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Die Zeit der Geisterspiele ist vorbei

Die Zeit der Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga ist vorbei – vorerst. Schon das Eröffnungsspiel des Triple-Siegers Bayern München gegen Schalke 04 soll vor Fans stattfinden. Auch andere Sportarten profitieren von der Entscheidung der Politik.

Mit Abstand: Zuschauer im Borussia-Park beim Pokalspiel von Bundesligist Mönchengladbach gegen Oberneuland.Foto: Bernd Thissen/dpa
Mit Abstand: Zuschauer im Borussia-Park beim Pokalspiel von Bundesligist Mönchengladbach gegen Oberneuland. Foto: Bernd Thissen/dpa

Berlin. Nach der ersehnten Freigabe durch die Politik will die Fußball-Bundesliga im Eiltempo schon zum Saisonstart wieder tausende Zuschauer in die Stadien lassen. Schon am Freitag (20.45 Uhr/ZDF und DAZN) sollen die Geisterspiele im Oberhaus endlich vorbei sein, die Eröffnungspartie des deutschen Meisters FC Bayern gegen den FC Schalke 04 soll vor Publikum stattfinden. Nach dpa-Informationen laufen entsprechende Planungen beim Triple-Sieger. „Wir sind jederzeit in der Lage dazu“, hieß es aus dem Verein.

Die Bundesländer hatten sich am Dienstag auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in die Stadien und Sporthallen geeinigt. „Wir wollen den Fans die Freude nicht nehmen. Aber die Sicherheit steht immer noch davor“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

In einer sechswöchigen Testphase ist zunächst eine Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität erlaubt. Für die Partie der Bayern gegen Schalke in der Allianz Arena wären dies 14 000 bis 15 000 Zuschauer, je nachdem wie die normalerweise übliche Zahl der Stehplätze berücksichtigt würde. Für die schnelle Genehmigung der Behörden könnten die Bayern zunächst auch noch etwas unter der Maximalgrenze bleiben.

Auch Bayern-Titelrivale Borussia Dortmund plant in seinem ersten Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach mit rund 10000 Zuschauern. Das größte deutsche Stadion fasst 81 365 Zuschauer, darunter sind etwa 20 000 Stehplätze auf der Südtribüne. Der 1. FC Köln will gegen die TSG 1899 Hoffenheim 9200 Fans hereinlassen. Das Kölner Stadion bietet 50 000 Besuchern Platz, bei der Berechnung wurden aber nur die 46000 Sitzplätze einbezogen.

Auch der Deutsche Fußball-Bund will die nächsten Spiele der Nationalmannschaft wieder vor Fans absolvieren. Der DFB braucht für die Umsetzung aber die Zustimmung durch den europäischen Dachverband Uefa. Derzeit werden alle kontinentalen Wettbewerbsspiele wegen der Corona-Pandemie ohne Fans ausgetragen. Das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußballerinnen am Samstag in Essen gegen Irland muss deshalb noch ohne Fans auf den Tribünen stattfinden.

Von der Entscheidung am Dienstag profitieren auch andere Profiligen in Deutschland, die wesentlich stärker als die Fußball-Bundesliga von Zuschauereinnahmen abhängig sind. Etwas enttäuscht hatte sich Gernot Tripcke von der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor allem von der 20-Prozent-Regel gezeigt. „Nach den Gesprächen der letzten Woche hatten wir uns deutlich mehr Unterstützung in diesem für uns wirtschaftlich so existenziellen Bereich erhofft“, meinte der DEL-Geschäftsführer.

Geschäftsführer Stefan Holz von der Basketball-Bundesliga war indes froh, betonte aber zugleich, dass seine Liga nur wenige Erkenntnisse zur sechswöchigen Testphase bis Ende Oktober beitragen könne, da der Ligabetrieb „erst am 6. November und damit nach der Testphase“ beginnt.

Bohmann: Ein kleiner Schritt

Die Teilrückkehr von Zuschauern sei ein „kleiner Schritt zurück in die Lebenswirklichkeit“, sagte Holz‘ Kollege Frank Bohmann von der Handball-Bundesliga. „Es wird uns die Möglichkeit wiedergegeben, unseren Sport zu betreiben“, meinte der 55-Jährige. Wenn es noch ein halbes Jahr ohne Zuschauer gelaufen wäre, „hätte es definitiv keinen Handball, keinen Basketball, kein Eishockey mehr gegeben“.

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