es fahren nicht mehr so viele Autos durch Ingersheim“, stellt Schnabel fest.

Folglich hagelt es auch mehr Beschwerden von Auswärtigen als von Ingersheimern. So wollte beispielsweise eine verärgerte Person von der Verwaltung wissen, wie sie von Murr kommend nach Bietigheim-Bissingen gelangt. Der Schleichverkehr bereitet der Verwaltung Sorgen, weil die Autofahrer dort offenbar zu schnell unterwegs sind. „Wenn ich einen Schleichweg benutze, kann ich das doch auch langsam tun“, sagt Schnabel und weist darauf hin, dass der Verkehr deshalb auch mit mobilen Blitzern überwacht wird.

Leeres Parkdeck beim Bahnhof

Das ist in Benningen nicht notwendig, wo seit Montag die alte Neckarbrücke gesperrt ist. Sie wird genauso saniert wie ein Teil der Straße, die von der Brücke Richtung Marbach und Murr führt. Im Zuge des Baus der Ortsumfahrung wird zudem nördlich der alten Benninger Brücke ein Kreisverkehr entstehen. „Es ist wenig überraschend: In Benningen ist es seit Montag auf einen Schlag deutlich ruhiger geworden“, sagt Bürgermeister Klaus Warthon. Das Parkdeck am Bahnhof beim Rathaus, das wegen der Homeoffice-Pflicht ohnehin nur noch schwach frequentiert ist, sei jetzt „richtiggehend leer“. Das liege insbesondere an den ausbleibenden ÖPNV-Nutzern aus dem Bottwartal, die nur noch über große Umwege entweder über Pleidelsheim oder Ludwigsburg-Hoheneck nach Benningen gelangen. Mehr Sorge vor Stau hatte Warthon, als er diese Woche von der Pleidelsheimer Autobahnausfahrt aus durch Freiberg nach Benningen fuhr. Doch selbst an der Kreuzung Mundelsheimer/Benninger Straße in Freiberg flutschte es. Das bestätigt dort der Leiter des Fachbereichs Recht und Ordnung, Peter Müller. „Die Belastung hält sich in Grenzen“, sagt er auf Anfrage und hofft, dass auch die Umleitung der Autobahn genutzt wird: Demnach sollen die Autofahrer auf der A81 nicht bei Pleidelsheim, sondern an der Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord raus, damit die Mühlstraße in Freiberg nicht zu sehr überlastet wird. Wenn allerdings im Sommer auch die Pleidelsheimer Ortsdurchfahrt wegen Sanierungsarbeiten gesperrt sein wird, könne es durchaus sein, dass die Mühlstraße überlastet sein wird. „Ich befürchte, dass sich dann der Schleichverkehr seinen Weg über die Talstraße und Wernerstraße sucht“, sagt Peter Müller.