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Grund kommt auf den Prüfstand

Flächen für den geplanten Gewerbeschwerpunkt Müllerheim: Fachleute rücken hier jetzt für Bodenuntersuchungen an. Foto: Andreas Becker
Flächen für den geplanten Gewerbeschwerpunkt Müllerheim: Fachleute rücken hier jetzt für Bodenuntersuchungen an. Foto: Andreas Becker
Die geologischen Untersuchungen für den geplanten Regionalen Gewerbeschwerpunkt Müllerheim beginnen, während in Schwieberdingen die Gespräche mit Grundstückseigentümern noch andauern.

Korntal-Münchingen/Schwieberdingen. Noch vor knapp einem Dreivierteljahr war die Euphorie hüben wie drüben des Münchinger Kaisersteins groß. Erst hatte es die Schwieberdinger Verwaltung doch noch geschafft, mit der Großen Kreisstadt Ditzingen den gewünschten Vierten im Bunde für die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebiets beim Bosch-Standort an Land zu ziehen, neben dem geborenen Partner Hemmingen und dem Nachbarn Markgröningen. Und dann war man auch in Korntal-Münchingen schon in den Vorbereitungen für eine Bürgerinfo-Veranstaltung zum geplanten Regionalen Gewerbeschwerpunkt zwischen dem Kaiserstein, dem Möglinger Weg zwischen den fruchtbaren Äckern, der B 10 und der A 81 bei den Anschlussstellen Müllerheim und Zuffenhausen. Doch kurz vor dem Termin kam die Absage, die Grundstücksverhandlungen waren offenbar doch nicht so weit gediehen wie immer vermittelt. Die Pläne wurden vorläufig gestoppt – nun aber nehmen sie wieder Fahrt auf.

Müllerheim: Informationen über Standfestigkeit und Grundwasserstand

Für diese Woche kündigte das Korntaler Rathaus den Start von Bodenuntersuchungen an, ebenso sollen Vermessungsarbeiten stattfinden. Unter anderem würden Bohrungen vorgenommen, um Informationen über die Tragfähigkeit, Standfestigkeit und den Grundwasserstand zu erhalten, die Ergebnisse würden dann im Oktober vorliegen. Koordiniert wird das Ganze vom Büro Frey Architekten aus Freiburg, das bereits seine Visionen eines äußerst nachhaltigen, grünen Gewerbegebiets mit Vorbildcharakter weit über die Region hinaus vorgestellt hatte.

Konkret von den Untersuchungen betroffen sind die Gewanne „Im vorderen Schluttenbach“, „Im Knöbel“, „Hinter den Seiten“ und „Rauschenbelz“. Gerüchte, wonach die Stadt und das beauftragte Büro bei den Grundstücksverhandlungen derart gescheitert sind, dass nun Flächen eher entlang der Autobahn Richtung Möglingen – und damit nicht in den beiden letztgenannten Gewannen – ins Visier geraten sind, haben sich demnach nicht bestätigt. Stattdessen heißt es aktuell, man habe bei den Bemühungen zur Sicherung der erforderlichen Grundstücke „weitere Fortschritte erzielen können“.

Noch scheint aber nicht alles in ganz trockenen Tüchern zu sein. Denn weitere Zeitangaben machte die Stadtverwaltung nicht, kündigte nur an, „im Sinne maximaler Transparenz“ die schon mal geplante Bürgerinfo veranstalten zu wollen.

Schwieberdingen: Zeitplan und Vorgehensweise noch unklar

Nicht entscheidend vom Fleck kommen offenbar die Planungen in Schwieberdingen – mehr als drei Jahre nach einem Bürgerentscheid, bei dem die Schwieberdinger mehrheitlich Ja zur Entwicklung einer rund 25 Hektar großen Fläche zwischen Bosch und der Schnellfahrtrasse der Bahn gesagt haben. „Die intensiven Gespräche mit den mehr als 100 Eigentümern und Erbengemeinschaften werden weiterhin mit hoher Priorität geführt“, so Bürgermeister Nico Lauxmann auf Anfrage unserer Zeitung. „Über den aktuellen Stand werden wir erst unseren Gemeinderat informieren, der den weiteren Weg festlegt.“

Noch vor der Sommerpause wollte der Rathauschef die Gremien der beteiligten Kommunen über den Stand der Verhandlungen informieren – und auch einen Zeitplan mit einer konkreten Vorgehensweise präsentieren. Der Öffentlichkeit blieb der Schwieberdinger Rathauschef solch ein Konzept bisher schuldig. Im Mai sagte Lauxmann, dass mehr als 50 Prozent der Eigentümer einem Verkauf zustimmen. Viel zu wenig, damit ein Interessent wie der Sportwagenbauer Porsche hier ein Industriequartier entstehen lassen könnte, um die Fertigung des E-Modells Taycan in Zuffenhausen zu unterstützen.