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Klimafreundlich
Es wird grün in der Stadt

Ein üppig bepflanzter Balkon erfreut die Insekten-und Vogelwelt.
Ein üppig bepflanzter Balkon erfreut die Insekten-und Vogelwelt. Foto: pixabay
Nachhaltig wohnen: Mit grünen Dächern, Fassaden und insektenfreundlichen Balkonen lassen sich Lebensräume schaffen und das Stadtklima verbessern.

Es gibt viele Möglichkeiten, seine vier Wände grün zu gestalten und somit der Umwelt und den Tieren etwas Gutes zu tun. Hier gibt es einen Überblick:

Grüne Dächer - Ökologie trifft Architektur

Schon gewusst? Eine Dachbegrünung schafft nicht nur Lebensraum, sondern senkt gleichzeitig die Heizkosten. Gerade für die kälteren Monate ist das eine wichtige Information. Denn grüne Dächer speichern Regenwasser und geben es langsam wieder an die Umgebung ab. In anderen Ländern haben diese sogenannten „Grassodendächern“ schon längst Tradition: In Skandinavien oder Island zum Beispiel fügen sich diese Dächer harmonisch in das Stadtbild ein. Grüne Dächer können bis zu 80 Prozent speichern und wieder verdunsten lassen – das entlastet Kläranlagen und sorgt für ein ausgeglicheneres Klima. Darüber hinaus produzieren sie Sauerstoff, filtern die verschmutzte Luft, absorbieren die Strahlung und verbessern insgesamt das Klima. Sie dämpfen Lärm, wirken durch die Wärmedämmung temperaturausgleichend und schützen das Dach vor Witterungseinflüssen sowie mechanischem Verschleiß.

Wer ein Gründach plant, sollte sich vorher genau über die Standortbedingungen informieren. Laut NABU sollte man darauf achten, ob Statik, Entwässerung, der Brandschutz, An-und Abschlüsse sowie der Windsog in Ordnung sind. Die Stadt Ludwigsburg schreibt dazu: „Die Dachbegrünung besteht aus mehreren Schichten. Damit ein hochwertiges Gründach entstehen kann, sollte die gesamte Aufbauhöhe mindestens 12 cm betragen und chemisches Wurzelgift (Herbizid) darf nicht verwendet werden. Das Dachgrün ist leicht herzustellen und die Pflege ist minimal.“ Ein Architekt oder ein Dachdecker sollte hier auf jeden Fall hinzugezogen werden, um eine fundierte Einschätzung zu erhalten. Gerade bei Flachdächern sollte man die Belastung genau prüfen.

Grüne Fassaden und Balkonbepflanzung

Der Frühling startet so langsam richtig durch - und damit auch die Motivation, den Balkon und den Garten auf Vordermann zu bringen. Es ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch gut für die Tierwelt, wenn man seinen Balkon und seinen Garten wieder begrünt. Denn Fakt ist: Immer mehr Vögel und Insekten ziehen in den urbanen Raum. Das geschieht nicht ganz freiwillig, da der Lebensraum knapp wird, so der NABU. Die Bedingungen, in der Stadt zu leben, sind für Vögel nicht die besten. Aber man kann den Tierarten helfen: Indem man seine Balkone und auch Fensterbretter auf Vordermann bringt. Auch die Hauswand kann dabei eine Rolle spielen: Die Idee hinter der grünen Fassade ist nicht neu, sondern wurde bereits im Mittelalter angewendet: die abstrahlende Wärme der Mauern wurde beispielsweise zum Weinanbau genutzt. Heute in den Großstädten staut sich die Hitze vor allem im Sommer. Die Durchschnittstemperatur steigt, in den engen Straßen bilden sich Wärmeinseln und es findet weniger Luftaustausch statt. Die Fassaden, Straßen und Plätze heizen sich immer mehr auf und begünstigen die Erwärmung in der Innenstadt. Ein gutes Mittel, um dem entgegenzuwirken, sind Fassadenbegrünungen. Viele Städte sprechen hier auch schon von der „Grünen Architektur“.

Tiere in der Stadt - Zwischen Natur und Beton

Frecher Sperling oder flinke Meisen - die Stadt ist voll von tierischen Mitbewohnern. Viele Insekten benötigen neue Lebensräume. Wildbienen, Schwebfliegen und Co fliegen gerne mal hundert Meter weit für Nahrung. Um einen insektenfreundlichen Balkon zu gestalten, empfiehlt die NABU folgende Maßnahme:

Heimische Pflanzen an der Wand und im Kasten pflanzen: kein Raum ist zu klein, um Insekten oder Vögel zu helfen. Heimische Pflanzen wie Katzenminze, Atlasschwingel oder Thymian sind hitzeresistent. Kletter- oder Rankpflanzen benötigen nicht viel Raum und bieten einen passenden Unterschlupf. Blumenerde sollte ohne Torf und Gift auskommen. Gekaufte Blumenerde enthält oft Torf, was klimaschädlich ist, da für den Abbau Moore entwässert werden, wodurch gespeicherter Kohlenstoff als Co2 entweicht.

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