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E-Carsharing: Die Mobilität wird grüner

Carsharing ist an sich schon umweltfreundlich, weil sich viele Menschen ein Auto teilen. In Murr wird diese Mobilitätsform jetzt noch ökologischer: Ab sofort kann man sich dort ein Elektroauto stunden- oder tageweise ausleihen.

Strom getankt und los geht‘s: Pia Epple von Deer (links), ihre Kollegin Ellen Schuler und Bürgermeister Torsten Bartzsch am Standort des Elektroautos an der Ecke Hindenburgstraße/Mühlgasse. Foto: Ramona Theiss
Strom getankt und los geht‘s: Pia Epple von Deer (links), ihre Kollegin Ellen Schuler und Bürgermeister Torsten Bartzsch am Standort des Elektroautos an der Ecke Hindenburgstraße/Mühlgasse. Foto: Ramona Theiss

Murr. Ende November 2020 hatte der Gemeinderat beschlossen, dieses Angebot der Firma Deer, einem Ableger der Stadtwerke Calw, anzunehmen. Der Vereinbarung entsprechend hat die Gemeinde dafür gesorgt, dass an der Ecke Hindenburgstraße/Mühlgasse (neben Sport Schwab) eine Ladesäule aufgestellt und ein Parkplatz für das E-Auto ausgewiesen wird. Auf dem zweiten nun für Elektroautos reservierten Platz daneben können Privatleute ihren Wagen mit Strom versorgen.

Verleih, Buchung, Wartung und alle weiteren Serviceleistungen übernimmt Deer. Deren Schwesterunternehmen, die Schwarzwald Energy, liefert zudem Ökostrom aus 100 Prozent Wasserkraft. Der Vertrag zwischen der Gemeinde und Deer läuft erst einmal über sechs Jahre, so konnte die Kommune einen Landeszuschuss für die Ladeinfrastruktur beantragten und hat laut Bürgermeister Torsten Bartzsch auch 5000 Euro und somit knapp die Hälfte der Kosten erhalten.

„Wir schaffen hier ein nachhaltiges Mobilitätsangebot und vielleicht auch die Motivation, auf ein eigenes Auto zu verzichten“, sagt Bartzsch. Der Standplatz für das Leihauto sei bewusst zentral im Ort gewählt worden, nur einen Steinwurf entfernt befindet sich zum Beispiel eine Bushaltestelle.

Wie Pia Epple von Deer erklärt, halte das Unternehmen die Buchung der Autos „bewusst transparent und einfach“: Die Registrierung über die „deer ecarsharing“-App oder das Buchungsportal www.deer-carsharing.de/registrieren ist mittlerweile kostenlos, die Kunden können zwischen einem Stunden-, einem Tages- und einem Wochenendtarif wählen. Die Bedienung des Fahrzeugs läuft anschließend über die App.

Was für viele Kunden ein entscheidender Aspekt sein dürfte: Es sind auch Einwegfahrten möglich, das heißt, die Autos müssen nicht wieder zur Ausleihstation zurück, sondern können an einem der rund 150 Deer-Standorte im Land abgegeben werden. Es könne deshalb passieren, so Pia Epple, dass in Murr, wo bis auf Weiteres nur ein Auto stationiert wird, kurzzeitig kein Fahrzeug verfügbar sein, erfahrungsgemäß spiele sich das aber ein „oder unsere Disponenten sorgen dafür, dass möglichst rasch ein anderes Auto an den Standort kommt“.

Deer legt einen Schwerpunkt seiner Aktivitäten auf den Ausbau seines E-Carsharing-Netzes im ländlichen Raum, hat aber mittlerweile auch Standorte in Stuttgart – auch am Flughafen – in Karlsruhe und Heidelberg. Mehr Mobilität mit weniger Fahrzeugen, das sei eine der Herausforderungen der Verkehrs- und Klimawende. Im Bottwartal gibt die Gemeinde Murr den Vorreiter in Sachen E-Carsharing, in Löchgau hat Deer erst vor Kurzem eine Station eröffnet. Für weitere Kooperationen ist das Unternehmen offen, „je dichter das Netz, desto attraktiver“, sagt Pia Epple.

Dass das Tochterunternehmen der Stadtwerke Calw nur Elektroautos im Verleih hat, war laut Bürgermeister Torsten Bartzsch einer der Punkte, der den Gemeinderat überzeugt hat. Der Schultes geht jedenfalls mit gutem Beispiel voran und hat sich den Renault Zoe schon mal für eine Probefahrt gebucht. Das Auto soll übrigens in Kürze durch einen VW ID.3 ersetzt werden.

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