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Jung zieht ins Tammerfeld

Süßwarenhersteller verlegt seinen Firmensitz von Vaihingen nach Ludwigsburg

Künftig produziert Jung in Vaihingen keine Bonbons mehr. Foto: Jung
Künftig produziert Jung in Vaihingen keine Bonbons mehr. Foto: Jung

Vaihingen/Ludwigsburg.. Ein Traditionsunternehmen gibt seinen Stammsitz auf und siedelt sich in Ludwigsburg an: Der renommierte Bonbon- und Werbeartikelhersteller Jung since 1828 will im zweiten Quartal dieses Jahres seinen Firmensitz von Vaihingen/Enz nach Ludwigsburg verlegen. Wie das Unternehmen mitteilte, will es im Tammerfeld in der Maybachstraße ein bereits bestehendes und modernisiertes Firmengebäude beziehen. Genauere Angaben dazu wurden nicht gemacht.

Die eigene Bonbonproduktion in Vaihingen-Kleinglattbach will Jung nicht mehr weiterbetreiben und im Zuge des Umzugs aufgeben. Ein namhafter deutscher Hersteller solle künftig für Jung produzieren, heißt es in einer Mitteilung. Im Gesamtsortiment solle nur noch eine reduzierte Auswahl an Bonbonsorten angeboten werden. Jung hüllte sich darüber in Schweigen, um wen es sich bei dem Hersteller handelt.

Das Bonbon-Museum, laut Jung eines der ersten in Deutschland, sowie der Outlet-Store Gummibärenland sollen in Vaihingen-Kleinglattbach bleiben. Im Jahr 1999 waren sowohl Museum als auch der Fabrikverkauf eröffnet worden.

Bereits seit 1828 kocht Jung Bonbons in Vaihingen. Im Laufe der Firmengeschichte hat sich das Unternehmen vom klassischen Süßwarenproduzenten zum Hersteller von personalisierten Werbe-Süßigkeiten entwickelt.

Die Coronakrise hat sich auf das Geschäft von Jung unterschiedlich ausgewirkt. Wie eine Firmensprecherin gegenüber unserer Zeitung mitteilte, lief es im Einzelhandel während der Pandemie bislang gut. „Natürlich bekommen auch wir als Teil der Werbebranche die Auswirkungen der Coronapandemie im Bereich Werbeartikel zu spüren“, berichtet sie. Das Geschäft mit Werbeartikeln schrumpfe aktuell, „da werbetreibende Unternehmen aufgrund des Lockdowns natürlich auch gewisse Einsparungen in ihrem Werbebudget vornehmen“. Verschärfend komme hinzu, dass durch die Absagen von Messen und Präsenzveranstaltungen potenzielle Werbeanlässe entfielen. Zu Umsatz und Gewinn machte Jung keine Angaben. Vor allem an seinem zweiten Standort im thüringischen Arnstadt hat der Süßwarenspezialist die Auswirkungen der Coronakrise zu spüren bekommen. In Arnstadt betreibt Jung ein Druckzentrum, das auf das Bedrucken von Werbeartikeln spezialisiert ist. Dort sind inzwischen 29 Mitarbeiter entlassen worden.

Die gesamte Vaihinger Belegschaft wird in die neue Firmenzentrale im Tammerfeld in Ludwigsburg mit umziehen. „Wir haben bestmöglich versucht, für alle Mitarbeiter, die von der Schließung der Bonbonproduktion betroffen sind, eine geeignete und gute Lösung zu finden und möglichst alle Mitarbeiter in neuen Aufgabenfeldern weiterzubeschäftigen“, sagt die Firmensprecherin.

Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, ließ sie offen. An den Standorten in Vaihingen und Arnstadt sind derzeit 200 Mitarbeiter tätig, teilte Jung mit. Durch den Umzug nach Ludwigsburg verspricht sich Jung vor allem eine bessere verkehrstechnische Anbindung nach Arnstadt.

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