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Eine komplette Stunde Dreharbeit für zwei Einstellungen

Amateurfilmer hoffen beim regionalen Wettbewerb auf eine Empfehlung für das 83. Landesfilmfestival bei den Filmtagen unter der Teck

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Amateurfilmer trafen sich am Wochenende in Freiberg. Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Bei einer Schau im Musiksaal der Freiberger Flattichschule zeigten am Samstag nicht kommerzielle Filmemacher aus dem Regionalgebiet „Unterer Neckar“ ihre Kurzstreifen. Die Jury bewertete 14 Filme, von denen die besten für den Landeswettbewerb am 10. und 11. März in Dettingen unter der Teck empfohlen werden.

Ausrichter des Regionalwettbewerbs unter der Leitung des Regionalleiters, Klaus Menzer, war der Film-, Foto- und Videoclub Freiberg. Dabei waren auch der Ludwigsburger Filmclub, die Kornwestheimer Filmamateure, der Filmclub Heilbronn und der Filmclub Hohenlohe als fünf von 150 Clubs im Bundesverband deutscher Filmautoren.

Die 14 Filme wurden in Blöcken gezeigt und von der Jury vor den Zuschauern besprochen. Dabei kamen schon mal konträre Meinungen unter den Juroren auf. Dabei handelte es sich um Lutz Schulze, Juryleiter und Jurybeauftragter des Landesverbandes der Filmautoren Baden-Württemberg aus Weilheim, Bergit Bergmann vom Filmclub Offenburg aus Berghaupten am Rhein, den Jugendreferenten des Landesverbandes, Wolfgang Görner aus Bietigheim, Dr. Volker Bürkle vom Filmclub Teck aus Dürrnau bei Göppingen und den Remsecker Manfred Autenrieth vom Filmclub Ludwigsburg.

Als Anerkennung für ihre Arbeit bekamen die Hobbyfilmer Urkunden. Viel wichtiger war ihnen aber, von der Jury fürs Landesfilmfestival empfohlen zu werden und Tipps zu bekommen, wie sie ihre Kurzfilme bis dahin noch nachbessern können. Am Samstag wurden auch Empfehlungen zur Videografika am 3. und 4. November in Untermarchtal ausgesprochen.

Inhaltlich waren die meisten der in Freiberg vorgestellten Filme Dokumantationen und Reiseberichte. Frank Lauter vom Filmclub Hohenlohe zeigte zum Beispiel seine Doku „Braunsbach – Leben nach der Flut“ in Form einer Reportage. „Wenn Märchen wahr würden, sollte man besser noch einen Wunsch offen haben“, lautet das Fazit eines Films aus dem Genre „Fiction“ von Jürgen Ramoth, Mitglied im Bundesverband deutscher Filmautoren. Ramoth war über zehn Jahre lang Leiter der Video-AG an der Oscar-Paret-Schule Freiberg. In seinem Märchen-Spielfilm mit dem Titel „Jessica“ spielen die ehemaligen Schülerinnen der Oscar-Paret-Schule, Anika Gräwer und Jana Entenmann, die Hauptrollen. Entenmann hat dem Freiberger Filmemacher auch beim Schnitt geholfen. Außerdem ist in „Jessica“ der Profi-Schauspieler Franz Hofmann als Bösewicht vertreten. Er hat nach Informationen von Jürgen Ramoth bei dieser Produktion auf sein Honorar verzichtet.

Jürgen Kröner vom Filmclub Hohenlohe ist einer, der seine Filme auf dem Motorrad dreht. Er sei einer der Stars aus dieser Szene, wie der Regionalleiter, Klaus Menzer, erklärte. Kröners Film „Jura mit dem Motorrad“ zeigt die Schönheit des Schweizer Jura-Gebirges aus einer ungewöhnlichen Perspektive auf. Kleine Kameras befestigt Kröner für seine sehr aufwendigen Dreharbeiten nicht nur am Motorradhelm und auf dem Kühler seiner BMW. Für zwei bis drei Einstellungen vergeht beim Dreh oftmals eine ganze Stunde.

Bei anderen Filmen ging es beispielsweise um die „Pistensicherung im Skigebiet“ und um die Römer-Ruinen in Trier. Manche der Amateurfilmer arbeiten zusätzlich mit dem Handy.

Klaus Rütters vom Filmclub Heilbronn stach aus der Themenpalette mit seiner Doku „Deckel gegen Polio“ heraus, in der Gymnasiasten aus Speyer mit dem Sammeln von Kunststoffdeckeln eine Polio-Impfung für Afrika finanzieren. „Fünf vor Zwölf“ war es für Klaus Fritzsche vom AV Dialog mit einer Animation zu Wolle Kriwaneks Song „I muss die Stroßaboh no krieaga“.