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Freiberger stimmen über die Zukunft der Grundschulen ab

Beim Bürgerentscheid soll die Frage beantwortet werden, ob eine Grundschulentwicklung künftig an zwei oder drei Standorten stattfindet

Egal, ob „Ja“ oder „Nein“: Die Grünlandschule bleibt erhalten. Foto: Wolschendorf
Egal, ob „Ja“ oder „Nein“: Die Grünlandschule bleibt erhalten. Foto: Wolschendorf

Freiberg. Per Bürgerentscheid können die Freiberger am Sonntag bestimmen, ob die drei Grundschulen in den Stadtteilen Beihingen, Geisingen und Heutingsheim erhalten und saniert werden oder ob es künftig nur noch zwei Schulstandorte geben wird. Folgende Frage gilt es dabei, mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten: „Sind Sie dafür, dass die Flattichschule und die Kasteneckschule am Standort Kasteneck zusammengeführt werden, und dass die Grünlandschule am Standort Grünlandstraße erhalten bleibt?“

Die drei Grundschulen in den Freiberger Stadtteilen Beihingen, Geisingen und Heutingsheim sind bereits seit Jahren sanierungsbedürftig und entsprechen räumlich nicht mehr den pädagogischen Anforderungen. Deshalb hatte sich der Gemeinderat im Sommer 2016 mehrheitlich dafür ausgesprochen, die drei Grundschulstandorte aufzugeben und dafür im Kasteneckpark eine neue zentrale Grundschule samt Sporthalle zu errichten. Es gründete sich eine Bürgerinitiative, die einen Bürgerentscheid erwirkte. Die Mehrheit der Wähler stimmte schließlich gegen den Schulneubau und kassierte damit den Gemeinderatsbeschluss.

Unmittelbar danach wurden an allen drei Schulen Brandschutzmaßnahmen umgesetzt. Dann wurden immer mehr Stimmen von Eltern laut, die nach einer Ganztagsschule riefen. Doch an welcher Schule soll sie realisiert werden? Verwaltung und Schulen kamen zu dem Schluss, dass eine Ganztagsschule nur schwer an allen drei Schulstandorten umsetzbar ist. Die Idee: Am Standort Kasteneck in Heutingsheim sollen vierzügig zwei Schulformen zur Wahl angeboten werden: eine Halbtags- und eine kostenfreie Ganztagsschule. Am zweiten Standort, der Grünlandschule im Stadtteil Geisingen, ist ein zweizügiger Halbtagsbetrieb vorgesehen. Das letzte Wort sollen die Bürger haben. Sind sie mehrheitlich gegen diese Zwei-Standort-Lösung, werden die drei bestehenden Schulgebäude saniert.

Stimmberechtigt sind Deutsche und EU-Bürger ab 16 Jahren, die am Wahltag seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Freiberg haben. Das sind Stand Freitag, 12 Uhr, genau 12826 Freiberger. Die sechs Wahllokale haben am Sonntag, 26. September, von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Briefwähler können ihre Unterlagen bis 18 Uhr in den Rathausbriefkasten werfen. Die Auszählung findet im Anschluss an die Auszählung der Bundestagswahl statt. Daher wird mit dem Ergebnis erst gegen 21.30 Uhr gerechnet. Der Link zum vorläufigen Ergebnis wird auf der Internetseite der Stadt Freiberg www.freiberg-an.de sowie auf Instagram und Facebook veröffentlicht. Das Ergebnis gibt es dann auch auf www.lkz.de.

Der Bürgerentscheid ist gültig, wenn 20 Prozent der Wahlberechtigten die zwei Grundschulstandorte befürworten oder ablehnen. Bei 12826 Wahlberechtigten liegt das Quorum bei 2565 Stimmen. Bei Stimmengleichheit gilt die Frage als mit „Nein“ beantwortet. Wird das Quorum nicht erreicht, liegt die Entscheidung beim Gemeinderat. Der Gemeindewahlausschuss wird am Montag, 27. September, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses das amtliche Endergebnis feststellen.

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