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Mehrere Varianten sind denkbar

Schon lange wünschen sich Besigheimer und Löchgauer eine schnelle und direkte Radverbindung zwischen ihren Orten. Jetzt hat Verkehrsminister Winfried Hermann Unterstützung signalisiert, nach den Sommerferien sollen erste Gespräche stattfinden. Dann geht es auch darum, wo der neue Radweg am besten gebaut wird. Denn es gibt mehrere Möglichkeiten.

Der Gehweg an der Landesstraße verbindet Besigheim und Löchgau miteinander. Nun überlegt das Land, ihn auch als Radweg auszubauen. Foto: Andreas Becker
Der Gehweg an der Landesstraße verbindet Besigheim und Löchgau miteinander. Nun überlegt das Land, ihn auch als Radweg auszubauen. Foto: Andreas Becker

Löchgau/Besigheim. Wer mit dem Rad von Löchgau nach Besigheim möchte – oder die umgekehrte Strecke fährt – hat derzeit mehrere Optionen. Doch keine der Routen ist gleichzeitig schnell, attraktiv und sicher. Entweder müssen die Radler Umwege in Kauf nehmen, beispielsweise durch das Besigheimer Wohngebiet Schäuber/Löchgauer Feld. Oder sie müssen entlang der vielbefahrenen Landesstraße1115 fahren. Die meisten Radler nutzen hier den vorhandenen Gehweg, denn auf der steilen Straße ist es vielen zu gefährlich.

Schon seit Jahren ist deshalb eine neue Radwegführung zwischen den beiden Kommunen ein Thema. Doch bis auf Willensbekundungen hat sich bisher nichts getan. Nun scheint aber etwas Schwung in die Sache zu kommen. Wie berichtet, unterstützt Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) einen neuen Radweg zwischen Besigheim und Löchgau. „Aus Verkehrssicherheitsgründen und aufgrund der Bedeutung des Streckenabschnittes im Kontext einer flächendeckenden Radwegeinfrastruktur wird eine durchgehende konsequente Radwegeführung zwischen Besigheim und Löchgau seitens des Landes befürwortet“, teilt das Regierungspräsidium Stuttgart auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Ziel sei es, das Radwegenetz noch enger zu knüpfen und die Attraktivität des Radverkehrs weiter zu steigern. „Deshalb werden zunächst alle Möglichkeiten einer Radwegstreckenführung zwischen Besigheim und Löchgau gemeinsam mit den Kommunen betrachtet.“

Nach den Sommerferien sollen erste Gespräche stattfinden. Dann geht es allerdings erst einmal um grundsätzliche Fragen: Welche Radwegführungen sind generell möglich und an welche Voraussetzungen wären die Planungen geknüpft?, nennt das Regierungspräsidium mögliche Themen.

Es sind mehrere Möglichkeiten denkbar: Zunächst einmal könnte natürlich der Gehweg entlang der Landesstraße zum gemeinsamen Geh- und Radweg ausgebaut werden, teilt das Regierungspräsidium mit. Eine Variante, die die Behörde bisher favorisiert hatte. „Aufgrund der Hanglage wären hier Eingriffe in die Randbereiche erforderlich. Dies würde einer umfangreichen eigenständigen Planung bedürfen, in deren Zuge auch verschiedene Varianten in Betracht gezogen werden müssten“, erläutert eine Sprecherin des Regierungspräsidiums.

Die Fahrradinitiative Besigheim spricht sich für diese Variante aus: „Es gibt Radwege von und nach Löchgau, aber bisher fehlt eine schnelle, direkte Verbindung“, sagt Sprecher Thomas Pulli. Vor allem Alltagsradler könnten von einer Radstrecke entlang der Landesstraße profitieren, glaubt er: Schüler, die von Löchgau nach Besigheim fahren, und Pendler, die aus dem Nachbarort zum Bahnhof wollen.

Deutlich attraktiver wäre aber eine andere Route: Statt an der Landesstraße könnten die Radfahrer auch entlang des Steinbachs fahren. Die idyllische Strecke nutzen Radler schon jetzt gerne, auch weil die Steigung nicht so stark ist. Allerdings hat der dortige Feldweg „nicht im Geringsten eine Radwegqualität“, wie es Löchgaus Bürgermeister Robert Feil formuliert. Landwirte nutzen den Weg vor allem, um zu ihren Grundstücken zu gelangen. Dementsprechend ist die Strecke weder ausgebaut noch beleuchtet. Und sie liegt in einem ökologisch wertvollen Gebiet. Ein Ausbau wäre also nicht bloß teuer, sondern auch mit Blick auf den Natur- und Umweltschutz schwierig. Trotzdem will man in Besigheim und Löchgau die Idee noch nicht ganz fallenlassen: „Das ist ein unheimlich attraktiver Weg“, betont der stellvertretende Besigheimer Stadtbaumeister Stefan Maier. Und ein Radweg sei eben mehr als eine technische Verbindung zwischen zwei Orten. Auch Bürgermeister Feil fände es „eine Überlegung wert“, die Strecke am Steinbach entlang zumindest zu prüfen.

Wichtig ist beiden Kommunen, dass sich überhaupt etwas tut: „Bisher hat es immer nur kleinere Verbesserungen gegeben, aber der große Wurf fehlt. Wir hoffen, dass das Land jetzt eine gute Lösung findet“, sagt Feil.

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