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LKZ stellt die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Ludwigsburg vor

Beim Livestream geht es um bundespolitische Fragen aber auch um lokale Themen aus dem Wahlkreis

Per Livestream hat die Ludwigsburger Kreiszeitung die Kandidaten für den Wahlkreis Ludwigsburg vorgestellt. Foto: Ramona Theiss
Per Livestream hat die Ludwigsburger Kreiszeitung die Kandidaten für den Wahlkreis Ludwigsburg vorgestellt. Foto: Ramona Theiss
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Ludwigsburg. Noch knapp zwei Wochen bis zur Bundestagswahl. Überall in Stadt und Kreis hängen die Wahlplakate der Parteien mit den Gesichtern, die diese hier im Wahlkreis repräsentieren. Doch wofür stehen diese Personen? Was wollen sie bewirken, sollten sie in den Bundestag gewählt werden? Beim Livestream der Ludwigsburger Kreiszeitung am Dienstagabend haben LKZ-Chefredakteurin Ulrike Trampus und der stellvertretende Leiter der Stadtredaktion Hans-Peter Jans der Kandidatin und den Kandidaten auf den Zahn gefühlt.

Steffen Bilger (CDU), Sandra Detzer (Grüne), Macit Karaahmetoglu (SPD), Martin Hess(AfD), Oliver Martin (FDP) und Andreas Frisch (Die Linke) nahmen zu bundespolitischen aber auch lokalen Themen Stellung. Wir fassen hier die wichtigsten Themen zusammen:

Klimapolitik

Umweltthemen sind die politische DNA der Grünen, kein Wunder also, dass sich Sandra Detzer für den Ausbau erneuerbarer Energien wie Windkraft, Photovoltaik und Geothermie einsetzen möchte. „Der Klimawandel sitzt und im Nacken. Wir haben nur noch zehn Jahre Zeit.“

Inzwischen sind es aber nicht mehr die Grünen allein, die dieses Thema besetzen. Nahezu allen Parteien haben sich die Klimapolitik auf die Fahnen geschrieben, was Detzer zu der Spitze verleitete: „Alle anderen Parteien führen jetzt auch plötzlich Klimapolitik im Mund. Ich bin gespannt, wie sie uns nach der Wahl dann auch wirklich unterstützen.“

Oliver Martin bemängelte: „Wir reden seit Jahren über dieses Thema, aber wir setzen nichts um. Daran mangelt es!“ Es brauche einen Konsens in der Gesellschaft. Er selbst befürworte den Kohleausstieg. „Aber wir können hier nicht alles abschalten und dann den Atomstrom aus Frankreich einkaufen.“ Von einer Solardach-Pflicht für Neubauten hält der FDP-Mann nichts. „Das macht das Wohnen noch teurer.“ Stattdessen sollten lieber Dächer von öffentlichen Gebäuden mit Solaranlagen ausgestattet werden.

Die Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden im Land seien bereits verdoppelt worden, entgegnete Detzer. „Wenn man wenig verdoppelt ist es immer noch wenig“, so Martin.

Für den parlamentarischen Staatssekretär im Verkehrsministerium Steffen Bilger hat erfolgreiche deutsche Klimapolitik auch eine globale Bedeutung. Bis 2045, so hat sich die Bundesregierung vorgenommen, soll Deutschland klimaneutral sein. „Sind wir erfolgreich, dann motivieren wir andere Länder nachzuziehen.

Für Martin Hess, der für die AfD im Bundestag sitzt, ist „Klimarettungspolitik ein Fehler.“ Deutschland sei viel zu klein, um einen globalen Effekt zu erzielen. Er verwies auf China, das keinerlei Klimaambitionen hege. Stattdessen fielen in Deutschland Arbeitsplätze weg und man riskiere einen Energie-Engpass. „Das ist eine sinnlose, verfehlte Politik.“ „Nichts zu tun ist auch keine Lösung“, entgegnete Steffen Bilger.

Wirtschaftspolitik

Mit neuer Technologie möchte die CDU einer möglichen Wirtschaftskrise entgegenwirken. „Wenn wir wollen, dass unsere Produkte weltweit verkauft werden, können wir die E-Mobilität nicht ignorieren“, so Bilger. Es gelte, Ideen für die Autos der Zukunft zu entwickeln.

Ähnlich äußerte sich Sandra Detzer: „Wir müssen die Megatrends der Zukunft antizipieren. Wir wollen beweisen, dass man mit Klimaneutralität auch Geld verdienen kann.“

Auch die SPD will den Transformationsprozess unterstützen. Macit Karaahmetoglu will diesen mit Einnahmen aus der Erhöhung des Spitzensteuersatzes unterstützen.

Und während Oliver Martin, selbst Unternehmer, von der Politik Planungssicherheit einfordert, fürchtet Martin Hess den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze.

Wohnungspolitik

Große Wohnprojekte schnell umsetzen, dass forderte Karaahmetoglu. Dazu müssten Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Außerdem müsse dichter und höher gebaut werden.

Andreas Frisch verwies auf Barcelona und den Stuttgarter Westen als Beispiele, wie verdichtetes Wohnen attraktiv gestaltet werden könne. Er wolle sich für einen bundesweiten Mietendeckel und die Bekämpfung des Leerstands einsetzen.

Steuerpolitik und Mindestlohn

In Sachen Steuererhöhung haben die Linken nach den Worten von Andreas Frisch die „Superreichen“ im Blick. In der Coronapandemie habe sich der Staat verschuldet, das solle nun nicht auf dem Rücken der kleinen Bürger ausgetragen werden. „Wir möchten, dass diejenigen, die von der Pandemie profitiert haben, nun auch zahlen.“ Die SPD will kleine und mittlere einkommen entlasten, im Gegensatz den Spitzensteuersatz erhöhen.

13 Euro pro Stunde, das ist die Forderung der Linken in Sachen Mindestlohn. „Das ist ein Thema für die Rente und fürs Wohnen“, so Frisch. 12 Euro Mindestlohn sind das Ziel, das die SPD anpeilt. „Ich höre dann immer, dass es heißt, in der Gastronomie könne das nicht gezahlt werden. Aber dann müssen wir halt alle 20 Cent mehr für unseren Kaffee zahlen“, sagt Karaahmetoglu.

Jugendpolitik

Einigkeit herrschte bei den Kandidaten darüber, Jugendlichen öffentliche Räume zur Verfügung zu stellen, wie beispielsweise den Akademiehof in Ludwigsburg.

Digitalisierung

Steffen Bilger setzt auf ein Digitalministerium, das all das besser koordinieren könne, was in den Ministerien gemacht wird. „Wir diskutieren zu lange“, kritisierte er. Der Breitbandausbau sei zwar vorangekommen, aber noch nicht so, wie man es sich wünsche.

Martin Hess nannte den Breitbandausbau eine „Schande“.

Info: Wer sich den Livestream anschauen möchte, findet diesen im Internet unter www.lkz.de/impulse oder auf dem LKZ-Youtube Channel.

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