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Mit Äffle und Pferdle auf dem Neckar

Der neue Neckar-Käpt’n sorgt mit schwäbischer Kultur für Unterhaltung und Begeisterung für die Landschaft

Verkörpert den Neckar-Käpt’n: Heiko Volz. Foto: Uli Ostarhild
Verkörpert den Neckar-Käpt’n: Heiko Volz. Foto: Uli Ostarhild

Ludwigsburg. Seit vorigem Jahr fahren die Ausflugsschiffe der Stuttgarter Berta Epple Neckarschifffahrt unter neuen Eignern. Heiko Volz, selbst ein Urgestein der Stuttgarter Szene und bekannt als Stimme des Äffle der beiden SWR-Kultschwaben „Äffle und Pferdle“, verkörpert den neuen „Neckar-Käpt’n“. Wir treffen den Neckar-Käpt’n bei einem schwimmenden Seminar der Umweltakademie Baden-Württemberg an Bord der „Wilhelma“.

Herr Volz, welchen Bezug haben Sie zu den Steillagen, zu den Terrassenweinbergen am Ludwigsburger Neckar?

Heiko Volz: Als Darsteller des Neckar-Käpt’n befahre ich oft die Strecke zwischen Stuttgart und Besigheim. Unsere Fahrten leben von dieser schönen, einzigartigen Landschaft. Ich erfreue mich stets an dieser Steillagen-Landschaft, die sich von Bad Cannstatt bis nach Besigheim erstreckt. Dort bin auch schon oft gewandert. Es wäre auch gelogen zu behaupten, dass ich mich nicht auch über das Endergebnis des Steillagen-Weinbaus freue. Die regionalen Weine finden Platz auf unserer Speisekarte. Passend zu unserer Hausmannskost aus der Region in bester Oma-Qualität.

Die Region liegt Ihnen wohl am Herzen?

Ja, genauso wie der Umwelt- und Naturschutz. Unsere Schiffsflotte besteht aus historischen Schiffen, die wir liebevoll renoviert haben. Auch eine Form von Nachhaltigkeit. Wir verwenden ausschließlich Bio-Kraftstoff, haben einen Hybriden und ein Elektroschiff. An unserer Anlegestelle Wilhelma in Bad Cannstatt haben wir ein Naturhabitat errichtet. Zur Erhaltung der Artenvielfalt gibt es hier eine Blühwiese, ein Bienenhaus, eine Wildbienen-Nisthilfe und eine Eidechsenburg. Geplant ist auch noch eine Totholzhecke. Und dies alles auch an anderen Stellen.

Was macht für Sie die Landschaft so einzigartig?

Lokale Schriftsteller und Dichter haben diese Landschaft schon häufig beschrieben, gelobt und besungen. Besser als jede Beschreibung ist es, sie selbst zu sehen und sich beeindrucken zu lassen. Die Facetten der Farben in den Steillagen, vor allem im Herbst, kombiniert mit den Farben von Himmel und Neckar. Jede einzelne Jahreszeit hat hier ihren eigenen Reiz. Vivaldi hätte seine helle Freude daran. Ich muss aufpassen, sonst werde ich auch noch poetisch. Spannend sind auch immer die Schleusen, wenn sich das Schiff plötzlich um rund sieben Meter hebt oder senkt. Besonders für Kinder ist das ein tolles Erlebnis. Wir haben häufig ganze Schulklassen oder Kitas an Bord. Neben der Flora begeistert mich aber auch die Fauna. Wer ahnt schon, dass im und am Neckar rund 40 Fisch- und 150 Vogelarten leben. Mir gefallen die Fischreiher und Kormorane am besten. Welse und Aale konnte ich noch keine entdecken. Dazu müsste ich wohl ins Wasser steigen.

Was ist zu tun, um diese Kulturlandschaft zu erhalten?

Kulturlandschaft – Landschaftskultur. Ein schönes Wortspiel, das für mich zwei Bedeutungen hat. In beiden Fällen heißt es, diese zu pflegen, den Leuten nahezubringen und sie dafür zu begeistern. Diese Begeisterung versuchen wir mit unseren Neckar-Erlebnisfahrten zu wecken. Sei es mit unserer lustigen, schwäbischen Bordansage von Soko-Stuttgart-„Schrotti“ Michael Gaedt, Buchlesungen von Vincent Klink oder Gaby Hauptmann.

Den Hafer- und Bananenblues mussten wir gleich zweimal live für das Publikum singen. Und so geht es gerade weiter. Mit Mundart, Comedy, 80er und 90er Partys, Oldie-Nights, Live-Musik und Maultaschen-Kochkursen. Selbst Gottesdienste gab es schon auf den Schiffen.

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