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Marode Brücke forciert ersehnte Straßensanierung

Seit Jahren wird über den Zustand der L1110 zwischen Großsachsenheim und Hohenhaslach geklagt. Doch das Land hat immer wieder vertröstet – und wird nun wegen einer anderen Problemstelle zum Handeln fast schon gezwungen.

Die Waldstrecke von Großsachsenheim nach Hohenhaslach ist seit Jahren in einem miserablen Zustand. Archivfoto: Alfred Drossel
Die Waldstrecke von Großsachsenheim nach Hohenhaslach ist seit Jahren in einem miserablen Zustand. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Es ist noch nicht einmal einen Monat her, da hatte es aus dem Regierungspräsidium geheißen, dass eine rasche Verbesserung der kurvenreichen, mit Schlaglöchern übersäten Holperstrecke nicht in Aussicht sei. Dabei hatte die Sachsenheimer Lokalpolitik immer wieder beim Land insistiert, die wichtigste Verbindung in die Kirbachstadtteile anzugehen – erfolglos. Am Mittwoch dann die Überraschung: Die Stadt Sachsenheim teilte mit, dass bereits am morgigen Donnerstag eine Baustelle eingerichtet werde, ehe es vom 19. Juli bis 1. August zunächst eine Teil-, danach bis Mitte November eine Vollsperrung der Straße gebe.

Ganz so plötzlich kam der Sinneswandel beim Land dann doch nicht. Denn Anlass für die Baustelle ist die Brücke über den Kirbach auf Höhe des Edeka-Markts in Großsachsenheim, deren Zustand sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert hat, so die Stadtverwaltung. Und das so sehr, dass vor rund zwei Jahren aufgrund der mangelnden Tragfähigkeit das Überfahrtsgewicht auf 3,5 Tonnen beschränkt werden musste. Bei der letzten Prüfung der Brücke sei dann vom Gutachter empfohlen worden, sie durch einen Neubau zu ersetzen. 370000 bis 400000 Euro kostet das die Stadt, so Sprecherin Nicole Raichle, 200000 Euro schieße das Land zu.

Bei den Abstimmungsgesprächen mit dem Regierungspräsidium als Straßenbaulastträgerin der L1110 sei dann deren schlechter Zustand auf rund 4,5 Kilometern Länge angesprochen worden, heißt es in der Mitteilung weiter. Hatte die Behörde da aber zunächst noch darauf verwiesen, dass dieser Abschnitt nicht im bis Ende dieses Jahres noch gültigen Erhaltungsprogrammes des Landes enthalten und damit auch nicht im Haushalt eingeplant ist, so war es eine Mitarbeiterin der Stadt Sachsenheim, die den Stein ins Rollen brachte. Sie war nämlich zuvor beim RP beschäftigt und hatte laut Raichle einen „guten Draht“ – und als Technikerin gute Argumente, parallel auch die zweite nötige Sanierung anzugehen, zumal von der Sperrung für die Brückenarbeiten auch der Busverkehr betroffen ist. „Es ist der Diplomatie und dem Wissen der Kollegin zu verdanken, dass wir nun beides angehen können“, sagt sie. Auch das für die Sanierung zuständige Baureferat West des RP habe nach einer Begehung die Notwendigkeit der Sanierung der Landesstraße anerkannt und als dringend eingestuft. Die Abteilung „unternimmt daher gerade alles, um eine Sanierung der Landesstraßen im Zeitraum der von der Stadt veranlassten Vollsperrung durchzuführen“, so die Verwaltung, die den „raschen und pragmatischen Einsatz“ der Vertreter des Baureferats lobt. Und sich auch sicher ist, dass die noch zu klärende Finanzierung keine Hürde sein wird.

Wann die Arbeiten, die noch ausgeschrieben werden müssen, genau stattfinden, ist noch offen. Sicher ist aber schon jetzt: „Wir sind sehr froh, dass dies nun endlich umgesetzt wird“, wird Bürgermeister Holger Albrich in der Mitteilung zitiert.

Info: Während der Teilsperrung werden Ortskundige gebeten, das Gebiet zu umfahren. Von August bis Mitte November wird der Verkehr über Sersheim umgeleitet, Radfahrer und Wanderer werden gebeten, die Feldwege zu nutzen. Die Bushaltestelle Staffel wird in die Vaihinger Straße und die Bannhalde in die Sersheimer Straße verlegt, der Halt Langmantel entfällt.

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