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In der Schule gelten neue Regeln

Für 1350 Schüler und 133 Lehrkräfte ging am Montag an der Oscar-Paret-Schule in Freiberg die Schule wieder los. Auch wenn der Schulstart unter Pandemie-Bedingungen erschwert ist, freut sich Schulleiter René Coels, dass durchweg wieder Präsenzunterricht angeboten werden kann.

Vor der Schule werden die Schüler von ihren Lehrern abgeholt und danach zu ihren Klassenzimmern geführt. Fotos: Ramona Theiss
Vor der Schule werden die Schüler von ihren Lehrern abgeholt und danach zu ihren Klassenzimmern geführt. Foto: Ramona Theiss
Vor Betreten des Klassenzimmers müssen die Hände desinfiziert werden.
Vor Betreten des Klassenzimmers müssen die Hände desinfiziert werden.

Freiberg. Montag, 7.55 Uhr, Oscar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg. An insgesamt acht Zugängen des Gebäudekomplexes stehen Fünft- und Sechstklässler mit Schutzmasken vor Mund und Nase. Sie warten darauf, von ihren Lehrern abgeholt zu werden. Wenige Minuten später sitzen sie mit frisch desinfizierten Händen in ihren Klassenzimmern, die sich in der Nähe der jeweiligen Eingangstür befinden. Sobald die Lehrer den entsprechenden Hinweis geben, dürfen die Schüler die Masken abnehmen – der Unterricht kann beginnen. Nur zehn Minuten später erfolgt das gleiche Prozedere mit den Klassenstufen 9, 10 und 12, weitere zehn Minuten später sind die Schüler der Klassenstufen 7, 8 und 11 dran.

Auf diese Weise werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die einzelnen Jahrgänge – zum Beispiel die Fünft- und Sechstklässler – sind auf das gesamte Schulgebäude verteilt und können sich somit nicht begegnen. Ist ein Schüler pro Jahrgang infiziert, reicht es folglich aus, wenn nur seine Klasse in Quarantäne geht. Der Rest des Jahrgangs darf weiter die Schule besuchen. Weil die Schüler zeitversetzt zum Unterricht kommen, finden außerdem auf dem gesamten Schulgelände weniger Begegnungen statt, zumal die Schüler dann auch zu verschiedenen Zeiten Pause haben. Plagt einen Schüler ein dringendes Bedürfnis, setzt er seine Maske auf und geht zur nächsten, der Klasse zugewiesenen Toilette. Dort ist eine Aufsicht und wacht darüber, dass sich gleichzeitig nicht mehr Schüler als erlaubt in der WC-Anlage aufhalten. In den Pausen gehen die Schüler raus in ihre festgelegten Bereiche, und die Klassenzimmer werden ausgiebig gelüftet. Bei schlechtem Wetter finden die Pausen im Klassenzimmer statt.

„Diese Organisation ist nur mit einem erhöhten Arbeitseinsatz möglich“, sagt Schulleiter René Coels. Jetzt gelte es, zu beobachten, wie die Umsetzung des Konzepts läuft. Er gehe davon aus, dass sich alle an die Absprachen halten. „Die Schüler werden die Vorgaben beachten, weil sie Präsenzunterricht haben und nicht in Quarantäne gehen wollen“, so Coels. Weil sich die Kinder so wenig wie möglich durchmischen sollen, gibt es in der Mensa auch nur für diejenigen ein Mittagessen, die für den gebundenen Ganztagsunterricht angemeldet sind.

Doch auch die Lehrkräfte sollen weitestgehend auf Begegnungen verzichten. Betreten sie das Lehrerzimmer, müssen sie sich in einer Liste eintragen. Besprechungen werden ebenso digital durchgeführt wie Elternabende. Sollte es dennoch nicht zu einzelnen, sondern gar zu einer Verkettung von Quarantänefällen kommen, bekommt die Hälfte der Schüler Präsenzunterricht, während die andere Hälfte zu Hause digital lernt. Nach einer Woche wird gewechselt. „Auf diese Weise kann der Stundenplan weiter genutzt werden“, sagt der Schulleiter.

Damit digitaler Unterricht möglich ist, hat sich René Coels rechtzeitig um die Ausstattung gekümmert. Zu den bereits vorhandenen 80 Laptops wurden zu Beginn der Sommerferien 320 weitere Geräte mit Tabletfunktion geliefert. Schüler und Lehrer, die zuhause keinen Computer haben, können eins der Geräte leihen. „Somit hat jeder daheim die Infrastruktur, um am digitalen Fernunterricht teilnehmen zu können“, sagt Coels. Rund 200 Schüler wurden bislang mit Geräten versorgt.

Das Hygienekonzept an der OPS haben Coels und seine Kollegen bereits im Mai und während der Pfingstferien vorbereitet. Dabei wurde sehr darauf geachtet, dass es nicht zu kompliziert für alle Beteiligten wird. „Wir wollten die Masse der Verordnungen auf ein Minimum beschränken und viel kommunizieren, um bei Eltern und Lehrern Einsicht hervorzurufen“, sagt der Schulleiter. Bereits im April wurde abgefragt, welche Lehrkräfte zur Risikogruppe gehören und nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen. Nur vier haben sich gemeldet, davon gehen drei in Mutterschutz. Jeder Schüler muss außerdem eine Gesundheitserklärung abgeben.

Der Stoff des neuen Schuljahrs wird übrigens erst nach den Herbstferien vermittelt. Bis dahin sollen Lerndefizite ausgeglichen werden, die während des Lockdowns entstanden sind.

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