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Kosmos, Musik und doppelte Schlingen

Brezelmuseum feiert fünfjähriges Bestehen – Sonderausstellung mit Werken von Lisa Moll – Ironische Kunstwerke

Eine verschlungene Sache, die Kunst von Lisa Moll. Foto: Holm Wolschendorf
Eine verschlungene Sache, die Kunst von Lisa Moll. Foto: Holm Wolschendorf

Erdmannhausen. Es gibt die jahrtausendealte Himmelsscheibe von Nebra und den Brezelhimmel von Erdmannhausen. Zum fünfjährigen Bestehen des Brezelmuseums, das gestern gefeiert wurde, hatte die Künstlerin Lisa Moll ein Rundbild gefertigt und führte zudem in einen kuriosen musikalischen Kosmos um doppelte Schlingen und klangliche Unendlichkeit.

Schon zum Auftakt der Öffnung zum fünfjährigen Bestehen waren etliche Besucher gekommen, um sich durch das Museum führen zu lassen, die Sonderausstellung anzuschauen sowie als krönenden Abschluss Brezeln und Wein aus Öko-Anbau zu genießen. „Karl Huober wäre stolz darauf“, sagte die Leiterin Sonja Hart zur Entwicklung des Brezelmuseums, das sich längst einen Namen über die Region hinaus gemacht hat.

Vor mehr als zwei Jahren starb Karl Huober plötzlich und unerwartet. Der frühere Chef der Firma Huober Brezel war Initiator für das Museum und die Dauerausstellung, die auch Fragen über die Ernährung mit gesunden landwirtschaftlichen Produkten aufwirft, trägt seine Handschrift. Hier wird es durchaus philosophisch und das Museum lädt außerdem zum Mitmachen ein, denn das Schlingen des Brezelteiges gehört ebenso zu einem Besuch dazu wie das Eintauchen in alte Geschichten, in Mythen und Legenden rund um das Laugengebäck, das längst den Globus erobert hat.

Als Vertreter der Firma Huober war Geschäftsführer Arlend Huober vor Ort und freute sich über die große Verbundenheit der Menschen zu diesem besonderen Museum. Bürgermeister Marcus Kohler war ebenso zum fünfjährigen Bestehen gekommen wie seine Vorgängerin Birgit Hannemann. Von Interesse war vor allem die Sonderausstellung, die auf amüsante Weise das Brezel-Phänomen beleuchtet. Lisa Moll, die am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach unterrichtet, präsentierte in der Ausstellung nicht nur den Erdmannhäuser Brezelhimmel als große runde Scheibe, sondern stellte mit weiteren durchaus ironischen Kunstwerken den Zusammenhang zwischen Musik und Brezel her. Der gipfelte schließlich in dem per Video zu sehenden Versuch, die schwäbische Brezel musikalisch zu entschlüsseln und auf dem Klavier zu interpretieren.

Als pfiffigen Ragtime in „Bicinium“ genannter zweistimmiger Renaissance-Tradition und bewegungsfreudig in verschlungener Brezelform interpretiert. Brezel und Klaviatur gingen da eine Symbiose ein. Dieser künstlerische Ansatz überzeugte auch Bürgermeister Marcus Kohler. Schließlich nahm Lisa Moll draußen im Hof am E-Piano Platz, um das Zusammensein bei Brezeln und ein wenig Wein klangvoll zu umrahmen.

Die Weinerlebnisführer Ingrid und Wolfgang Link sowie Günther Schuster aus Ludwigsburg schlugen da den Bogen vom Laugengebäck mit Zutaten aus biologischem sowie biologisch-dynamischem Anbau zu einer launig moderierten Probe von Öko-Weinen aus der Region.

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