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Farbiges Ohr ist das Markenzeichen

Hasenparade: Chocolatier Dieter Broeckel bei der Produktion.Fotos: Alfred Drossel
Hasenparade: Chocolatier Dieter Broeckel bei der Produktion.Fotos: Alfred Drossel
Die Schokomasse läuft aus der Form.
Die Schokomasse läuft aus der Form.
Ostern ist nicht mehr weit, darum hat der Walheimer Chocolatier Dieter Broeckel in seiner Manufaktur „Bank of Chocolate“ mit der Produktion von Schokohasen begonnen. Sein Grundsatz dabei ist Klasse statt Masse. Erst wenn die Bestellungen eingegangen sind, beginnt er damit, die süßen Naschereien zu gießen. Sein Markenzeichen: der Hase mit dem andersfarbigen Ohr.

Walheim. Nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Süßwarenindustrie wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 214 Millionen Osterhasen produziert. Davon blieben etwa 107 Millionen im Inland. Der Rest werde ins Ausland exportiert, heißt es. Der Osterhase übertrumpfe dabei den Schoko-Nikolaus. Doch: Werden die Schokoladenfiguren nicht verkauft, werden sie wieder eingeschmolzen.

Dieses Schicksal erwartet die Schokohasen aus Walheim nicht, denn Dieter Broeckel fertigt nur so viele Leckereien, wie von seinen Kunden bestellt sind. Seine Hasen aus Vollmilchschokolade, aus weißer Schokolade und Zartbitterschmelz sind außerdem Nischenprodukte – neben der Pralinen- und Bruchschokoladenproduktion.

Der Weg zum süßen Langohr beginnt immer mit den Kakaobohnen, die geröstet, aufgebrochen und von den Schalen befreit sowie gemahlen werden. Die freigesetzte Kakaobutter schmilzt und verbindet die Bestandteile zu einer flüssigen Kakaomasse. Diese gewinnt Dieter Broeckel aus feinen Schoko-Chips. Dazu kommen Alpenmilch und zusätzliche Kakaobutter. Am Schluss ist die Masse glatt und gießfähig. Mit genau 28 Grad Celsius wird sie in die Gießform gebracht. In der Form, die kalt sein muss und deren Oberfläche nach jedem Gießvorgang neu poliert wird, setzt sich die Schokomasse Schicht für Schicht ab. Danach wird gekühlt. Das brauche seine Zeit, erläutert der Chocolatier. Deshalb ist die Osterhasenfertigung keine Massenproduktion.

Die Produkte von Chocolatier Dieter Broeckel sind mit Liebe, Lust und Leidenschaft gemacht

Auch für die Hasen gilt bei Dieter Broeckel, wie im Übrigen bei allen seinen Produkten, dass er voll dahintersteht. Das beginnt schon beim Namen seiner kleinen Einmann-Manufaktur: „Bank of Chocolate“. Zum einen deutet dieser auf den ursprünglichen Beruf des gebürtigen Kirchheimers hin. Er war 20 Jahre als Bankberater tätig und hat vor zehn Jahren den Sprung gewagt, seiner Leidenschaft nachzugehen und sich nach entsprechender Ausbildung und Testphase als Chocolatier selbstständig zu machen.

So wie im Bankwesen das magische Dreieck für Sicherheit, Liquidität und Rentabilität stehe, bedeute das magische gelbe Dreieck im Firmenlogo, das Geschäftspartner und Sioux-Marketingexperte Walter Fetzer entwickelt hat, Liebe, Lust und Leidenschaft, erklärt Broeckel. „Auf diesen drei Pfeilern steht die Produktphilosophie, denn jede einzelne Praline ist mit viel Liebe hergestellt. Sie soll Lust machen auf hochwertige Spezialitäten und spüren lassen, dass der Chocolatier mit Leidenschaft am Werk war“, sagt Walter Fetzer. Darüber hinaus stehe „Bank“ für etwas Wertvolles, wie Gold oder Wertpapiere. Und genau das sollen die Trüffel, Pralinen, die Bruchschokolade und jetzt die Osterhasen sein, die in der „Bank of Chocolate“ hergestellt werden.

Viele treue Kunden

Dieter Broeckel hat treue Kunden für seine Köstlichkeiten. Dazu gehören die Kirchheimer Obsthalle, der Unverpacktladen in Besigheim und die Bäckerei Stengel im Vorderhaus der Manufaktur. Den Onlineversand hat er aufgegeben. In den Wochen bis Ostern wird er rund 500 Osterhasen gießen – alle mit dem farbigen Ohr.

Der Walheimer Chocolatier ist neben seinem Beruf zweiter Vorsitzender des Erligheimer Vereins „Das Bricklebrit“. Broeckel ist zudem leidenschaftlicher Musikfreund, der für das Corona-Programm von Radio-Bricklebrit verschiedene Sendungen zusammengestellt und moderiert hat.