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Große Preisunterschiede bei PCR-Test

Trotz steigender Inzidenz soll alles öffnen – auch Discos. Wer nicht geimpft ist, muss dort aber einen PCR-Test vorweisen.Archivfotos: LKZ
Trotz steigender Inzidenz soll alles öffnen – auch Discos. Wer nicht geimpft ist, muss dort aber einen PCR-Test vorweisen.Archivfotos: LKZ
Von 70 bis 180 Euro werden fällig, wenn ein PCR-Test durchgeführt werden muss –Nur unter ärztlicher Aufsicht

Kreis Ludwigsburg. In der Diskussion über Maßnahmen für Ungeimpfte in der Coronapandemie kommen neben den Antigentests jetzt auch verstärkt wieder die deutlich sichereren PCR-Tests in den Fokus. Der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher hatte im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz gefordert, dass Ungeimpfte künftig einen negativen PCR-Test vorweisen sollten, um Geimpften und Genesenen gleichgestellt zu sein. Antigen-Schnelltests seien nicht zuverlässig genug, so die Begründung. Ein solcher Schritt würde bedeuten, dass künftig kein Schnelltest mehr für einen Restaurantbesuch ausreichen würde. Pilotprojekte in Berlin für den Besuch in Clubs sehen ebenfalls einen negativen PCR-Test vor. Auch für einige Reisen, wie etwa nach Ägypten, wird von den Urlaubern zuvor ein PCR-Test gefordert. Ein Antigentest reicht hier nicht aus.

Aber was kostet ein PCR-Test, wo kann ich ihn machen, und vor allem, wann ist er gefordert? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist eigentlich ein PCR-Test?

Dieses Testverfahren weist das Erbgut des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) nach. Der PCR-Labortest gilt als das sicherste Verfahren, eine Infektion festzustellen. Allerdings liegen die Ergebnisse meist erst nach 24 Stunden, manchmal sogar erst nach mehreren Tagen nach Abstrichentnahme vor. Für den Abstrich wird Material aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum benötigt. Es ist wichtig, Material aus dem tiefen Rachenraum zu gewinnen, daher verursacht ein Abstrich bei den meisten Menschen einen kurzen Würgereiz.

Wann muss ich einen PCR-Test machen lassen?

Das hängt laut Kreisgesundheitsamt von der Inzidenzstufe und den aktuellen Regelungen der Corona-Testverordnung ab. Wenn ein Schnelltest positiv ausfällt, sollte das Ergebnis aber auf jeden Fall mit dem PCR-Test zeitnah überprüft werden. Nur dann hat man auch Gewissheit über eine mögliche Infektion. Einige Länder und Fluglinien fordern vor der Einreise einen negativen PCR-Test. Vor der Aufnahme in Krankenhäuser oder Reha-Kliniken, vor bestimmten medizinischen Prozeduren wird ein unauffälliges (negatives), wird ebenfalls ein PCR-Ergebnis verlangt.

Wo kann ich einen PCR-Test durchführen lassen?

Testungen können im Landkreis über die Teststellen, z. B. am Klinikum Ludwigsburg, erfolgen, so die Vorsitzende der Kreisärzteschaft, Dr. Carola Maitra. Zudem können Tests in den Corona-Schwerpunktpraxen durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es noch private Anbieter.

Derzeit werden Schnelltest-Zentren abgebaut – hat dies auch Auswirkungen auf PCR-Tests?

Nein. Die Möglichkeit zur PCR-Testung bleibt aufgrund des inzwischen sehr gut aufgebauten und verzweigten Netzes von Corona-Schwerpunktpraxen erhalten. Die Labore sind meist mit ausreichend Material und Reagenzien versorgt.

Was kostet ein PCR-Test?

Der „normale“ PCR-Test als von Ärzten durchgeführte individuelle Wunschleistung wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet und kostet für den Getesteten im ärztlich geführten Labor 118,85 Euro. Die Preise können aber variieren, wenn Nicht-Ärzte, die nicht an die GOÄ gebunden sind, die Testungen durchführen: Insbesondere „industrielle“ Anbieter können hier teilweise andere Preise anbieten. Aber auch sonst variieren die Preise, was vorrangig an den Laboren liegt. Das Medizinische Versorgungszentrum in Bietigheim-Bissingen berechnet 70 Euro, die Corona-Schwerpunktpraxis Dr. David Strodtbeck in Marbach 103 Euro für das Labor und 48 für die Bearbeitung durch die Praxis. In Ludwigsburg verlangt die Corona-Teststelle von Dr. Roland Kolepke am Klinikum zwischen 100 und 180 Euro – je nach Labor. Derzeit würden dort rund 50 PCR-Tests am Tag durchgeführt, hieß es auf Nachfrage.