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Land liefert zu wenige Schnelltests für den Kreis

Weil das Sozialministerium nur die Hälfte der bestellten Menge an Schnelltests in den Kreis liefert, macht die Stadt Ludwigsburg bei der Aktion vor Weihnachten nicht mit.

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Kreis Ludwigsburg. Das Deutsche Rote Kreuz wird vor Heiligabend landesweit kostenlose Corona-Schnelltests anbieten. Das Angebot am 23. und 24. Dezember richte sich an alle, die an den Weihnachtstagen etwa Verwandte besuchen möchten, die zu einer Risikogruppe gehören, teilte das Sozialministerium mit. „Wir wollen mit der Aktion erreichen, dass kein Mensch das Weihnachtsfest einsam und alleine verbringen muss“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha in Stuttgart. Das Sozialministerium für Soziales und Integration stellt laut Pressemitteilung an rund 150 Standorten in über 120 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg insgesamt 80000 kostenlose Antigen-Schnelltests zum Nachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 aus der Notreserve des Landes zur Verfügung.

Die Tests werden auch in 14 Kommunen im ganzen Landkreis zu erhalten sein. Kurzfristig haben die Städte Ludwigsburg und Gerlingen aber entschieden, sich nicht an der Aktion zu beteiligen. Hintergrund ist nach Auskunft von DRK-Sprecher Steffen Schassberger, dass das Land nicht genügend Tests zur Verfügung stellen kann. Landesweit, heißt es von Seiten des DRK, würden weit weniger als die bestellten 90000 Tests gestellt. Die Rede ist von maximal der Hälfte.

„Wir haben für den Landkreis 10000 Schnelltests geordert“, so Schassberger. Jetzt bekomme man lediglich 4200. Damit sei es nicht möglich, eine Stadt wie Ludwigsburg auch nur annähernd zu versorgen. Ursprünglich war geplant, ein Testzentrum auf der Bärenwiese einzurichten.

Der DRK-Ortsverband, der diese Testungen am 23. und 24. Dezember durchführen könnte, kann das aufgrund einer Vielzahl von derzeit laufenden Maßnahmen und vor allem auch wegen seiner Mitwirkung bei der nun anlaufenden Impfstrategie im Landkreis nicht leisten, teilte am Abend auch die Stadt Ludwigsburg mit.

Es wäre ein immenser logistischer und personeller Aufwand für eine Stadt mit 93000 Einwohnern, das Angebot in adäquater Weise anzubieten. Zudem seien 10000 Schnelltests vom Kreisverband angefordert worden, ganze 4200 Schnelltests konnten nun vom Sozialministerium für den Landkreis zur Verfügung gestellt werden.

„Schnelltests vor Weihnachten wären zwar eine Unterstützung für Familien gewesen, hätten aber auch keine wirkliche Sicherheit vor einer Infektion geboten“, sekundiert DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach. „Wir bedanken uns beim DRK für die intensive Prüfung, um auch Schnelltests in Ludwigsburg durchführen zu können, teilen aber auch die Einschätzung des DRK, dass die derzeit laufenden Maßnahmen und vor allem die Vorbereitung der Impfungen im Januar wichtiger sind“, erklärt Erster Bürgermeister Konrad Seigfried.

Angebote in 14 Kommunen

Trotzdem sollen die Menschen, die sich vor einem Familienbesuch testen lassen wollen, hierfür in zahlreichen Kommunen die Gelegenheit erhalten (siehe Tabelle). Dazu sei es notwendig, dass die Interessenten sich online registrierten. Die Kommunen würden auf ihrer Homepage ein entsprechendes Angebot machen. In Sersheim waren in weniger als fünf Minuten alle Testmöglichkeiten vergeben.

Schassberger wies darauf hin, dass die Schnelltests zu 95 Prozent Sicherheit, aber keine komplette Garantie böten. Man erhalte bei einen negativen Ergebnis auch keine Bescheinigung. Deshalb soll man sich auch bei einem negativen Ergebnis weiter an die derzeit geltenden Regeln zum Abstand halten oder die Maskenpflicht halten. Der Vorteil des Schnelltests ist, dass ein Ergebnis bereits innerhalb von 15 bis 30 Minuten vorliegt.

Schassberger weist darauf hin, dass man ein Hygienekonzept erstellt und dafür auch vom Gesundheitsamt im Kreis grünes Licht erhalten habe. „Wir werden sicherstellen, dass es zu keinen Warteschlangen kommt“, so Schassberger. Dafür würden Termine nicht parallel vergeben. „Ohne einen Onlinetermin kommen sie auch nicht in die Teststation“, erklärte der Sprecher. Wer ein positives Ergebnis bei dem Schnelltest habe, müsse sich sofort in Quarantäne begeben. Diese könne auch nur dann aufgehoben werden, wenn ein negativer PCR-Test vorliege. „Dieser muss dann aber auf eigene Kosten bei einem Arzt gemacht werden.“

Die Stationen befänden sich in Gebäuden, aber auch im Freien. In Kornwestheim soll im Foyer des Rathauses getestet werden, in Oberstenfeld auf dem Parkplatz Bäderwiesen. Auch in Ditzingen hat man einen Parkplatz vorgesehen.

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