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Jugendgemeinderat

„Die Rockfabrik ist Kulturgut“

Junges Gremium nimmt Stellung zur drohenden Schließung – Antrag an Gemeinderat: Alternativen suchen

Schaurige Deko. Archivfoto: Oliver Bürkle
Schaurige Deko. Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Kaum etwas hat in den vergangenen Tagen die Gemüter der Ludwigsburger so erregt wie die Ankündigung, dass die Rockfabrik in der Weststadt zum Jahresende schließen soll (wir berichteten). Auch der Jugendgemeinderat hat sich damit in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt, Tim Mertens brachte das Thema ins Gespräch. „Es sieht total aussichtslos aus“, sagte er. Doch so schnell ließen sich die Jugendlichen nicht entmutigen. „Wir sollten uns positionieren“, schlug Steve Bellmann vor, was die anderen befürworteten. Die Idee kam auf, den Vermieter zu kontaktieren und um ein Gespräch zu bitten. Dass der Vermieter, der Unternehmer Max Maier, keinen Kontakt zulässt, sprach Tim Mertens an. „Trotzdem sollten wir zumindest formell Protest einlegen“, so Nurhak Gökcen. Die Rockfabrik werde von Jugendlichen, aber auch von Älteren besucht, so Hannah Jerger. „Deshalb ist die Rofa zu so einem etablierten Ort zum Feiern geworden, dass sie Ludwigsburger Kulturgut ist“, sagte die Jugendgemeinderätin.

Jugendliche schlagen anderen Standort für die Disco vor

Ob es nicht Ausweichmöglichkeiten gebe, wollte Nurhak Gökcen wissen. Schließlich könne die Rofa doch auch an einem anderen Standort wieder öffnen. „Ich wüsste nicht, wo“, gab Vithusan Vijayakumar zu. Der Vorsitzende des Jugendgemeinderats könne es sogar ein wenig verstehen, dass der Mietvertrag für die Rofa nicht verlängert wird. Die Weststadt habe ein anderes Image bekommen, sei inzwischen ein „Mini Silicon Valley“.

Schließlich einigten sich die Jugendgemeinderäte darauf, Protest einzulegen und sich für den Fortbestand der Rofa in Ludwigsburg auszusprechen. „Der Vermieter wird doch aber eh nicht drauf eingehen“, hatte Omar Hamad noch Zweifel.

Stellungnahme auch für weitere Forderungen wichtig

Eine Stellungnahme sei dennoch wichtig, so Vanessa Buchmann. Wenn er nichts gegen die Schließung tue, könne der Jugendgemeinderat schlecht neue Ausgehmöglichkeiten fordern. „Wir sollten trotzdem nach Alternativen suchen“, so Omar Hamad. Die Jugendlichen wollen nun einen Antrag an den Gemeinderat stellen, andere Möglichkeiten zu finden.

Weiter auseinandersetzen mit dem Thema wird sich dann wohl der neue Jugendgemeinderat, der ab November seine Arbeit aufnimmt. Noch bis zum 24. Juli sind Bewerbungen möglich.

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