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Klares Votum für zwei Standorte

Die Entscheidung steht: Beim Bürgerentscheid in Freiberg stimmte am Sonntag die Mehrheit für zwei Schulstandorte. Damit ist in der Stadt der Weg frei für eine vierzügige Halbtags- und Ganztagsschule in Wahlform am Standort Kasteneck-Park. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,9 Prozent.

Die Bürger haben entschieden: Die Flattichschule (Mitte) wird in die Kasteneckschule (links) integriert. Der Standort in Beihingen wird aufgegeben. Erhalten bleibt dagegen die Grünlandschule. Archivfotos: Holm Wolschendorf
Die Bürger haben entschieden: Die Flattichschule (Mitte) wird in die Kasteneckschule (links) integriert. Der Standort in Beihingen wird aufgegeben. Erhalten bleibt dagegen die Grünlandschule. Foto: Holm Wolschendorf
Die Bürger haben entschieden: Die Flattichschule (Mitte) wird in die Kasteneckschule (links) integriert. Der Standort in Beihingen wird aufgegeben. Erhalten bleibt dagegen die Grünlandschule. Archivfotos: Holm Wolschendorf
Die Bürger haben entschieden: Die Flattichschule (Mitte) wird in die Kasteneckschule (links) integriert. Der Standort in Beihingen wird aufgegeben. Erhalten bleibt dagegen die Grünlandschule. Foto: Holm Wolschendorf
Die Bürger haben entschieden: Die Flattichschule (Mitte) wird in die Kasteneckschule (links) integriert. Der Standort in Beihingen wird aufgegeben. Erhalten bleibt dagegen die Grünlandschule. Archivfotos: Holm Wolschendorf
Die Bürger haben entschieden: Die Flattichschule (Mitte) wird in die Kasteneckschule (links) integriert. Der Standort in Beihingen wird aufgegeben. Erhalten bleibt dagegen die Grünlandschule. Foto: Holm Wolschendorf
Stimmabgabe in Freiberg. Für den Bürgerentscheid hatten die Wähler gelbe Stimmzettel in die Wahlurne zu stecken. Foto: Ramona Theiss
Stimmabgabe in Freiberg. Für den Bürgerentscheid hatten die Wähler gelbe Stimmzettel in die Wahlurne zu stecken. Foto: Ramona Theiss
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Freiberg. Soll es zwei oder drei Grundschulstandorte in Freiberg geben? Jetzt herrscht Klarheit: 4552 Freiberger (55 Prozent) haben die Frage „Sind Sie dafür, dass die Flattichschule und die Kasteneckschule am Standort Kasteneck zusammengeführt werden, und dass die Grünlandschule am Standort Grünlandstraße erhalten bleibt?“ mit „Ja“ beantwortet. 3724 Bürger (45 Prozent) antworteten mit „Nein“. Damit haben die Stadtverwaltung und die Schulleitungen jetzt einen klaren Auftrag, die Planung für die Zwei-Standort-Lösung einzuleiten. Der Grundschulstandort im Stadtteil Beihingen wird aufgegeben.

Von insgesamt 12826 Stimmberechtigten haben 8276 eine gültige Stimme abgegeben, 176 Stimmen waren ungültig. Das Abstimmungsquorum von 20 Prozent (2565 Stimmen), das es laut Gesetz zu erfüllen gilt, wurde deutlich überschritten. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,9 Prozent.

Bürgermeister Dirk Schaible zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung nicht nur mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids äußerst zufrieden. Er freute sich auch über die hohe Wahlbeteiligung. „Zwei Drittel der Freiberger sind zur Wahl gegangen, obwohl viele das Thema nicht betrifft – umso mehr führt das Ergebnis zu einer großen Akzeptanz in der Bürgerschaft“, sagte der Rathauschef. Er selbst sei „sehr erleichtert, auch über die Klarheit des Ergebnisses“. Das Resultat sei gut und wichtig für die Freiberger Kinder und die Schullandschaft in der Stadt. Insofern freue er sich auch für die Rektoren, die jetzt für den weiteren Weg Klarheit hätten. Ein großer Dank gebühre dabei der „ Elterninitiative für zukunftsfähige Grundschulen in Freiberg“, die in den vergangenen Wochen großen Einsatz für die Zwei-Standort-Lösung gezeigt habe. An den Schulen liege es nun, ein vernünftiges Konzept zu stricken, die Stadtverwaltung werde parallel in die Bauplanung gehen. Um die nächsten Schritte zu besprechen, werde er sich diese Woche mit den Rektoren zusammensetzen.

Harald Schönbrodt, der sich wie bereits 2016 für den Erhalt der drei Grundschulen einsetzte, machte deutlich, dass er das Ergebnis akzeptieren wolle. Zwei Schulen seien immer noch besser als eine. Allerdings sei es besonders bitter, dass sich gerade im Stadtteil Beihingen die Mehrheit gegen den Erhalt der Flattichschule ausgesprochen hätte. Als Grünen-Stadtrat werde er am Gestaltungsprozess beteiligt sein. Er wünsche sich, dass es mit der Realisierung der zwei Schulstandorte „wenig Verkehr und wenig Flächenverbrauch gibt“.

Sibylle Schieck von der Elterninitiative freute sich „wahnsinnig über das Ergebnis und dass die Mehrheit den Experten gefolgt ist“. Sie sei auch froh, dass die Initiative „ein Stück weit“ dazu beigetragen habe, dass die Schüler künftig in einer größeren vierzügigen Schule einen qualitativ hochwertigen Ganztagsunterricht erhalten können. Jetzt liege es an der Stadt und den Schulen, einen guten Plan dafür aufzustellen.

René Coels, geschäftsführender Leiter aller Freiberger Schulen, begrüßte es, „dass es für die Freiberger Kinder jetzt eine Perspektive für den Ganztag gibt“. Gleichzeitig freute er sich über die hohe Wahlbeteiligung. „Sie zeigt, dass sich viele Bürger mit der Materie beschäftigt haben“, so Coels. In den nächsten Monaten sei es wichtig, mit dem Staatlichen Schulamt zusammenzuarbeiten. Er hoffe, dass es dabei gelingt, alle Schulen in die Planung mit einzubinden.

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