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Große Schäden: Sturm Sabine wütet im Strombergwald

Revierleiter Burkhard Böer zieht vorläufige Bilanz – Nur einzelne Bäume in und um Besigheim betroffen – Aufräumarbeiten im Wald dauern an

Abgebrochene und entwurzelte Bäume: Im Strombergwald rund um Bönnigheim sind die Schäden nach dem Sturm deutlich sichtbar. Fotos: Alfred Drossel
Abgebrochene und entwurzelte Bäume: Im Strombergwald rund um Bönnigheim sind die Schäden nach dem Sturm deutlich sichtbar. Foto: Alfred Drossel
Abgebrochene und entwurzelte Bäume: Im Strombergwald rund um Bönnigheim sind die Schäden nach dem Sturm deutlich sichtbar. Fotos: Alfred Drossel
Abgebrochene und entwurzelte Bäume: Im Strombergwald rund um Bönnigheim sind die Schäden nach dem Sturm deutlich sichtbar. Foto: Alfred Drossel

Bönnigheim/Besigheim. Sturmtief „Sabine“ hat im Bönnigheimer Wald erhebliche Schäden verursacht. Revierleiter Burkhard Böer hat jetzt Bürgermeister Albrecht Dautel eine erste Schadensbilanz gemeldet. Glimpflich davongekommen sind dagegen die Wälder rund um Besigheim.

Böer meldet, dass es im gesamten Bönnigheimer Wald Hunderte Einzelwürfe und gebrochene Bäume gebe, aber auch ganze Flächen betroffen seien. Beim Schwerpunkt Fichte und alte Kiefern überwiege aufgrund der Orkanböen der Bruch. Das Holz sei auch noch zum Teil entwertet, weil es zum potenziellen Käferbrutmaterial werde. Selbst alte Eichen und anderes Laubholz seien betroffen, sagt Böer. Nachdem die Straßen freigeräumt seien, würden nun die Hauptwaldwege wieder zugänglich gemacht und Zäune der Kulturflächen überprüft.

Die Aufarbeitung des Holzes sei ohne den engagierten Einsatz der Forstwirte der Forstbetriebsgemeinschaft und ohne das Team aus Sachsenheim mit Holzrücker und Fuhrmann sowie deren nahtloser Zusammenarbeit undenkbar, lobt der Förster. Verständlicherweise werde sich die Aufarbeitung dennoch über einen längeren Zeitraum hinziehen, betont Böer. Vollernter seien nach solchen Schadensereignissen nötig, hierzulande aber Mangelware.

Die Holzvermarktung sei bereits vor dem Sturm kritisch gewesen, stellt Burkhard Böer weiter fest. Durch Sturmtief „Sabine“ habe sich die Marktlage alles andere als verbessert. Die beiden zentralen Trockenlager in Großsachsenheim würden bei der käfergefährdeten Fichte wieder gute Dienste leisten. Aktuell gelte es auch noch, den Abschlusstermin für die große, überregionale Eichensubmission einzuhalten. „Da wird das Tafelsilber des Waldes aufgereiht“, erläutert Böer.

Wie der Förster weiter mitteilt, werden die Waldwege nach und nach für die Besucher wieder zugänglich gemacht. Selbstverständlich sei aber jeder wie immer eigenverantwortlich im Wald unterwegs. „Besenrein geht’s natürlich nicht“, betont Böer. Dasselbe gelte für die Holzabholer für Brennholz; die Zufahrten für die Holzverkäufe würden bis zum nächsten Wochenende wieder möglich sein.

Glimpflich davongekommen sind dagegen die Waldflächen rund um Besigheim und Sersheim. Laut Revierförster Bernd Renner sind in seinem Gebiet lediglich einzelne Bäume dem Sturm zum Opfer gefallen, ähnlich wie bei heftigen Frühlingsstürmen in den Vorjahren. Großflächige Schäden wie bei den Orkanen Lothar (im Jahr 1999) und Kyrill (2007) habe es diesmal glücklicherweise nicht gegeben, betont er im Gespräch mit unserer Zeitung. Im gesamten Revier seien vielleicht 300 Festmeter gefallen.

Das Holz werde im Laufe des Frühjahrs aus dem Wald geholt. Der Revierförster und seine Mitarbeiter sind noch bis Ende dieser Woche mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Zum Beispiel werden große Stämme, die auf den Wegen liegen, beseitigt. Das kleinere Material bleibe dagegen liegen, dafür fehle es zur Zeit an Mitarbeitern, sagt Renner.

Wanderern und Spaziergängern rät er, in dieser Woche noch den Wald zu meiden. Zum einen wegen der Aufräumarbeiten, zum anderen soll es am Wochenende wieder windiger werden. Bis zum Montag bleibe es weiterhin stürmisch, auch im Süden Deutschlands, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Es gebe kaum Änderungen der Sturmlage. „Und bei Sturm“, betont Bernd Renner, „ist der Wald natürlich tabu.“

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