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Ein unermüdlicher Brückenbauer der Städtepartnerschaft

Stadt bedankt sich mit der Ehrenmedaille bei Pierre Beaudran, dem ehemaligen Bürgermeister von Mirande

Für Pierre Beaudran (links) und Bürgermeister Joachim Wolf ist die Städtepartnerschaft zwischen Mirande und Korntal-Münchingen eine Herzensangelegenheit. Über die Jahre ist eine Freundschaft zwischen beiden entstanden. Foto: Ramona Theiss
Für Pierre Beaudran (links) und Bürgermeister Joachim Wolf ist die Städtepartnerschaft zwischen Mirande und Korntal-Münchingen eine Herzensangelegenheit. Über die Jahre ist eine Freundschaft zwischen beiden entstanden. Foto: Ramona Theiss

Korntal-Münchingen. Pierre Beaudran pflegte als Bürgermeister von Mirande intensiv Kontakt zur Partnerstadt Korntal-Münchingen. Als Zeichen der Wertschätzung von Beaudrans jahrzehntelangem Engagement verlieh Bürgermeister Joachim Wolf dem Pensionär die Ehrenmedaille der Stadt Korntal-Münchingen.

Zum ersten Mal wurde einem Bürgermeister einer Partnerstadt diese Ehre zuteil. Dass hier mehr als nur offizielle Städtepartnerschaftspflege betrieben wurde, spürten die Anwesenden im Widdumhof besonders bei der Verleihung der Medaille: Pierre Beaudran und seine Frau Liliane umarmten Joachim Wolf wie einen alten Freund.

„Täglich miteinander arbeiten“

Der Beschluss des Gemeinderats war bereits 2020 erfolgt – ohne Wenn und Aber einstimmig –, doch konnte die Ehrung wegen der Pandemie erst jetzt stattfinden. Überhaupt war es die erste Zusammenkunft seit Corona. Neben Delegationen aus Mirande und der belgischen Stadt Tubize hatte sich zudem spontan Besuch aus Italien angekündigt: aus Tubizes Partnerstadt Scandiano, mit der laut Wolf ebenfalls schon länger Kontakt besteht.

In seiner Laudatio unterstrich Joachim Wolf den Wert der Demokratie: Für sie müsse man „Tag für Tag miteinander arbeiten“. Pierre Beaudran sei so einer, der sein Leben lang für die Einheit Europas gearbeitet habe. Man verleihe ihm die Ehrenmedaille „als Zeichen höchster Wertschätzung und großer Dankbarkeit für ein außergewöhnliches Engagement“. Wolf berichtete über die ersten Schritte zur Partnerschaft, die 1964 besiegelt wurde, und über die 1966 entstandene Ringpartnerschaft mit Tubize unter dem Motto: „Für eine glückliche Jugend in einem vereinten Europa“. Er erwähnte aber auch sein Unbehagen einst, da er Latein als zweite Fremdsprache gelernt habe. „Sie können sich kaum vorstellen, meine Damen und Herren, wie überrascht und erleichtert ich dann war, mit welcher Offenheit und Warmherzigkeit ich ohne jedes Zögern im Kreise meiner beiden Bürgermeisterkollegen aufgenommen wurde“. Darum wolle er den Beaudrans auch ganz persönlich für ihre Freundschaft und Geduld danken. 31 Jahre habe Pierre Beaudran die Städtepartnerschaft geprägt. 1996 wurde ihm für seine Verdienste die europäische Plakette verliehen. „Jetzt ist der Moment gekommen, in dem sich Korntal-Münchingen für all diese Bemühungen um die Städtepartnerschaft herzlich bedanken kann.“

Der Mut, an eine neue Welt zu glauben

Pierre Beaudran reiste in Gedanken zurück in seine Kindheit, als sein Vater André Beaudran, „ein überzeugter Europäer der ersten Stunde“, ihn mitnahm nach Korntal – eine Reise, die ihn sehr beeindruckt habe. Auch habe er schon den historischen Charakter dieser ersten Begegnung gespürt. Wie Wolf dankte er seinem Korntaler Kollegen und dessen Frau Andrea für ihre Freundschaft. Für die Zukunft wünschte er den Partnerstädten, dass sie nach Lösungen suchen, um die Städtepartnerschaft aufrecht zu erhalten und das Andenken an jene zu bewahren, die mit Mut an eine neue Welt glaubten. „Ich bin bereit, weiterhin aktiv dazu beizutragen“, sagte Beaudran.

Michel Januth lobte als Bürgermeister von Tubize und Präsident des Partnerschaftskomitees Beaudrans „unglaubliche Investition in die Entwicklung unserer Partnerschaften“. Auch Januth hat die Partnerschaft mit Korntal-Münchingen quasi von seinem Vater geerbt, auch er war einer der Initiatoren. Darum sei die Städtepartnerschaft „vor allem eine lange Geschichte der Freundschaft und auch der Familie“. Ein Hoch auf die Freundschaft sprach auch Dominique Dubosq in Vertretung von Mirandes Bürgermeister Patrick Fanton. Die Verbindung habe Grenzen verschwinden lassen, „zutiefst menschliche Beziehungen geschaffen und junge Menschen zusammengeführt“.

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