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Mehr Komfort in den Zimmern

Zwölf Millionen Euro investierte das Haus Steinheim in die Zukunft: In einem ersten Bauabschnitt entstand im vergangenen Jahr der U-förmige Anbau mit 45 neuen Zimmern. Die sind mit 21 Quadratmetern nicht nur fast doppelt so groß wie die bisherigen mit zwölf Quadratmetern, sondern sie haben jetzt auch einen Fernseher. Im Rahmen des Qualitätsmanagements seien bei den Teilnehmer-Bewertungen die Größe und die Ausstattung der Zimmer mit fehlendem Fernseher immer wieder beklagt worden, sagt der Leiter des Hauses Steinheim, Dieter Schmidtke. Auch wenn er selbst kein Freund der Fernseher ist. „Wir haben hier bewusst eine Klausuratmosphäre geschaffen, um die Kommunikation zu fördern.“ Wenn der zweite Bauabschnitt fertig ist und die Zimmer im Altbau ebenfalls vergrößert sind, gibt es im Haus Steinheim 70 Zimmer. Insgesamt beträgt die Bauzeit zwei Jahre.

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Mit dem Anbau in U-Form wurde im Januar 2016 begonnen, in den nächsten Tagen ziehen die ersten Gäste in die Zimmer. Foto: Foto: Karsten Schmalz
Ludwigsburg. Mit dem Anbau in U-Form wurde im Januar 2016 begonnen, fristgerecht war alles im Dezember 2016 beendet. In den kommenden Tagen beziehen die ersten Gäste die neuen Zimmer. Der Neubau wird dann bis April parallel zum Altbau genutzt, ab Mai gehen die Arbeiten im alten Bettentrakt weiter. Hier wird das Gebäude entkernt und werden die neuen Zimmer aufgebaut. Statt den bisherigen 50 Zimmern gibt es nur noch 25 Zimmer. Insgesamt stehen dann 70 Zimmer zur Verfügung.

Die gewöhnungsbedürftige U-Form des Anbaus ist dem Landschaftsschutz geschuldet. Ursprünglich sollte im Süden auf einer Baumwiese gebaut werden. Die ökologischen Untersuchungen ergaben jedoch, dass sich auf dem Grundstück geschützte Tierarten – Wendehals und ein Lurch – befinden.

Parallel hatte man die jetzige Baufläche in Richtung Tal und Parkplatz – ebenfalls eine Baumwiese – untersucht und diese Lösung mit den zwei Flügeln, die zum bestehenden Baukörper ansteigen, dann favorisiert. „So war es auch von der Logistik her einfacher“, betont Schmidtke. Die Abwicklung erfolgte über den Parkplatz, es musste nicht extra eine Baustraße angelegt werden. Die Natursteinfassade mit Muschelkalk passe sich gut in die Landschaft ein, findet Schmidtke. Und wenn die Erde nicht mehr braun, sondern alles eingegrünt sei, dann sehe es schön aus. Der Bau wurde übrigens während des laufenden Betriebs gestemmt, der allerdings auf 50 Prozent heruntergefahren wurde. „Ich kann ja nicht 48 Mitarbeiter für zwei Jahre heimschicken“, so Schmidtke. Die Seminare fanden nur in den von den Bauarbeiten entferntesten Räumen statt. In der Halle war außerdem eine Lärmschutzwand errichtet worden.

Das Zentrum des Hauses wurde ebenfalls mit neuem Fußboden modernisiert, eine neue Decke wird im Sommer eingezogen. Neu sind im Anbau auch die Doppel-Bowlingbahn und der Billardraum. „Die alte Kegelbahn war immer sehr ausgelastet, so wird es auch mit der Bowlingbahn sein“, ist sich Schmidtke sicher. Auch die Sauna und der Trimm-Dich-Raum dienen dazu, dass die Seminarteilnehmer keinen „Lagerkoller“ bekommen, wie es Schmidtke nennt. Der Eingangsbereich wird ebenfalls neu gestaltet.

Ende 2017, wenn alles fertig ist, ist das Haus behindertengerecht. Im neuen Anbau gibt es bereits einen Aufzug, im alten wird einer nachgerüstet. Die Investition von zwölf Millionen sei ein Signal für die Mitgliedsunternehmen, dass Weiterbildung nach wie vor unverzichtbar sei, aber auch für die Mitarbeiter, da das Haus nun wieder bessere Chancen in der Bildungslandschaft habe. „Wir setzen auch in Zeiten des Internets auf die Kombination von Präsenzseminaren und E-Learning. Wir sind überzeugt, dass wir uns gut schlagen werden“, so Schmidtke.

1963 wurde das Haus Steinheim vom Verband Südwestmetall eingeweiht, um eine Bildungsstätte zu schaffen für die überfachliche Weiterbildung. „Man hatte damals zwar gut ausgebildetes Fachpersonal, aber es fehlte den Meistern oder Betriebsleitern die Qualifikation als Führungskraft“, erklärt Schmidtke. Bewusst hatte man einen Standort außerhalb Stuttgarts gewählt, um Klausuratmosphäre zu schaffen.

Naturschutz war damals übrigens kein Thema, erst 1972 bei der ersten großen Erweiterung. Da war das Gebiet erst kurz vorher zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden. Das Haus auf dem Hügelsporn konnte wegen der beiden Flüsse nicht in die Breite erweitert werden, sondern es musste in den Berg hinein gegraben werden.