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Megaprojekt beschert nun „sehr gute Gefühle“

Hemminger Gemeinderat genehmigt als erstes Gremium Unterlagen für Vergabeverfahren zur Sanierung und Erweiterung der Glemstalschule

Hemmingen. Lange und oft war in Sitzungen von Gremien, die sich mit der Glemstalschule in Schwieberdingen befassen, gestritten worden – ging es doch um die hohen Kosten für eine Sanierung und die Frage, inwieweit die Gemeinschaftsschule mehr Platz bekommen soll. Doch diese Zeiten sind vorbei, und im Hemminger Gemeinderat war am Dienstag so oft wie noch nie von „sehr guten Gefühlen“ die Rede, die die Beteiligten nun haben – sowohl mit Blick auf die neue Schulleiterin Silke Benner, die im Saal saß, wie auch auf das größte Projekt der beiden Schulträger, das nun konkret wird. Einstimmig mandatierten die Räte ihre Vertreter für den Gemeindeverwaltungsverband, dem Vergabeverfahren und der Auftragsbekanntmachung zuzustimmen. „Wir sind auf dem Weg zu historischen Beschlüssen“, so Bürgermeister Thomas Schäfer.

Für darin festgeschriebene bis zu 21,7 Millionen Euro soll es die Kernsanierung des Bestands, einen Neubau sowie die punktuelle Sanierung des Erdgeschosses im Zwischenbau geben – und das im weiter laufenden Betrieb für rund 600 Fünf- bis Zehntklässler. Insgesamt geht es um 4333 Quadratmeter Programmfläche, bei der Gestaltung waren in Workshops auch Schüler und Lehrer gefragt. Neu hinzu kommen nun, wegen Corona, Warmwasser-Waschbecken für jedes Zimmer, was 400.000 Euro kosten kann.

Wie berichtet, ist aber nicht nur ein Projekt in einer solchen Größenordnung neu, sondern auch das Vergabeverfahren „Planen und Bauen“. Dabei wird ein Generalübernehmer (GÜ) gesucht, der stärker als sonst die Planung übernimmt, gemeinsam mit vielen einzelnen Fachbetrieben, die dadurch schon früh Verbesserungs- und Einsparideen einbringen könnten. Für den Schulträger bedeutet das eine höhere Kostensicherheit, da der GÜ das Risiko trage, wenn sich Gewerke verteuerten – und die Hoffnung, in einer besseren Verhandlungsposition bei der Ausschreibung zu sein.

Aber das Verfahren bringt auch die Notwendigkeit zu umfangreichen Vorbereitungen sowie eine mit rund 100 Seiten ungewöhnlich dicke Ausschreibung mit sich. Und das sorgte dann auch für die einzigen kritischen Töne. Die 400.000 Euro, die für die Beratung durch Drees & Sommer und eine Kanzlei fällig werden, seien zu hoch, zumal er sich frage, ob diese auch bei Problemen haften, so Wilfried Gentner (CDU). Doch da widersprach Schäfer. Drees & Sommer sei dafür verantwortlich, am Ende des ein Jahr dauernden Ausschreibungsverfahrens einen Partner zu bieten, der wie gewünscht saniert – und dieser dann bei Problemen zuständig. Das Geld für die Anwälte sei ebenso gut investiert, schließlich müssten die einen Vertrag aufsetzen, der 21 Millionen Euro schwer sei. „Da sind wir ganz weit von einem Standardvertrag entfernt“, sagte Ortsbaumeisterin Sonja Widmann, die bei der Beratung durch die Partner und mit Blick auf die Zukunft „selten ein so gutes Gefühl hatte wie jetzt“.

Gibt auch der Schwieberdinger Rat und damit am 20. Juli der GVV grünes Licht, wird der Auftrag am 22. Juli EU-weit bekanntgemacht. Dann folgen zwei Bewertungsrunden, im Juni soll der Sieger feststehen, der Zuschlag final im August erteilt – und dann gearbeitet werden.

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