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Louie Louie will die Weinszene rocken

Marbacher Start-up blickt auf gutes erstes Geschäftsjahr zurück – Demnächst kommt auch ein alkoholfreier Sekt auf den Markt

„Cuveé-Wein ist hipp“, finden Svenja Kneesch und Alexander Mößner, die Gründer von Louie Louie. Fotos: Frederic Laux/p
„Cuveé-Wein ist hipp“, finden Svenja Kneesch und Alexander Mößner, die Gründer von Louie Louie. Foto: Frederic Laux/p
Für das ausgefallene Design der Flasche mit dem Korkenzieher-Stinkefinger haben die Louie-Louie-Gründer den deutschen Design Award 2021 gewonnen.
Für das ausgefallene Design der Flasche mit dem Korkenzieher-Stinkefinger haben die Louie-Louie-Gründer den deutschen Design Award 2021 gewonnen.

Marbach. Das junge Marbacher Weinlabel Louie Louie hat es sich zum Ziel gemacht, die Weinszene zu revolutionieren – und das nicht nur in der Region. Alexander Mößner und Svenja Kneesch, die ihr Start-up nur wenige Monate vor Beginn der Coronapandemie gründeten, haben bereits im Krisenjahr 2020 über 40000 Flaschen verkaufen können. Das Unternehmen blickt also auf ein schon recht erfolgreiches erstes Jahr zurück. Allerdings hatten sich die beiden Gründer höhere Ziele gesteckt. „Unser Ziel war es, über Festivals und Events die Marke aufzubauen. Corona hat uns da gar nicht geholfen.“ Dennoch ist das junge Weinlabel bisher gut durch die Pandemie gekommen und hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen.

Die Idee hinter Louie Louie: Bio-Cuveé in einem provokanten, mittlerweile preisgekröntem Flaschendesign und mit einem außergewöhnlichen Vertriebskonzept. „Louie Louie ist angetreten, um den Cuveé-Wein in Deutschland in aller Munde beliebt zu machen“, betont Gründer Alexander Mößner. Was bei den Franzosen den Ruf genieße, eine edle Kreation aus den besten Weinsorten zu sein, würden die Deutschen gerade erst für sich entdecken. Die Marbacher Kreation sei eine Verbindung aus den Rebsorten Grauburgunder, Sauvignon blanc, Rivaner und Riesling. „Wir haben uns durch die komplette Weinwelt getrunken, um am Ende den für uns perfekten Wein zu kreieren“, scherzt Mößner. Dies sei ihnen gelungen. „Unsere Erfahrung hat uns beigebracht, sei du selbst und mach’, worauf du Bock hast“, schreiben die beiden auf ihrer Homepage. „Nur dadurch schafft man Authentisches und Erfolgreiches.“ Interessant auch die Namenssuche. „Je flüssiger ein Abend, je absurder die Namen“, verrät Mößner. Wir hörten ein Lied von Iggy Pop: „Louie Louie“. Der Name habe ihnen gefallen. „Je häufiger wir Louie Louie wiederholten, desto passender fanden wir den Namen.“ Iggy Pop sei ja auch ein „lässiger Musiker“.

Zudem ist der Weißwein-Cuveé ein bio-vegan zertifizierter Qualitätswein. Das Bio-Siegel zeugt davon. Auch darauf legen die beiden Schwaben Wert. „Es war uns wichtig, Bioweine zu verwenden“, so Mößner – solange der Geschmack dadurch keine Einschränkungen erfahre. „Mit dem Thema ,Bio‘ sollte man sich nüchtern beschäftigen“, scherzt der Marbacher Weinexperte. Winzer, Weintrinker und Händler diskutieren dieses Thema oft hitzig. Jeder unterstelle dem anderen, keine Ahnung vom Weinbau zu haben und nicht in der Lage zu sein, guten Wein zu produzieren, geschweige denn zu erkennen. Der große Unterschied zum konventionellen Weinbau sei, dass der Biowinzer auf die Chemie-Giftspritze verzichte und vorbeugend arbeite. „Wichtig ist hierbei beispielsweise eine intensive Laubpflege, um das Blätterdach der Reben luftig zu gestalten. Dadurch sinke die Wahrscheinlichkeit des Krankheitsbefalls von Pflanze und Traube.

„Ein gesunder Boden ist das Wichtigste im Bioweinberg“, betont der Louie-Louie-Gründer Mößner, der mit seiner Partnerin für ihre Weinkreationen landauf, landab Biowinzer besucht hat. Deren Arbeitsweisen haben sie sich angesehen. Und natürlich auch deren Weine verkostet.

Einen „Allerweltswein“, den es in jedem Discounter gibt, wollen Kneesch und Mößner nicht anbieten. „Wir wollen in coolen Bars & Clubs gefunden werden und da, wo man uns nicht vermutet“, betont Mößner. Die Louie-Louie-Weine findet man aber natürlich auch im Online-Shop des Start-ups unter www.drinklouie.de. Zudem stehen sie, wie Mößner und Kneesch betonen, in den Weinregalen von Edeka und Rewe. „Darüber hinaus stehen weitere Verhandlungen mit spannenden Partnern an.“

Auch zahlreiche Online-Fans hat das junge Weinlabel mittlerweile gewonnen – vor allem auch in Norddeutschland und Berlin. „Du hast einen richtig leckeren Saufwein gemacht“, sei unlängst das Fazit eines Berliner Gastronomen dazu gewesen.

„Einige unserer Freunde verabscheuen Wein, trinken aber neuerdings Louie Louie. Die Reaktionen sind sehr positiv und die Menschen aufgeschlossen für etwas Neues“, findet Kneesch. Dies trifft auch auf den Sekt des Start-ups zu, von dem das Duo bisher 8000 Flaschen verkauft hat.

Ein Korkenzieher-Stinkefinger anstelle eines Etiketts ziert die Flasche des Weißweincuveés: „Trust me, you can dance“ – „Vertraue mir, du kannst tanzen“, steht da auf der an eine Bier- oder Limonadenflasche erinnernde, einen halben Liter fassende Bügelflasche zu lesen. Für das ausgefallene Design der Flasche haben die beiden Louie-Louie-Gründer den renommierten deutschen Design Award 2021 gewonnen. „Die Flasche fällt auf, das Design fällt auf“, betont Svenja Kneesch.

„Eine der schwierigsten Aufgaben war es, einen Abfüller zu finden, der Bügelflaschen befüllen kann“, erinnert sich Mößner. Mittlerweile sind die Marbacher Gründer in der Region fündig geworden und sind eine Allianz mit dem Weingut Schloss Affaltrach eingegangen.

„Die Bügelflasche ist ein hervorragender Verschluss für Weißweine, weil sie dichter ist als ein Korken oder eine Flasche mit Schraubverschluss“, betont Mößner. Zudem lasse sich die „Weinflasche für unterwegs“ immer sehr gut wiederverschließen.

Das Start-up hat auch dieses Jahr viel vor: Kneesch und Mößner wollen ihre Produktpalette um einen Rosé, alkoholfreie Varianten und einen Cider erweitern. „Wir stehen in den Startlöchern, um in die Frühjahrssaison zu starten“, so Mößner. „Unser alkoholfreier Sekt ist fertig, wir werden ihn in einigen Wochen auf den Markt bringen“, kündigt er an. Auch der Rosé ist schon soweit. „Dann soll der Rote folgen, den wir mit kleinen italienischen Winzern entwickelt haben.“

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