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Betreuung

Feuchte Kita wirft weiter Fragen auf

Nach einem Wasserschaden in der neuen Schwieberdinger Kita Pusteblume können Räume nach wie vor nicht genutzt werden. Welche Rolle spielt eine Quelle in der Nähe des Kelterplatzes?

Neue Schwieberdinger Kita Pusteblume: Zwei Gruppen können hier derzeit wegen eines Wasserschadens nicht betreut werden. Sie sind ausgelagert worden. Foto: Andreas Becker
Neue Schwieberdinger Kita Pusteblume: Zwei Gruppen können hier derzeit wegen eines Wasserschadens nicht betreut werden. Sie sind ausgelagert worden. Foto: Andreas Becker

Schwieberdingen. Oberhalb des Schwieberdinger Kelterplatzes, wo heute der neue Kindergarten Pusteblume steht, kam früher eine Quelle aus einer Baumwiese. Sie wurde gefasst, auf den Namen Kindlesbrunnen getauft und mit einer Leitung versehen. Der Brunnen versorgte fortan die Schwieberdinger Weinkelter, die Kirche oder das alte Rathaus am Schulberg. „Der direkte Weg war nur über den Kelterplatz möglich“, sagt Albert Gunzenhauser. Der Pensionär war mehr als 30 Jahre lang Wassermeister und damit für die Gewinnung, Aufbereitung und Speicherung des Schwieberdinger Wassers mitverantwortlich.

Als Gunzenhauser am vergangenen Samstag in unserer Zeitung liest, dass die erst im Dezember in Betrieb genommene Kita Pusteblume einen Wasserschaden und Schimmel in einigen Räumen zu beklagen hat, sagt der frühere Wassermeister: „Das erstaunt mich nicht.“ Der Verwaltung hält Gunzenhauser vor, dass sie vor dem Bau hätte erforschen müssen, ob der Kindlesbrunnen womöglich eine Gefahr für das Kitaprojekt sei. „Aber meine Meinung war nicht mehr gefragt.“

Der Schwieberdinger Bauamtsleiter Ulrich Wemmer sagte gestern auf Nachfrage: „Wir haben im Vorfeld Bohrungen machen lassen, sind aber nicht auf wasserführende Schichten an dieser Stelle gestoßen.“ Auch während der Bauphase seien keine Probleme aufgetreten. Wemmer vermutet, dass der Wasserschaden „indirekt mit Regenwasser zusammenhängt“.

Die neue Kita auf dem Platz der alten Kelter kann fast 150 Kinder aufnehmen. Von dem Schaden sind Gruppenräume, Nebenräume und Schlafräume von zwei Gruppen betroffen, die seit der Wiederaufnahme des Betriebs nach den Sommerschließzeiten nun in den Räumen des alten Kindergartens Oberer Schulberg betreut werden (wir berichteten).

Gunzenhauser ist nicht der Einzige in Schwieberdingen, der über den Wasserschaden nicht verwundert ist. „Es musste allen klar sein, dass es hier Grundwasser gibt“, sagte einer, der es wissen muss, schon vergangene Woche unserer Zeitung. Er verweist auf den Schwieberdinger Friedhof, der gegenüber der Kita liegt. Dort seien selbst nach 20 Jahren noch die Gesichter Verstorbener erkennbar gewesen – „weil sie im Wasser lagen“. Tatsächlich war der Bau des Kindergartens auch deshalb politisch umstritten.

Unterdessen geht die Ursachenforschung in der Pusteblume weiter. Der Wasserschaden hält mehrere Fachfirmen und einen Gutachter der Gemeindeversicherung auf Trab. Im Flur der Kita ist eine Zwischenwand eingezogen worden, die den betroffenen Abschnitt von der übrigen Einrichtung trennt. Im Hof steht ein Treppenturm mit Aufzug. Das ausgebaute Material wird laut der Verwaltung so in Container verladen. Auch spätere Instandsetzungen könnten über den Turm abgewickelt werden. Doch daran ist erst zu denken, wenn der Grund für den Wasserschaden feststeht.

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