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Flüchtlingskinder freuen sich über Geschenke

Auch die Flüchtlingskinder sollen Weihnachten nicht leer ausgehen, sondern alle Jungen und Mädchen ein Geschenk erhalten. Das hat sich eine Besigheimer Familie vorgenommen. Und weil Christkind und Weihnachtsmann nur zu den Kindern kommen, deren Eltern über entsprechende finanzielle Mittel verfügen, hat sie kurzerhand selbst Geschenke für die 43 in Besigheim lebenden Flüchtlingskinder gekauft.

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Für jedes Flüchtlingskind gibt es dank einer Spende ein Puzzle oder Gesellschaftsspiel. Foto: Foto: Alfred Drossel
Ludwigsburg. Für den Freundeskreis Asyl war diese großzügige Geste der Anstoß, eine kleine Weihnachtsfeier in der Asylbewerberunterkunft am Wasen zu veranstalten. Im Gemeinschaftsraum eines der Häuser drängelten sich Kinder und Erwachsene, Flüchtlinge und Ehrenamtliche des Freundeskreises. Lutz Althöfer, der gemeinsam mit Gerlinde Tempel und Norbert Langer das Führungsteam des Freundeskreises bildet, hatte sein Akkordeon mitgebracht. Strahlend sangen auch die Flüchtlinge mit, vor allem die Schüler verfügten schon über ein beeindruckendes Liedrepertoire. Als Althöfer zu Gutsle und Kinderpunsch übergehen wollte, wünschte sich ein Flüchtlingsmädchen als weiteres Lied „O Tannenbaum“. Zwar stand der Text nicht auf dem ausgeteilten Liedblatt, doch das war für Althöfer kein Problem. Allerdings bemerkte das Mädchen anschließend: „Du hast bei der zweiten Strophe noch mal den Text von der ersten gesungen.“ Und schon folgte als nächster Wunsch „Kling, Glöckchen klingelingeling“ und dann „Stille Nacht“ und „Alle Jahre wieder“.

Schließlich durfte Lutz Althöfer das Akkordeon aus der Hand legen. Nach einer kleinen Stärkung fand die Bescherung statt. Jedes Kind bekam ein hübsch verpacktes Geschenk, das ein Puzzle oder ein Gesellschaftsspiel enthielt. Die Freude war groß, zumal die Ehrenamtlichen anschließend mit den Kindern spielten.

Die kleine Feier diente auch als Jahresabschluss des Projekts „Deutsch am Nachmittag“, das nach den Sommerferien gestartet und bereits eine Erfolgsgeschichte ist. Von Montag bis Freitag sind nachmittags zwei bis fünf Ehrenamtliche in der Unterkunft, und bieten einzelnen Flüchtlingen ganz persönliche Hilfe als Hausaufgabenbetreuer, Nachhilfelehrer oder Konversationspartner. Auch kommen die Asylbewerber mit Briefen, die sie nicht verstehen, oder bitten um Übersetzungshilfe bei einem Anruf. „Im Team sind 15 Ehrenamtliche, jeder bringt sich so ein, wie es seine Zeit erlaubt“, erzählt Katrin Held. Das könne zwei- oder dreimal die Woche sein oder einmal im Monat. Das Angebot ist sehr beliebt, kein Helfer muss auch nur eine Minute Däumchen drehen. Auch wenn das Projekt läuft, sind weitere ehrenamtliche Helfer hoch willkommen. Das gilt auch für das Fahrradprojekt, das der Freundeskreis organisiert.