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Ein Bauprojekt, das nicht allen passt

Erste Schritte für Bebauungsplan für sieben Mehrfamilienhäuser – Kritik an Gebäudehöhe und Parkplatzsituation

An der Ortseinfahrt von Möglingen kommend soll gebaut werden.
An der Ortseinfahrt von Möglingen kommend soll gebaut werden.

Asperg. Die Stadt wächst und wächst und wächst. Deshalb beschäftigten auch in der letzten Sitzung vor der Weihnachtspause den Gemeinderat wieder zahlreiche Bausachen – häufig nur eine Formalie. Doch manche der Projekte, mit denen der immense Hunger nach Eigentums- und Mietwohnungen in der Region gestillt werden soll, stoßen nicht gerade auf allzu große Gegenliebe.

So etwa das größte Projekt, mit dem sich der Gemeinderat befasste: die Aufstellung eines Bebauungsplans. In der Nähe des Möglinger Kreisels, an einem der Ortseingänge, will die BSS Baupartner insgesamt sieben Mehrfamilienhäuser mit 78 Wohnungen zwischen 30 und 95 Quadratmetern bauen. Das 0,7 Hektar große und derzeit brachliegende Areal „Überrück“ liegt zwischen der Oskar-Schlemmer- und der Möglinger Straße. Die 1,25 Stellplätze pro Wohneinheit werden in einer zentralen Tiefgarage untergebracht. „Das Projekt passt sich ideal in die Umgebungsbebauung ein“, meinte Bürgermeister Christian Eiberger in der Sitzung. Und der Nachbarschaft werde die Sonne nicht genommen, entgegnete er entsprechender Kritik.

Das Vorhaben mit drei Etagen und einem zurückgesetzten Dachgeschoss mit einer Gesamthöhe von zwölf Metern ist den Freien Wählern Melanie Weißert und Martin Rost jedoch zu wuchtig. Auch der Abstand zum Gehweg ist ihnen mit 50 Zentimetern zu gering. Ihre Bedenken wurden bei der Abstimmung nicht gehört – so wie sich auch einige Anwohner übergangen fühlten und das nach der Sitzung in einer Mail an Eiberger kritisierten.

Zu groß, zu viel Verkehr

Doch der Bürgermeister wies in seiner Antwort darauf hin, dass sich das Verfahren erst am Anfang befinde, man könne sich sehr gerne noch einbringen – und verwahrte sich gegen die Vorwürfe, dass der Gemeinderat und er die Folgen der Entscheidung auf die Anwohner abwälzten, getreu dem Motto „nach mir die Sintflut“. Stadtplanung berücksichtige nicht nur die Belange der Anwohner, sondern auch anderer Bürger – oder Interessenten, weshalb nun doppelt so viele Wohneinheiten geplant sind wie 2012 mal vorgesehen, um der Nachfrage entgegenzukommen.

Konkret moniert worden war neben der Gebäudehöhe und Verschattung der Nachbarn unter anderem die Stellplatzzahl. Die aber liege höher als vorgeschrieben, so Eiberger, der sich zuversichtlich zeigte, dass das ausreiche. Das gilt ebenso mit Blick auf die Infrastruktur mit Kinderbetreuungsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten oder Ärzten. Zuletzt habe es einige Entscheidungen für jeweilige Ausbauten gegeben, so Eiberger. „Der Hinweis, der Kindergarten im Grafenbühl würde erweitert, ist purer Hohn. Das ist am anderen Ende der Stadt“, sagte dazu aber eine der Anwohnerinnen als Reaktion auf die Mail. Sie stört sich auch an der Antwort eines Ratsmitglieds, wonach sich die Anwohner bei der erwarteten Parkplatznot unter anderem in einer der neuen Tiefgaragen einmieten könnten.

58 Wohnungen zusätzlich

Unumstrittener sind dagegen offenbar die zwei anderen Projekte, um die es in der Sitzung kurz vor Weihnachten ging: In der Eglosheimer Straße, direkt an der Streicherkreuzung, werden ältere Gebäude abgerissen. Auf den Grundstücken beabsichtigt die Layher Wohnbau, ein Mehrfamilienhaus mit 24 Zwei- und Dreizimmerwohnungen zu errichten. Dafür werden 30 Tiefgaragenplätze geschaffen. Das Gebäude wird gestaffelt drei und fünf Stockwerke haben. Drei mehrstöckige Gebäude mit 34 Ein- bis Vierzimmerwohnungen und vier Reihenhäuser sind von der Bietigheimer Wohnbau in der Lehenstraße und Bahnhofstraße geplant.

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