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Dreifacher Wechsel an der Spitze

Vor 15 Jahren wurde die Arbeitsgemeinschaft Innenstadtschulen, kurz Arge Campus, auf die Initiative der Stadträtin Gabriele Moersch gegründet. Jetzt zum kleinen runden Geburtstag hören drei führende Köpfe auf.

Ludwigsburg. Seit Jahren sind Wolfgang Medinger und Christina Bechmann ein eingespieltes Team. Er als Schulleiter, sie als Sekretärin und frühere Elternbeirätin am Mörike-Gymnasium sowie Noch-Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Stadt. Die beiden standen zusammen mit Wolfgang Nagel von der Justinus-Kerner-Gemeinschaftsschule fünf Jahre an der Spitze der Arge. Medinger verabschiedet sich zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand, die Dame des Trios ihre Tochter vom Gymnasium. Die macht Abitur. Mit Hannah Bechmann verliert die Arge auch noch ihre Schülersprecherin. Drei Jahre lang hatte sie dieses Amt inne.

„Im vergangenen Jahr ist vieles wegen Corona verschüttet gegangen“, bedauerten Medinger und Bechmann. Unter anderem „Campus united“, eine schulübergreifende Party mit Live-Musik. Das Konzept dafür stehe, ermunterten sie die kommende Generation, das Thema wieder aufzugreifen. Sobald die Zeit reif dazu sei.

In den vergangenen Jahren sei einiges erreicht worden: die Sperrungen der Seestraße vor dem Goethegymnasium, der Karlstraße ab der Mensa, der Alleenstraße neben dem Schillergymnasium. Besucher von auswärts würden diesen großen von Autos befreiten Bereich bewundern und die Stadt dafür auch beneiden. Fünf Schulen, Schwimmbad, Sportstätten, Mensa für 4000 Kinder und Jugendliche in so zentraler Lage am Bahnhof. Mit übergreifender Schulsozialarbeit.

Damit ist aber noch nicht genug. Die Arge strebt an, die Autos vollends aus der Karlstraße in Richtung Leonberger Straße zu verbannen und den kleinen Platz an der Verlängerung der Seestraße gegenüber vom Hallenbad dem Campusgelände zuzurechnen und zu gestalten. „Das würde das Gebiet abrunden“, meint Medinger. Gerade aber würden sich in dem Bereich auch aus Richtung der Eckstraße vom Karlsplatz kommend die Elterntaxis zu Schulbeginn und zum Unterrichtsende teilweise bis zur Stuttgarter Straße hinaus stauen.

Gute Nachrichten hatten der städtische Abteilungsleiter für die Schulen, Daniel Wittmann, und Renate Schmetz, Fachbereichsleiterin für Bildung und Familie im Gepäck. Trotz harten Sparkurses der Stadt würden Jugendtreff und Radwerkstatt in den noch ungenutzten Räumen der früheren Sauna des Stadtbads weiter auf der Agenda stehen.

Im Zuge des Radschnellwegs Richtung Waiblingen sei auch die komplette Verkehrsberuhigung der Alleenstraße für den Autoverkehr bis zum Bahnhof in Sicht, so Wittmann. Gerade würden Fachleute an unterschiedlichen Lösungen arbeiten, wie die Querung über die Stuttgarter Straße beim Forum verbessert und sicherer gemacht werden könne. Hier wird als Zwischenlösung eine größere Aufstellfläche für Radler vorgeschlagen. „Es wird die wichtigste Radverkehrsachse der Stadt werden.“

Außerdem würden in den nächsten Tagen die ersehnten Leihgeräte ausgeliefert. 1200 Tablets und 350 Laptops könnten dann an die Ludwigsburger Schulen verteilt werden. Auch die meisten Lehrer würden in den nächsten sechs Monaten mit Dienstrechnern ausgestattet. „Nicht alle“, so Wittmann, „aber 80 bis 90 Prozent“.

Eine klare Absage gab es für gesponserte, private elektrische Raumlufterfrischer in den Schulräumen. Das käme nur Kindern mit wohlhabenden Eltern zugute, erklärt Schmetz. „Wir wollen an unseren Schulen keine Zweiklassen-Gesellschaft.“ Maskentragen auch im Unterricht, Stoßlüften alle 20 Minuten und während der Pausen seien zu Covidzeiten ausreichend. So lauteten auch die Vorgaben der Landesbehörden. „Es ist der Spaß am Tun“, sagte Medinger zur Motivation, sich ehrenamtlich in der Arge zu engagieren. Schulleiter, Elternvertreter und Schulsprecher würden sich regelmäßig zu Themen, die den größten Campus der Stadt betreffen, zusammensetzen, um ihn weiterzuentwickeln. Gegenseitig lobten die Vertreter der Stadt und der Arge den konstruktiven und von Respekt getragenen Austausch. Auch wenn man nicht immer einer Meinung sei.

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