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Lautsprecher aus Holz und ein Kartenspiel

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Ein Kartenspiel, das die Lehrer auf die Schippe nimmt, hat die Schülerfirma „dieKarten“ konzipiert. Lautsprecherboxen, deren Hüllen Baumstämme aus heimischen Wäldern sind, baut die Firma „Treesound“. Fotos: privat
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Gleich zwei Schülerfirmen am Mörike-Gymnasium lernen die Gesetze des Unternehmertums kennen.

Ludwigsburg. „Treesound“ baut und verkauft Lautsprecherboxen aus Holzstämmen, die Firma „dieKarten“ hat ein eigenes Spiel entwickelt. Die Schüler der Jahrgangsstufe I, die den Seminarkurs Unternehmensgründung belegt haben, verstehen sich nicht als Konkurrenten. Das mag durchaus an den Produkten liegen, die recht unterschiedlich sind. „Wir bauen Ökoblaster, das sind Musikboxen aus Holz“, erklärt Calvin Scholl, der bei „Treesound“ stellvertretender Vorstand ist. Auf die Idee gekommen ist David Alt, Vorstandsvorsitzender der Firma, der im Internet auf ein Ladegerät mit Holzhülle aufmerksam geworden war. Von der Idee bis zur Realisierung vergingen etliche Wochen. „Wir haben etliche Mal bis spätabends im Werkraum unserer Schule gesessen und am Produkt getüftelt, erzählt Alt. Die Kosten pro Box liegen bei 35 Euro.

Herausgekommen sei „ordentlicher Sound, verpackt in einem genialen Produkt“, ergänzt Finn Steffan. Doch die Schüler haben nicht nur gesägt, gebohrt und gelötet, sondern vor allem die Gesetze der Wirtschaft kennengelernt. „Wir haben einen neunseitigen Businessplan erstellt“, erzählt er. Außerdem ist genau geregelt, wer welche Aufgabe in dem Unternehmen übernimmt.

Um das Startkapital zusammenzubekommen, haben die Schüler Aktien ausgegeben: Insgesamt 73 Anteile mit einem Betrag von jeweils zehn Euro sind veräußert worden. Der Einsatz hat sich gelohnt: zehn Ökoblaster sind bereits verkauft worden, 15 Bestellungen liegen vor. „Wir haben gemerkt, dass wir in eine Firma viel Zeit investieren müssen“, lautet das Fazit von David Alt. Calvin hat die Kombination aus Theorie und Praxis gefallen: Das ist eine realitätsnahe Sache.“

In einem ganz anderen Bereich hat sich der zweite Seminarkurs selbstständig gemacht. Die elf Jugendlichen haben ein Kartenspiel konzipiert. Beim „Game of Teachers“ werden Lehrer auf die Schippe genommen. „Wir haben uns auf die positiven Eigenschaften konzentriert“, erläuterte Daniel Ritz. Die Karikaturen und Texte – alles stammt aus der Feder der Kreativabteilung der Firma – beschreiben 30 Lehrertypen. 30 Spiele seien bereits verkauft worden, 20 Bestellungen warten darauf abgearbeitet zu werden. „Wir gehen jetzt in die zweite Produktionsphase“, so Ritz. „Die Spielidee besteht darin, dass die Lehrer auf einer einsamen Insel stranden“, erklärte Anton Richert. Dort müssen die Lehrkräfte ungewohnte Herausforderungen bewältigen. So sieht eine Spielkarte die Begegnung mit Kannibalen vor. „Die Zielgruppen sind Lehrer und Eltern“, verweist Paul Haller auf den Kaufpreis von 17 Euro, der nicht unbedingt taschengeldkompatibel ist.

Ganze Arbeit hat die Kreativabteilung von „dieKarten“ geleistet, die fleißig gezeichnet und die Texte geschrieben hat. „Das hat Spaß gemacht“, so Robin Schön. Auch wenn er und seine Mitschüler einräumen, dass viel Arbeit hinter solch einem Projekt steckt. Geleitet werden die Seminarkurse von den Lehrern Jessica Liß und Stefan Riemer.

Das Besondere an Schülerfirmen besteht darin, dass Jugendliche als Mitarbeiter oder Geschäftsführer kaufmännische Tätigkeiten ausführen und unternehmerische Entscheidungen treffen, um ihre Produkte zu vermarkten. Das geht über Planspiele hinaus, da echte Gewinne und – im schlechten Fall – auch Verluste, erzielt werden können.