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Finanzielle Kehrtwende geschafft

Seit dem Schuljahr 2011/12 gibt es das Programm Musikimpulse.

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Die Blockflöte ist für viele Kinder das Einsteiger-Instrument. Foto: Archivfoto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Das Ziel: Jedem Kind soll unabhängig von der sozialen und finanziellen Lage der Eltern eine vierjährige musikalische Frühförderung in Kindergarten und Grundschule ermöglicht werden. 1438 Kinder nehmen aktuell an dem Programm teil, so Schützer. Für neun Euro im Monat erhalten die Kinder gruppenweise eine musikalische Früherziehung. Das Angebot wird in Zusammenarbeit mit dem Stadtverband der Gesang- und Musikvereine durchgeführt.

 

Bilanz kommt im Gemeinderat an

Bei den Stadträten kam diese Bilanz gut an. Elke Kreiser (CDU) freut sich, „dass wir so vielen Kindern das ermöglichen können“. Michael Vierling (Grüne) nannte die Musikimpulse eine „Erfolgsgeschichte“.

 

Die Bildungspartnerschaft mit Kindergärten und Grundschulen ist eine wichtige Säule geworden, sagt die Leiterin der Jugendmusikschule (JMS). „Wir wollen Erzieherinnen und Lehrer mehr ins Boot holen.“ Deshalb gebe es ab dem neuen Schuljahr ein Fortbildungsangebot, um die Pädagogen zu Multiplikatoren zu machen.

 

Die Ganztagsbetreuung an Schulen erschwert der Jugendmusikschule die Arbeit. „Viele Kurse können erst am späten Nachmittag beginnen, weil die Schüler vorher noch keine Zeit haben“, sagt Schützer. Deshalb setzt die JMS verstärkt auf Kooperation. Mit der Gemeinschaftsschule sei man bereits eine Partnerschaft eingegangen. Hier haben die Schüler die Möglichkeit, im sogenannten Mittagsband Unterricht an der Jugendmusikschule zu nehmen. Auch mit der Elly-Heuss-Knapp-Realschule werde eine solche Partnerschaft diskutiert.

 

Als „Kernbereich“ bezeichnet die JMS den regulären Instrumentalunterricht in den eigenen Räumen. Dieser verzeichne einen „leichten Schülerrückgang“, den Schützer auf den Ausbau des Ganztagsbetriebs in den Schulen zurückführt. Die Stundenplanung werde zunehmend schwierig.

 

Neben einer guten Koordination des Kernbereichs mit dem Schulbetrieb sieht die Leiterin der Jugendmusikschule vor allem ein Hauptthema: „Wir müssen über Ermäßigungen nachdenken.“ Eine bezahlbare und sozialverträgliche Zugänglichkeit sei wichtig. Die bereits erfolgte Etablierung einer Talent- und Begabtenförderung ginge in die richtige Richtung.

 

„Sehr erfolgreiches Jahr“

„Wirtschaftlich war das Jahr 2015 für die Jugendmusikschule sehr erfolgreich“, sagt Schützer. Der dynamische Zuschuss der Stadt habe zur finanziellen Stabilität beigetragen. Mit 67 800 Euro war das Jahresergebnis positiv. Damit hat sich die finanzielle Situation der JMS grundlegend geändert. Noch 2014 verzeichnete sie ein Minus von 41 000 Euro. Vier Jahre zuvor betrug das Minus 58 000 Euro, die Jugendmusikschule hatte enorme Geldsorgen. Die Kehrtwende ist also offenbar geschafft. Positiv auf die Haushaltslage wirkt sich auch das gezielte Spendensammeln aus. So hat laut Schützer die Porsche AG eine Spende über 20 000 Euro für die Musikimpulse übergeben. „Das Fundraising wollen wir weiter ausbauen“, so Schützer. Von der Stadt erhielt die Jugendmusikschule einen Zuschuss in Höhe von 792 800 Euro.

 

Es ist ein Instrument, das man nicht sehen, aber hören kann: die Stimme. Die Jugendmusikschule will sich dieser ganz besonders widmen und arbeitet am Aufbau eines Gesangsbereichs. Treibende Kraft dahinter ist nicht zuletzt Schulleiterin Christiane Schützer, die selbst unter anderem Gesang studiert hat. Die Friedensschule startet im Herbst als „Singende Grundschule“. Einmal wöchentlich wird eine Gesangslehrkraft der Jugendmusikschule einen Vormittag lang unterrichten. „Stage Time“ beginnt als Bühnenausbildung mit Gesang, Schauspiel und Tanz in Zusammenarbeit mit der Kunstschule Labyrinth.