Logo

Holochs Treffer für die Ewigkeit

Der Freiberger erzielt 1972 für die Stuttgarter Kickers per Hacke das „Tor des Monats“

Wolfgang Holoch 1976 im Trikot der Stuttgarter Kickers.Foto: Baumann
Wolfgang Holoch 1976 im Trikot der Stuttgarter Kickers. Foto: Baumann

Freiberg. Die ARD-Sportschau feiert gerade das 50-jährige Jubiläum ihres Wettbewerbs „Tor des Monats“. Auch der erste prämierte Hackentreffer wurde so zuletzt oft noch einmal gezeigt: Der Freiberger Wolfgang Holoch hat es 1972 für die Stuttgarter Kickers im DFB-Pokal gegen die SpVgg 07 Ludwigsburg erzielt.

Bei Wolfgang Holoch in Freiberg klingelte zuletzt oft das Telefon, ehemalige Mitspieler und Arbeitskollegen riefen ihn an und berichteten ihm, sein berühmtes Tor wieder einmal im Fernsehen gesehen zu haben. Die Jubiläumsfeiern der ARD-Sportschau machten es möglich, zum 50-jährigen Jahrestag des 1971 ins Leben gerufenen Wettbewerbs zum „Tor des Monats“ flimmerten zuletzt reichlich die prämierten Treffer über die Mattscheibe.

„Ich bin zuletzt oft wieder auf dieses Tor angesprochen worden“, sagt der heute 73-Jährige, „selbst habe ich es auch wieder einmal auf SWR gesehen, „ausgerechnet gegen meine alten Kameraden aus Ludwigsburg habe ich es ja damals erzielt.“ In der Saison 1970/71 schoss er die Ludwigsburger mit 22 Toren einst in die zweithöchste deutsche Fußballliga. Mit der Hacke lenkte Holoch im Pokalspiel damals im Juli 1972 in der 26. Spielminute einen Flachpass von der rechten Seite zum 1:0 für die Kickers in die 07-Maschen.

„Als Stürmer überlegt man oft, ob das mit der Hacke geht – in dieser Situation habe ich es dann ganz bewusst einfach probiert.“ Der Ball trudelte so tatsächlich ins Netz, es war 1972 das erste Hackentor, das die Wahl zum „Tor des Monats“ gewann. „Ich war wohl auch der erste Torschütze aus Baden-Württemberg, der die Auszeichnung bekommen hat“, erinnert sich der lediglich 1,70 Meter große einstige Mittelstürmer der Blauen und des 1. FC Nürnbergs, der 64 Treffer in knapp 200 Einsätzen in der zweithöchsten Liga erzielte.

Schon einige Male war er unsicher, wo die ARD-Plakette zum „Tor des Monats“ geblieben sei. Mittlerweile hat sie einen sicheren und festen Platz in einem Schrank, in dem seine ganzen Erinnerungen aus seiner Fußball-Karriere lagern. Das ausgezeichnete Tor ist nicht einmal Holochs berühmtester Treffer: Er schrieb 1975 nämlich auch württembergische Fußballgeschichte, als er im Oktober für die Stuttgarter Kickers gegen den VfB Stuttgart den Führungstreffer zum 2:0-Erfolg erzielte – es war der einzige Derbysieg der Blauen in einem Punktspiel gegen den VfB in den vergangenen fünf Jahrzehnten.

Den Kickers drückt der einstige Spieler und Funktionär des SGV Freiberg auch heute noch die Daumen für den Aufstieg in die Regionalliga. „Ich bin gespannt, ob es nun die ersten beiden der Oberliga mit dem Sprung in die Regionalliga noch schaffen“, sagt Holoch, „die Freiberger und die Kickers können es ja vielleicht nun sogar schaffen, obwohl wegen Corona nicht 50 Prozente der Spiele absolviert werden.“ Am Sonntag bekommt er seine zweite Corona-Impfung, bald will er dann bei besseren Witterungsverhältnissen wieder seinem Hobby auf dem Golfplatz nachgehen.

Autor: