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Keine Infektionen im Dienst

Bei der Verbandsversammlung in Freiberg hat Kreisvorsitzender Klaus Haug (links) zahlreiche Ehrungen vorgenommen. Die höchsten Ehrungen des Deutschen Feuerwehrverbands bekamen die „Zivilisten“ Rudolf Kürner aus Markgröningen und Gerd Maisch aus Vaihi
Bei der Verbandsversammlung in Freiberg hat Kreisvorsitzender Klaus Haug (links) zahlreiche Ehrungen vorgenommen. Die höchsten Ehrungen des Deutschen Feuerwehrverbands bekamen die „Zivilisten“ Rudolf Kürner aus Markgröningen und Gerd Maisch aus Vaihi
Das Fahrzeug mit neuester Messtechnik.
Das Fahrzeug mit neuester Messtechnik.
Im Freiberger Prisma fand am Freitagabend die diesjährige Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands Ludwigsburg statt. Kreisvorsitzender Klaus Haug kritisierte die Mittelkürzungen beim Katastrophenschutz und Kreisbrandmeister Andy Dorroch kündigte neue Herausforderungen für die Feuerwehren an.

Freiberg. Das vergangene Jahr habe, so Verbandsvorsitzender Klaus Haug, ganz im Zeichen der Corona-Pandemie gestanden. Die Einschränkungen und Hygienevorschriften hätten den Wehren viel abverlangt. Leider hätte nur wenige Veranstaltungen durchgeführt werden können.

Haug dankte den Einsatzkräften, die trotz dieser schwierigen Bedingungen ihren Einsatzdienst ohne Wenn und Aber, äußerst pflicht- und verantwortungsbewusst ausgeübt hätten und den Bürgerinnen und Bürgern in ihrer Not zur Seite gestanden seien.

Die Einsatzabteilungen leisteten im vergangenen Jahr eine nicht unerhebliche Zahl von rund 5000 Einsätzen. Dank sagte Haug auch den Einsatzkräften, die sich während der Corona-Pandemie, der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz, der Erdbebenhilfe für Kroatien und der aktuellen Ukraine-Krise ehrenamtlich eingebracht hätten.

Dem Kreisfeuerwehrverband sei es ein wichtiges Anliegen, so Haug, sich für die Belange seiner Mitglieder einzusetzen. Erfolge meldet Haug bei der Ehrenamtsförderung. Im vergangenen Jahr seien auch auf Initiative der Feuerwehrverbände höhere Steuerfreibeträge für die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen durchgesetzt worden. Als einen wichtigen Baustein bei der Förderung des Ehrenamtes sieht Haug auch die Anrechnung von Entgeltpunkten bei der gesetzlichen Rentenversicherung.

Im Rahmen der Ehrenamtsförderung habe der Landesfeuerwehrverband verschiedene Rabattangebote für seine rund 113000 ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen vereinbart.

Das Land stelle den Kommunen insgesamt rund 54 Millionen Euro für Feuerwehrhäuser, Fahrzeuge sowie Ausstattung und Ausbildung der Feuerwehrangehörigen zur Verfügung, freut sich der Verbandsvorsitzende.

Die Ausbildungskapazität an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal solle um 25 Prozent erweitert werden. Bereits im kommenden Jahr könnten deutlich mehr Lehrgangsplätze, vor allem bei den Gruppen- und Zugführerlehrgängen, angeboten werden, teilte Haug mit.

Kritisiert hat Klaus Haug das Bundesinnenministerium, weil es für den Bevölkerungsschutz und die Katastrophenhilfe im kommenden Jahr 112 Millionen Euro weniger als in diesem Jahr einsetze und auch das Budget für das Technische Hilfswerk um 158 Millionen Euro kürzen wolle. „Die seitens der Bundesregierung geplanten Einsparungen beim Katastrophenschutz können und dürfen wir nicht hinnehmen“, betont Haug. Der gesamte Bereich des Katastrophenschutzes muss es auf Bundes- und Landesebene dringend stabilisiert und verbessert werden, fordert Haug.

Dorroch lobt hohe Disziplin

Kreisbrandmeister Andy Dorroch bescheinigte den Kreisfeuerwehren währen der Pandemie eine hohe Disziplin. Es habe keine Infektionen im Einsatz gegeben. Allerdings habe die Kameradschaft stark gelitten. Corona sei noch nicht vorbei, sagte Dorroch. Jetzt gelte es Strategien für die Zukunft zu finden.

Der Kreisbrandmeister teilte mit, dass der Gerätewagen Mess in Dienst gestellt worden sei; seine Technik habe bundesweit Interesse ausgelöst. Das Wechselladerkonzept aus dem Jahr 2014 sei jetzt abgeschlossen.

Bei der Ausbildung werde künftig auf eine Erhöhung und „Schärfung“ der Kernkompetenzen wert gelegt. Ziel sei ein schnelles und zielgerichtetes Vorgehen bei Bränden mit Menschenleben in Gefahr. Dazu werde auch eine Heißbrandausbildung im Landkreis aufgebaut.

Durch die Unwetterereignisse habe die Katastrophenschutzvorsorge in der Gesellschaft deutlich an Bedeutung gewonnen, stellt Dorroch fest. „Es liegen große Herausforderung vor uns, die nur gemeinsam angegangen werden können. Katastrophenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: vom Bund, über die Länder, Kreis und Kommunen bis zum Bürger“ ,betonte Dorroch.

In Grußworten haben Bürgermeister Dirk Schaible seine Stadt und Kommandant Thomas Jetter die Freiberger Wehr vorgestellt. Der erste Landesbeamte und Landratsstellvertreter, Jürgen Vogt, sicherte den Wehren Unterstützung durch das Landratamt zu.