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Ein Tag Freibad ist wie Urlaub

Wo ist der beste Schattenplatz fürs Auto? Was hat es mit den Silikonbändchen auf sich? Und wie hat die Bezahlung des Tickets funktioniert? Die kleinen Probleme am Rande können die Freude nicht trüben: Endlich ist das Mineralfreibad wieder geöffnet.

Bürgermeister Markus Kleemann fühlt sich im Freibad fast wie im Urlaub – wenn er nicht einen Anzug anhätte.Fotos: Andreas Becker
Bürgermeister Markus Kleemann fühlt sich im Freibad fast wie im Urlaub – wenn er nicht einen Anzug anhätte. Foto: Andreas Becker
Um 9 Uhr zur Öffnung ist die Warteschlange entsprechend lang.
Um 9 Uhr zur Öffnung ist die Warteschlange entsprechend lang.

Oberstenfeld/Steinheim. „Wie herrlich“ seufzt eine ältere Dame und gleitet auf dem Rücken durchs Wasser. Wie so viele andere freut sie sich einfach nur darüber, dass das Mineralfreibad Oberes Bottwartal diese Saison wieder geöffnet ist. „Es ist wunderbar, uns hat der Sport, das Schwimmen, unser Aquajogging, gefehlt. Wir haben es sehr bedauert, dass letztes Jahr zu war“, sagt eine Dame aus Klein-Aspach. Auch ein Ehepaar aus Rielingshausen ist Fan des Oberstenfelder Bades: „Die Palmen am Becken sind toll, die Sitzstufen und die Rutschen“, sagen sie. Bei ihnen funktionierte das Bezahlsystem gut, sie würden sich nur eine Dauerkarte wünschen – am Besten eine, die auch für das Steinheimer Wellarium gilt.

Denn am Bezahlsystem hatte es Kritik gegeben. Warum man nicht mit Paypal bezahlen könne, hatte Peter Gruner von der Initiative Beilstein in der Gemeinderatssitzung wissen wollen. Man sei mit GiroPay und Klarna gestartet, informiert der Oberstenfelder Bürgermeister Markus Kleemann. Mit dem Online-Buchungssystem habe es gewisse Startschwierigkeiten gegeben, diese werden aber nun nach und nach behoben. Zudem sei man dran, die Bezahlung mit Kreditkarte zu prüfen. Paypal habe hohe Gebühren, so Kleemann.

Dies bestätigt auch Torsten Bartzsch, Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbandes Steinheim-Murr. Man sei dran, eine Bezahlung mit Kreditkarte zu prüfen. Das Wellarium hatte vergangenes Jahr schon zu Coronabedingungen geöffnet und zur Bezahlung ein Lastschriftverfahren angeboten. Dieses war sehr beliebt und wurde jetzt zur Saisoneröffnung vermisst. „Wir haben darauf verzichtet, weil es kein sicheres Bezahlsystem ist“, erklärt Bartzsch. Einige Konten seien nicht gedeckt gewesen, man sei auf den Kosten sitzengeblieben, wegen vier Euro starte man kein Mahnverfahren. „Besonders ärgerlich war, dass Einige das mehrfach gemacht haben, nachdem sie das gemerkt haben“, so Bartzsch. Deshalb biete man derzeit nur Kreditkarte und „paydirekt“ für die Bezahlung an. Man prüfe aber auch die Systeme giropay, paypal und Klarna.

Abgesehen von den Startschwierigkeiten hätte die Saison nicht besser beginnen können. Bei strahlendem Wetter strömten die Besucher, vor allem die Nachmittage waren in beiden Bädern ausgebucht. „Ein Tag im Freibad ist wie Urlaub“, betont auch Markus Kleemann. Gerade jetzt in Corona-Zeiten bedeute das Freibad ein Stück Normalität – für die Jugendlichen, die wieder etwas zusammen machen können, und für die Senioren zum Schwimmen für die Gesundheit. Während in Steinheim derzeit 1095 Besucher pro Schicht ins Freibad dürfen, sind es in Oberstenfeld 700 – 100 ins Schwimmerbecken, 200 ins Nicht-Schwimmer und 25 ins Kinderbecken. Um die Zahl kontrollieren zu können, muss man sich ein farbiges Silikonbändchen übers Handgelenk streifen, sobald man ins Becken geht. „Wir wollen erst einmal beobachten, wie es läuft, eventuell erhöhen wir die Besucherzahl. Wir wollten nicht, dass es zu Verärgerung kommt, weil man nichts ins Wasser kommt“, so Kleemann. Die Besucher können sich zudem über neue Beläge auf zwei Rutschen freuen, über neu bespannte Sonnenschirme und auch über den Biergarten am Kiosk, der allerdings nicht so lange wie letztes Jahr geöffnet ist. Da man Kiosk und Becken nicht abtrennen kann, muss immer ein Bademeister da sein. Deshalb ist nur bis 21 Uhr geöffnet, die Becken werden um 20 Uhr geschlossen.

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