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Eine Frage des Platzes

Urlauben mit dem Wohnmobil hat in den vergangenen Jahren einen enormen Zulauf erfahren. Coronabedingt haben 2020 noch mehr Menschen Ferien im rollenden Zuhause gemacht. Dementsprechend voll waren landauf, landab die Stellplätze. In Besigheim gibt es erste Überlegungen, das Areal beim Minigolfplatz zu erweitern.

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Besigheim. Eine Kette versperrt den Weg zum Besigheimer Wohnmobilstellplatz. Auch wenn der Schnee jetzt langsam taut, so werden dort vorerst keine Wagen abgestellt, das lässt die aktuelle Coronaverordnung nicht zu. Doch irgendwann, so viel ist sicher, können die Menschen wieder mit ihren Wohnmobilen durchs Land reisen. Es ist nicht nur die Ferienzeit, die für volle Wohnmobilstellplätze sorgt. Es genügt auch schon ein Wochenende mit Sonnenschein, um für einen Ansturm zu sorgen. „Dann ist der Platz recht gut besucht, wenn nicht gar aus- beziehungsweise überlastet“, sagte Besigheims Kämmerer Roland Hauber während der Haushaltsberatungen im Gemeinderat. Da kann es durchaus vorkommen, dass sich eine Warteschlange bildet, um einen der 16 Stellplätze unweit der Altstadt zu bekommen. Deswegen tauchen im Haushaltsplan 180000 Euro auf, die 2022 für eine mögliche Erweiterung des Areals in Richtung Minigolfplatz vorgesehen sind. Doch beschlossen ist die Vergrößerung damit noch lange nicht.

„Die Erweiterung ist noch nicht spruchreif“, betonte Bürgermeister Steffen Bühler. Allerdings habe sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass der Stellplatz zu klein sei. Und auch bei der Versorgung vor Ort gibt es Nachholbedarf. So wären laut Hauber etwa ein Sanitärgebäude oder weitere Versorgungseinrichtungen denkbar. Stadtrat Hansjörg Kollar (BMU) kam in diesem Zusammenhang auf den Satellitenempfang für die Wohnmobilisten zu sprechen – „der ist sehr schlecht“. Auch das wäre etwas, das im Zuge einer Erweiterung angegangen werden könnte.

An den Stellplatz grenzt die Minigolfanlage. Der Vertrag mit dem Pächter ist beendet. Welche Auswirkungen die Vergrößerung des Wohnmobilstellplatzes auf die Minigolfanlage hätte, werden die Planungen zeigen: Muss sie verkleinert werden? Fällt sie ganz weg? Darüber wird der Gemeinderat zu gegebener Zeit noch entscheiden müssen. Auch darüber, ob eine Erweiterung in mehreren Schritten, über einige Jahre verteilt, angegangen werden soll oder doch lieber in einem Rutsch.

Eine nicht unwesentliche Rolle bei den Überlegungen werden die Finanzen spielen. Die Stadt plant für die Erweiterung mit einem 60000-Euro-Zuschuss vom Land. „Wenn es keine Förderung gibt, kann ich mir eine Erweiterung in den nächsten Jahren nicht vorstellen. Ich denke, ohne diese Bezuschussung wird es nicht gehen“, sagte Bürgermeister Bühler.

Deswegen soll beim baden-württembergischen Tourismusminister Guido Wolf (CDU) mal vorgefühlt werden. Die passende Gelegenheit hierfür hat sich Bühler schon überlegt: Der Minister soll, wenn es die Pandemie zulässt, zur Eröffnung des Wein-Dokumentationspavillons an der Himmelsleiter im Niedernberg eingeladen werden. Für dessen Bau hatte es ebenfalls eine Förderung gegeben.

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