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Mehr Cannabis-Missbrauch im Kreis

Polizei registriert rund 1200 Fälle von Cannabis-Handel und -Besitz – Mehr Ludwigsburger müssen ärztlich behandelt werden

Klinische Studien belegen, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, dass der Konsum von Cannabis mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden ist. Foto: privat
Klinische Studien belegen, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, dass der Konsum von Cannabis mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden ist. Foto: privat

Kreis Ludwigsburg. Rund 3,5 Kilogramm Marihuana, kleinere Mengen Haschisch und Kokain: die Ausbeute einer Razzia in Ludwigsburg und Remseck Anfang Juli. Immer wieder berichtet das Polizeipräsidium Ludwigsburg in seinen Pressemitteilungen von Drogenfunden und aufgeflogenen Händlern. „Die Dunkelziffer ist hier allerdings hoch, und die Sicherstellungsmengen der letzten Monate zeigen uns, dass Cannabis, aber auch Kokain, überall verfügbar ist“, lässt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, wissen.

Cannabis ist laut dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland. Im Landkreis Ludwigsburg ist laut Widenhorn der Erwerb und Besitz von Cannabis im Zeitraum von 2016 bis 2019 kontinuierlich von 842 auf 1210 Fälle gestiegen. 2020 sei die Zahl auf Vorjahresniveau geblieben (1190 Fälle).

Aktuelle Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung belegen, dass bundesweit 10,4 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen schon einmal Cannabis konsumiert haben. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es bereits 46,4 Prozent. Klinische Studien zeigten, dass der Konsum von Cannabis mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden ist, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig.

Im Landkreis Ludwigsburg müssen immer mehr Menschen stationär oder ambulant wegen Cannabismissbrauchs behandelt werden. Darauf weist die AOK in einer Pressemitteilung hin. Im Jahr 2019 seien 330 Versicherte der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr aus diesem Grund beim Arzt gewesen, so deren Pressesprecher Joachim Härle. Der Anteil der Betroffenen sei zwischen 2015 und 2019 im Mittel um neun Prozent pro Jahr gestiegen. Damit liege der Kreis über dem Landesschnitt mit einem durchschnittlichen Anstieg von 7,8 Prozent jährlich. Es gibt viele Gründe für eine medizinische oder therapeutische Behandlung (siehe Extrakasten).

Erste Fälle träten bei Jugendlichen auf. Mit zunehmendem Alter steige die Behandlungshäufigkeit weiter an, insbesondere bei Männern. Diese sind laut Krankenkasse über dreimal so oft betroffen wie Frauen. Das höchste Risiko haben Versicherte zwischen 40 und 60 Jahren. In höherem Alter falle dieses dann wieder kontinuierlich ab, so die AOK.

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