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Gute Entwicklung gegen den Trend

Entgegen dem allgemeinen Trend: Der Privatweinverkauf der Felsengartenkellerei verzeichnet eine deutliche Zunahme. Fotos: Alfred Drossel
Entgegen dem allgemeinen Trend: Der Privatweinverkauf der Felsengartenkellerei verzeichnet eine deutliche Zunahme. Fotos: Alfred Drossel
Zeigen sich zufrieden (von links): Vorstandsvorsitzender Joachim Kölz, Geschäftsführer Hans-Georg Schiller sowie der Technische Betriebsleiter und Kellermeister Sebastian Häußer.
Zeigen sich zufrieden (von links): Vorstandsvorsitzender Joachim Kölz, Geschäftsführer Hans-Georg Schiller sowie der Technische Betriebsleiter und Kellermeister Sebastian Häußer.
Bei der Generalversammlung der Felsengartenkellerei Besigheim, die am Mittwochabend unter strengen Coronabedingungen in der Stadthalle Alte Kelter stattfand, haben sowohl Vorstandsvorsitzender Joachim Kölz als auch Geschäftsführer Hans-Georg Schiller eine positive Bilanz gezogen.

Besigheim/Hessigheim. Bei konsolidierter Betrachtung errechnet sich für die Felsengartenkellerei und ihre Tochter Weingilde für das Jahr 2020 ein Absatz in Höhe von 9,25 Millionen Liter und ein Umsatzerlös von 25,9 Millionen Euro. Das bedeutet zum Vorjahr ein Plus von 7,78 Prozent im Absatz und über zehn Prozent im Umsatz, stellte Geschäftsführer Hans-Georg Schiller zufrieden fest.

In einem Gespräch im Vorfeld der Generalversammlung wies Vorstandsvorsitzender Joachim Kölz, der als Nachfolger von Dr. Götz Reustle seit Februar im Amt ist, auf die positive Wertschöpfung zum Vorjahr hin. Einerseits habe der Durchschnittserlös um 7 Cent je Liter auf 2,79 Euro verbessert werden können, andererseits hätte durch massive Anstrengungen den steigenden Kosten Einhalt geboten werden können. Der durchschnittliche Kostensatz je Liter Wein lag 2020 bei 1,63 Euro. Geschäftsführer Schiller sprach vor allem beim Privatweinverkauf von einem gegenläufigen Trend – nämlich von einem Zuwachs von rund 8,5 Prozent. Da die eigenen Mitglieder nicht so viel Wein erzeugen, wie benötigt wird, muss die Tochter Weingilde ein Viertel der Menge von 9,25 Millionen Liter von anderen Genossenschaften und Weingütern der Region zukaufen.

Kölz stellte fest, dass die Kellerei zwar ihren Umsatz habe steigern können, aber dennoch nicht in der Lage sei, den Mitgliedern die Auszahlungspreise zu bieten, die sie eigentlich bräuchten, um gut wirtschaften zu können. Jetzt komme ein wiederum problematisches Jahr 2021 mit nur geringfügig gewachsenen Erntemengen hinzu. Kölz: „Wir müssen weiter schauen, dass wir zu vernünftigen Kosten außergewöhnlich gute Weine produzieren und diese dann auch zu guten Preisen vertreiben können.“

Die Felsengartenkellerei zählt aktuell rund 1400 Mitglieder, die von Ilsfeld im Kreis Heilbronn bis Bad Cannstatt Weinberge bewirtschaften. Joachim Kölz sagte, dass die Zahl der Mitglieder konstant bleibe und dass die Anbaufläche von derzeit 740 Hektar nicht abnehme. Vor allem am Hessigheimer Mühlberg sei jedoch die Aufgabe von Terrassenweinbergen zu beobachten. Auf Anfrage von Wengerter Reinhold Reuschle versicherte Joachim Kölz, dass die Kellerei am Thema Steillagen dranbleiben werde. Der Erhalt der steilen Flächen sei eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre: „Wir brauchen eine breite Unterstützung. Alleine werden wir die Steillagen nicht erhalten, das ist klar.“ Die Kellerei sei beim Thema Steillagen mit vielen Stellen in Gesprächen.

Kellermeister Sebastian Häußer berichtete vom Ablauf der Ernte 2021, die stark vom Selektieren der Trauben geprägt gewesen sei. Frost, ein enormer Pilzdruck und dadurch einhergehende Ernteeinbußen hätten die Wengerter belastet. 7,1 Millionen Kilogramm Trauben seien in den Keller gekommen. In den Jahren 2016 und 2018 waren es rund zehn Millionen Kilo. Getrieben von der Auszeichnung, eine der besten Kellereien Deutschlands zu sein, seien Wengerter und Kellereimannschaft hoch motiviert, betonte Häußer.