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Die Stammstrecke der S-Bahn in Stuttgart wird digitaler

Auch die unterirdischen Haltestellen werden modernisiert. Archivfoto: dpa
Auch die unterirdischen Haltestellen werden modernisiert. Archivfoto: dpa
Es sind Sommerferien und damit beginnen auch wieder die Bauarbeiten an der sogenannten Stammstrecke des S-Bahn-Verkehrs. Von morgen bis 12. September wird auf der Strecke vom Hauptbahnhof (tief) bis Vaihingen gearbeitet. Es ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Doch für Reisende in Richtung Flughafen und die Pendler aus dem Kreis bedeutet die Baustelle vor allem einen größeren Umweg.

Kreis Ludwigsburg. Das gleiche Spiel wie im vergangenen Jahr: Über die Sommerferien ist die Stammstrecke der S-Bahn in Stuttgart gesperrt. Damit ist die Röhre unter der Innenstadt bis Vaihingen gemeint. Hier werden die technischen Anlagen modernisiert und die unterirdischen Bahnhöfe neu gestaltet. Die Arbeiten starten morgen und dauern bis 12. September – also über die gesamten Sommerferien.

So langsam nimmt der digitale Eisenbahnknoten in Stuttgart Formen an. Denn in diesem Sommer wird weiter an dem Ausbau des European Train Control System (ETCS) gearbeitet. Durch das Umstellen der heute noch konventionell arbeitenden Stammstrecke, soll sie deutlich effektiver betrieben werden können. Bis zum Jahr 2025, dann erst sind die Arbeiten abgeschlossen, ist die Verbindung rund 20 Prozent leistungsfähiger, so die Bahn. Das ist eine Forderung, die schon lange erhoben wird, denn die Röhre ist die Achillesferse des Stuttgarter S-Bahn-Verkehrs. Es rächt sich, dass bei der Erbauung der S-Bahn Ende der 1970er Jahre keine Möglichkeit geschaffen wurde, das System zu erweitern. Damals dachte man noch, dass der Autoverkehr immer die Nummer 1 bei der Beförderung von Menschen sein wird.

Doch inzwischen hat sich das Fahrgastaufkommen im Jahr 2019, also vor Corona, auf 395,5 Millionen Fahrgäste erhöht. Im Startjahr 1978 waren es noch 178 Millionen Fahrgäste. Dieses Mehr musste in all den Jahren durch die beiden Röhren aus den Anfangszeiten. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass in diesem Jahr die Strecke über die Gäubahn besser läuft, als noch vor zwölf Monaten. Damals wurde ein Verschleiß an den Rädern festgestellt und die Verbindung konnte nur im Notbetrieb bedient werden. Jetzt wird geschmiert.

Damit in Zukunft alles besser funktioniert, wird jetzt digitalisiert. Allein dafür werden rund 400 Kilometer neue Kabelleitungen verlegt. Die Bahn investiert in ihr S-Bahn-Projekt bis zum Jahr 2025 rund 40 Millionen Euro. Der gleiche Betrag kommt nochmals für die Modernisierung der Untergrund-Bahnhöfe hinzu.

Der Umbau bedeutet auch größere Veränderung für die S-Bahn-Reisenden aus Richtung Marbach und Bietigheim-Bissingen. Denn für die Berufspendler enden die bisherigen S-Bahn-Linien S4 und S5 in Richtung Stuttgart auf den oberen Gleisen am Stuttgarter Hauptbahnhof. Von hier geht es mit Bussen weiter – dem sogenannten Schienenersatzverkehr.

Im Hauptbahnhof werden in der Bauzeit die Gleise 1 bis 5 (oben) benötigt. Daher gibt es teilweise auch Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr. Bei einigen Zügen ändern sich dadurch die Ankunfts- und Abfahrtszeiten. Und einige Züge fahren den Stuttgarter Hauptbahnhof gar nicht mehr an, sondern starten und enden außerhalb – beispielsweise in Bietigheim-Bissingen oder Plochingen.

Das alles bedeutet aber nicht, dass für die S-Bahn-Fahrer am Stuttgarter Hauptbahnhof Schluss ist. Durch die Stadt verbinden zwei Buslinien die einzelnen Haltepunkte der S-Bahn. Wer hoch zum Flughafen will, kann mit der Straßenbahnlinie U6 direkt vom Hauptbahnhof zur Messe und zum Flughafen fahren. Gleichzeitig gibt es von Bietigheim aus eine zusätzliche S-Bahn-Linie S15. Diese biegt nach der Haltestelle Feuerbach ab und fährt direkt nach Stuttgart-Vaihingen. Wer zum Flughafen will, muss dort umsteigen. Ansonsten fährt die S-Bahn weiter nach Herrenberg.

Die gleiche S-Bahn-Verbindung S23 gibt es auch vom Hauptbahnhof ab. Hier muss man allerdings nicht umsteigen auf dem Weg zum Flughafen und nach Filderstadt. Auf eines sollten sich die Fahrgäste allerdings einrichten, sie benötigen deutlich mehr Zeit, um ans Ziel zu kommen.

Die Deutsche Bahn empfiehlt für Auskünfte ihre Fahrplanmedien. Informationen in Echtzeit gibt es sowohl in der Reiseauskunft auf m.bahn.de, in der App DB Navigator als auch bei bahn.de/Reiseauskunft. Informationen gibt es zudem beim Kundendialog DB Regio Baden-Württemberg unter der Rufnummer (0711) 2092-7087 (montags bis freitags, von 7 bis 20 Uhr). Für Nutzer des ÖPNV in der Region hat die S-Bahn die App Mobility Stuttgart. Sie bietet zusätzlich die Vernetzung zum umweltfreundlichen Bikesharing von RegioRadStuttgart sowie zu den E-Scootern von Voi. Go-Ahead Baden-Württemberg informiert unter go-ahead-bw.de/fahrplanabweichungen.