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Hotels bleiben offen

Betreiber blicken unsicher in Richtung der Feiertage – Den Grund der Reise der Gäste zu kontrollieren sei schwer

Gäste müssen an der Rezeption Angaben zum Grund ihres Besuches machen. Archivfoto: Stephanie Pilick/dpa
Gäste müssen an der Rezeption Angaben zum Grund ihres Besuches machen. Foto: Stephanie Pilick/dpa

Kreis Ludwigsburg. Familienbesuche an Weihnachten – das ist das erklärte Ziel der baden-württembergischen Landesregierung. Neben der temporären Anhebung der Haushalts- und Personenobergrenzen für Zusammenkünfte sollen auch die Hotels über die Feiertage wieder private Gäste aufnehmen können. Unter den befragten Hoteliers gibt man sich verhalten, ob das auch so kommen wird.

„Aktuell sind wir allenfalls ‚teiloffen‘“, sagt Tim Lutz, Inhaber des Hotels Zum Ochsen in Oberstenfeld. Von den 30 Zimmern sind aktuell nur fünf bis sechs belegt, ein Frühstück wird nicht angeboten. Die Firmen haben den Umfang an Geschäftsreisen massiv zurückgefahren, so Lutz. Die Leute, die da sind, hätten einen triftigen Grund. Im Haus gilt Maskenpflicht, an der Rezeption muss Abstand eingehalten werden. Doch so weit komme es gar nicht. Lutz erklärt: „Selten kommt mehr als ein Gast gleichzeitig an.“ Über Weihnachten wird sein Hotel offen bleiben „Für uns ist das weniger ein Zusatzgeschäft als eher weitere Schadensbegrenzung.“ Kontrollieren, ob zu Weihnachten die Gäste wirklich für einen Familienbesuch da sind, könne man nicht, sagt Lutz.

Auch die Herrenküferei in Markgröningen bleibt über die Feiertage offen, sagt Geschäftsführer Sebastian Maier – jedoch ohne Frühstücksservice. Das Hygienekonzept sehe vor, dass sich Gäste völlig kontaktlos im Hotel aufhalten können. „Man kann über einen Schlüsselkasten anreisen, die Rechnung wird zugesendet und das Frühstück wird in Form einer Box morgens auf das Zimmer geliefert“, so Maier. Um den Grund der Reise zu erfahren, stellen Maier und seine Mitarbeiter den Gästen aktuell viele Fragen. Man sei hier in der Verantwortung und wolle ungern Haftung übernehmen. „Wir mussten auch schon Gäste abweisen, die uns falsche Angaben gemacht haben“, erklärt Maier. Hinzu komme, dass die Gäste aktuell oft ein mangelndes Verständnis dafür haben, dass der Hotelbetrieb nicht wie sonst funktioniert. „Ein geöffnetes Restaurant oder eine 24 Stunden besetzte Rezeption sind teilweise durch aktuelle Verordnungen nicht möglich oder eben derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagt er.

Offene Türen wird es über die Feiertage auch beim Nestor Hotel in Ludwigsburg geben, sagt Hoteldirektor Michael Steinbrück. Der Ausblick darauf ist aber eher verhalten. „Niemand weiß, was bis dahin passieren wird“, so Steinbrück und ergänzt, dass bei 70 bis 80 Prozent Umsatzrückgang in der Branche zum Vorjahr die Feiertagsregelung kein Zusatzgeschäft bringen wird. Ob die Gäste dann auch tatsächlich auf Familienbesuch sein werden, könne man nicht kontrollieren. „Der Gast ist grundsätzlich für den Wahrheitsgehalt seiner Angaben selbst verantwortlich und muss hier vor Ort eine entsprechende Erklärung unterschreiben“, so Steinbrück. Man weise die Gäste vorab auch schriftlich auf die geltenden Bestimmungen hin. Im Haus versuche man, mit dem Hygienekonzept Sicherheit für die Gäste zu schaffen: Maskenpflicht, regelmäßiges Desinfizieren von häufig genutzten Gegenständen, wie Schlüsselkarten, und Oberflächen. „Das Frühstück wird nur to-go serviert“, so Steinbrück. Zudem bleibt die Gastronomie bis zum 3. Januar geschlossen.

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