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Freude und Herausforderung

Neustart der Gastronomie: Die Gäste sind glücklich, die Wirte vorsichtig optimistisch. Noch nicht alle haben nach der Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Dennoch verbreitet sich in der Besigheimer Altstadt und in Bönnigheim wieder freundliche Gastlichkeit.

Erste Gäste nach sieben Monaten Pause: Jeanette Klingler vom Besigheimer Ratsstüble freut sich. .Fotos: Alfred Drossel
Erste Gäste nach sieben Monaten Pause: Jeanette Klingler vom Besigheimer Ratsstüble freut sich. . Foto: Alfred Drossel
Michael Daibenzeiher im Bönnigheimer Ratsstüble zapft wieder Bier
Michael Daibenzeiher im Bönnigheimer Ratsstüble zapft wieder Bier
Zum Wohl: Gabi Scherzer (rechts) vom Restaurant Saltimbocca im Adler am Schloss in Bönnigheim mit Gast Alice Schantenbach.
Zum Wohl: Gabi Scherzer (rechts) vom Restaurant Saltimbocca im Adler am Schloss in Bönnigheim mit Gast Alice Schantenbach.
Endlich wieder unter Leuten: Romy (links) und Rosalie genießen die Gastlichkeit bei Berne in der Besigheimer Kirchstraße. „Das Ausgehen und Sitzen im Freien hat uns in den letzten Monaten gefehlt.“
Endlich wieder unter Leuten: Romy (links) und Rosalie genießen die Gastlichkeit bei Berne in der Besigheimer Kirchstraße. „Das Ausgehen und Sitzen im Freien hat uns in den letzten Monaten gefehlt.“

Besigheim/Bönnigheim. Genesen, geimpft, getestet – guten Appetit. Die neuen Schlagworte der Gastronomie. Weil es bundes- beziehungsweise landkreisweit zu viele Coronainfektionen gegeben hatte, durften Restaurants, Biergärten und Wirtsstuben monatelang keine Gäste empfangen. Doch seit dieser Woche können die Betriebe im Landkreis wieder öffnen. Darauf haben offensichtlich viele Menschen gewartet, die Tische waren schnell besetzt. Aber nach wie vor gelten Hygienekonzepte und Kontaktdatenerfassung. Und – wenn die Inzidenz in den kritischen Bereich steigt, müssen die Gastronomen ihre Bewirtung an den Tischen wieder einstellen. Doch jetzt überwiegt erst einmal die Freude.

Michael Klingler von Besigheimer Rats-stüble war einer der Ersten in der Innenstadt, der Gäste willkommen hieß. Besucher der Stadt lieben seine bürgerliche Küche. Jeanette Klingler bewirtet die Gäste mit Freude. Seniorchefin Hannelore Klingler bemalte eine alte Mostpresse als Dekoration. Die Klinglers haben die sieben Monate genutzt, um das Nachbar-Fachwerkhaus vollständig zu sanieren und Gästezimmer einzurichten. Die Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Die Pandemie habe viel kaputt gemacht und die Investitionen seien für viele Wirte kaum überschaubar. Die Wiedereröffnung sei eine Herausforderung, betont Michael Klingler. Er ist sich im Klaren darüber, dass das Risiko für die Gastronomie noch immer groß ist. Die benachbarte Marktwirtschaft will erst in knapp einer Woche öffnen. Sarah und Dean Koppe vom „Hirsch“ in Besigheim haben in den vergangenen Monaten Spezialitäten wie Sauerbraten und Roulade eingekocht und im Glas angeboten. „Doch jetzt wollen wir wieder Gastgeber sein“, sagt Sarah Koppe. Das idyllische Plätzchen wurde präpariert. Große Hanfpalmen verbreiten mediterranes Flair in der Altstadt. Am Mittwochabend waren die Tische belegt. „Es läuft wieder und wir sind glücklich“, meint Sarah Koppe. Jetzt hofft sie, dass sie wieder ihr Personal bekommt, denn durch die Zwangspause sind die meisten weg.

Bernhard Kobar hatte seinen Beherbergungsbetrieb und seine Gastronomie nicht geschlossen. „Es ist gut, dass es wieder so wird, wie es war“, meint er. Die Gäste Romy und Rosalie stimmen ihm zu. „Endlich wieder unter Leuten. Das hat uns gefehlt“, sagen sie.

In Bönnigheim haben Michael Daibenzeiher und Kristina Bürger vom Ratsstüble ihr Essensangebot auf wiederverwendbares Geschirr umgestellt. Jetzt kann der Wirt wieder frisches Bier zapfen für gut gelaunte Gäste. Auch Gabi Scherzer vom Saltimbocca im Adler am Schloss freut sich über die Öffnung. Der Start sei wunderbar gelungen, sagt sie.

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