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Jede Schule geht ihren eigenen Weg

Für das Kultusministerium steht fest: Die Schüler sollen wieder in den Unterricht an der Schule. So geschieht das seit Ende der Sommerferien. Voraussetzung für den Präsenzunterricht sind regelmäßige Tests. Die Grundschulen haben die Möglichkeit, zu Hause testen zu lassen oder es an der Schule selbst zu tun. Wir haben uns im Landkreis umgehört und nach ersten Erfahrungen gefragt.

Die Schulen im Landkreis handhaben die Coronatests ganz unterschiedlich. Archivbild: Holm Wolschendorf
Die Schulen im Landkreis handhaben die Coronatests ganz unterschiedlich. Archivbild: Holm Wolschendorf Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Eine Situation wie im vergangenen Jahr wollte man unbedingt vermeiden. Damals wurde nach einem kurzen Anlauf der Präsenzunterricht wieder weitgehend eingestellt. Die Kinder konnten sich per Rechner oder Pad zusammenschließen – zumindest in den meisten Fällen. Weil der Unterricht an den Schulen ganz unterschiedlich gehandhabt wurde, kam es zu einem großen Durcheinander. Darunter hatten vor allem die Schüler zu leiden.

Dreimal in der Woche wird getestet

Nach den vergangenen Sommerferien sollte alles anders werden. Alle Schüler gehen wieder in die Schule, nehmen teil am sogenannten Präsenzunterricht. Damit es zu keinen weiteren Corona-Infektionen kommt, gilt allerdings eine Maskenpflicht an den Schulen, und die Kinder müssen sich dreimal in der Woche testen lassen. Während die Tests an den weiterführenden Schulen verpflichtend an den Schulen stattfinden, ist den Grundschulen im Land die Art und Weise der Testung freigestellt. Das Kultusministerium stellt weiter in Aussicht, dass die Maskenpflicht ab dem 18. Oktober fällt, wenn die Schüler sich an ihrem Platz befinden.

Zu dem Testverfahren haben wir bei einigen der Grundschulen im Landkreis nachgefragt. Die Hillerschule in Bietigheim-Bissingen lässt zu Hause testen. Das bedeutet, die Schnelltests werden den Kindern mit nach Hause gegeben. Vor der Schule müssen sich die Schüler dreimal die Woche selbst testen. Die Eltern füllen ein vorgedrucktes Formular aus und das wird dann in der Hillerschule abgegeben. Das alles laufe ganz gut, heißt es in Bietigheim, doch bei 430 Schülern (inklusive der Grundschule in Metterzimmern als Außenstelle) koste die externe Testung trotzdem bis zu zehn Minuten zu Beginn des Tages – vor allem durch Kinder, die ihren Test vergessen hätten. Das Vertrauen in Kinder und Eltern sei aber stets erfüllt worden.

Bei kleineren Schulen kann auch in der Einrichtung direkt getestet werden. So geschieht es in Oberriexingen. Hier werden die Tests gemeinsam mit dem Klassenlehrer zu Beginn des Unterrichts gemacht. Die Grundschule hat insgesamt auch nur 140 Schüler. In Oberriexingen ist man sehr zufrieden mit dem System, die Schüler müssten nicht früher kommen, daher wollen es die Verantwortlichen auch beibehalten.

Ähnlich sieht man es an der Friedrich-Schelling-Schule in Besigheim. Hier werden 740 Schüler in den Klassen 1 bis 10 unterrichtet. Trotzdem finden alle Tests zu Beginn des Unterrichts in der Schule statt. In der Grundschule gibt es zudem Unterstützung. Eltern mit einer medizinischen Ausbildung helfen bei den Tests.

Auch in Ditzingen will man alles in eigener Hand haben. Auch hier wird dreimal in der Woche an der Schule getestet. Die Einrichtung ist zufrieden mit ihrem System und will daran auch in nächster Zeit nichts ändern.

Die Grundschule in Marbach lässt wiederum zu Hause testen. Dieses Vorgehen habe sich eingespielt und man wolle es auch beibehalten. Solche Tests an der Schule durchzuführen sei bei rund 500 Schülern utopisch, heißt es in Marbach. Schon heute würden Kinder manchmal ihre Testunterlagen vergessen, das bedeute eine zeitliche Verzögerung. Testungen an der Schule würde einen zusätzlichen Unterrichtsausfall von einer halben bis dreiviertel Stunde bedeuten.

In Ludwigsburg gibt es unterschiedliche Lösungen. Drei Grundschulen testen zu Hause, der Rest in der Schule. „Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Das kostet zwar Zeit, doch für uns ist das der geringste Aufwand“, sagt Christine Schumann, Leiterin der Grundschule in Schlösslesfeld. Ihre Einrichtung hat zwar auch 450 Schüler, doch hier hat man schon immer an der Schule getestet. Das bedeute aber nicht, dass alle Schulen so verfahren müssten. Das könne jede Einrichtung entsprechend ihren Möglichkeiten selbst entscheiden.

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