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Gemeindemitglieder ziehen singend durch die Straßen

Eine ökumenische Initiative studiert Lieder für eine sogenannte Weihnachtskurrende ein. Am 8. Dezember zieht sie dann singend durch Ditzingens Straßen. Damit soll ein alter Brauch wiederbelebt werden.

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Proben für die Weihnachtskurrende: Die Sänger bereiten ihren Rundgang vor.Foto: Karin Rebstock

Ludwigsburg. Sie wollen anderen mit ihrem Gesang Freude bereiten. Dafür haben sich rund 30 Frauen und Männer vor kurzem im katholischen Gemeindezentrum St. Maria zusammengefunden, um Weihnachtslieder einzustudieren und damit einen alten Brauch wiederzubeleben – das Kurrendesingen. Unter den Versammelten sind sowohl erfahrene Chorsänger als auch Gesangsneulinge. Viel Zeit haben sie sich zum Üben nicht gegeben. Nur zwei Probentermine sind angesetzt, jener am Dienstagabend ist bereits der zweite und damit letzte. Schon am kommenden Freitag, 8. Dezember, soll es dann raus auf die Straße gehen, zusammen mit dem Jugendorchester der Stadtkapelle Musikverein Ditzingen.

Welche Stationen dabei in Ditzingen angelaufen werden, erklärt eine Frau aus dem dreiköpfigen Organisationsteam der Weihnachtskurrende. Ihren Namen will sie lieber nicht in der Zeitung lesen. Sie wolle ihre Person nicht herausstellen, meint sie. Auch die beiden anderen Organisatoren möchten lieber anonym bleiben. Dafür gibt die Frau umso bereitwilliger Auskunft über die ökumenische Aktion.

So werde man, nachdem man sich in der katholischen Kirche St. Maria vom Dekan Alexander König habe segnen lassen, zunächst um 16.30 Uhr das Pflegeheim Haus Friederike ansteuern. Weiter gehe es danach zur Wichtel Hausbrauerei und im Anschluss daran zum örtlichen Edeka-Markt. „Wir rechnen damit, dass wir drei Stunden unterwegs sein werden.“ Dabei ist der Gesang nicht die einzige Freude, die man den Menschen bereiten wird. Denn: Für den Auftritt im Haus Friederike haben die Kurrendesänger nicht nur Lieder einstudiert, sondern auch Päckchen als Adventsüberraschung geschnürt. Die Ditzinger Kurrendesänger sammeln also nichts, sondern geben stattdessen.

Doch wie sind sie auf die Idee gekommen, den alten Brauch neu zu beleben? Bei einem Aufenthalt in den USA habe sie zufällig auf Long Island die Tradition des Christmas Caroling miterlebt, berichtet die Organisatorin der Ditzinger Aktion: „Das weihnachtliche Moment, anderen Freude zu bereiten und auch selbst dabei Spaß zu haben, hat mir daran gefallen.“ Als sie zurück in Ditzingen davon erzählte, habe dies den Impuls für die Weihnachtskurrende dort gegeben.

In einem öffentlichen Aufruf suchte die ökumenische Initiative aus Mitgliedern der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde Ditzingen nach weiteren Mitsängern. „Die Idee hat sehr guten Anklang gefunden.“ Schnell waren ausreichend Mitstreiter gefunden, so dass alle vier Stimmen – Sopran, Alt, Tenor und Bass – im Kurrendechor besetzt werden konnten.

Wird es im kommenden Jahr eine Wiederholung der Weihnachtskurrende geben? Das sei noch nicht entschieden, so die Organisatorin. Man wolle abwarten, wie die Aktion in der Stadt ankomme.